wgl. Schon vor einigen Tagen hieß es, Israel wolle seine Bodenoffensive möglicherweise bis zum Litani, ja sogar in Regionen nördlich dieses Flusses ausweiten. Dann wieder wurde mitgeteilt, man werde noch zwei Tage damit warten, um die Beratungen bei den Vereinten Nationen in New York über eine Resolution nicht zu erschweren. Gleichwohl dauern die schweren Kämpfe im Südlibanon an. Nicht nur mit Bildern, sondern auch mit Desinformationen werden Kriege geführt, beileibe nicht nur in modernen Zeiten. Selbst wenn die Kämpfe nun kurzfristig etwas abflauen sollten, hilft das den meisten libanesischen Flüchtlingen, die noch im Süden sind, wenig, denn die Verkehrswege sind so weit zerstört, daß man nur noch unter größten Schwierigkeiten in den Norden gelangen kann. Doch selbst in Beirut sind sie nicht sicher. Ein ähnlicher Exodus hat in Israel von Norden nach Süden eingesetzt, etwa in die Nähe Tel Avivs, auch wenn die Zahl der Opfer auf israelischer Seite sehr viel geringer ist. Wenigstens der Grenzübergang von Rafah im Gazastreifen wurde für zwei Tage geöffnet - aus humanitären Gründen, wie es hieß. Das immerhin ist ein erster Lichtblick inmitten des kriegerischen Dunkels.