K.F. Es ist das große Projekt des Präsidenten Bush gewesen: den Nahen und Mittleren Osten, die arabisch-muslimische Welt mit der Demokratie kurzzuschließen. Viel ist davon nicht übriggeblieben; Bushs Rhetorik verdeckt eher, als daß sie erhellt, und das hat nichts damit zu tun, daß er bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung auf ein weithin skeptisches, in Teilen feindseliges Publikum traf. Es ist die Wirklichkeit, die ein anderes Bild zeichnet: im Irak, in Palästina, andernorts in der Region. Dabei hat er ja recht. Das Feld darf nicht den islamistischen Extremisten überlassen werden, es müssen die moderaten Kräfte gestärkt werden. Aber die haben in den wenigsten Fällen die Kraft, sich gegen autoritäre Regime Gehör zu verschaffen; und daß sie überdies durch die amerikanische Politik oder/und Israels Vorgehen, zum Beispiel im jüngsten Libanon-Krieg, politisch geschwächt wurden, ist zum Teil Propaganda, zum Teil aber trifft es zu. Leute führen heute das große Wort, die einen ganz anderen Mittleren Osten im Sinn haben und die über die entsprechenden ideologischen und materiellen Mittel verfügen. Leute wie der iranische Präsident. Und die UN sind, fast wie eh und je, gespalten, zerrissen, uneins.