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Gipfeltreffen in Washington Nuklearer Albtraum

 ·  Mit seiner Warnung vor der Bedrohung durch nuklearem Terrorismus hat der amerikanische Präsident das Gipfeltreffen in Washington dramatisch eingestimmt. Es muss alles getan werden, um die Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verhindern. Dazu zählen nun auch Sanktionen gegen Iran.

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Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist dies der Albtraum der internationalen Sicherheitspolitik: Sogenanntes vagabundierendes Atommaterial gelangt über skrupellose kriminelle Zwischenhändler in die Hände von Desperado-Regimen und/oder Terrororganisationen.

Dieser Albtraum treibt den amerikanischen Präsidenten Obama nicht weniger um als die Regierung seines Vorgängers, die am „11. September“ erlebte, wie die Fiktion von der Wirklichkeit eingeholt wurde. Eine Terrororganisation, die in den Besitz von Atomwaffen gelangte, stellte die größte Bedrohung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten dar, hat Obama zur Einstimmung auf die Konferenz über Nuklearsicherheit gesagt. Es ist eine dramatische Einstimmung – und die Zahl der teilnehmenden Staats- und Regierungschefs ist beispiellos.

Auch das ist ein Beleg dafür, wie ernst das Thema genommen wird, dessen Bedeutung der Regierungswechsel von Bush zu Obama nicht gemindert hat. Offenkundig halten die maßgeblichen Akteure der Weltpolitik die Vorstellung, dass ein nuklearer Sprengsatz in einer Metropole gezündet werden könnte, nicht für ein Hirngespinst. Und es fallen einem einige (islamistische) Gruppen ein, die das auf teuflische Weise nur allzu gerne bestätigen würden. Ein solch verheerendes Ereignis wäre nicht auf den Schauplatz beschränkt, es würde die Welt grundlegend verändern. Deswegen müssen alle Anstrengungen unternommen werden, Atommaterial überall umfassend zu sichern.

Deswegen muss darüber hinaus alles getan werden, die Weiterverbreitung von Atomwaffen und deren Trägersystemen zu verhindern. Wer der jüngsten amerikanisch-russischen Abrüstungsübereinkunft Beifall zollt, kann eine atomare Aufrüstung Irans nicht als das angeblich gute Recht nuklearer Habenichtse rechtfertigen – oder mit dem Hinweis auf das israelische Atompotential relativieren.

Diese Gefahr muss gebannt werden; es kann keine neuen Ausflüchte geben. Weil das Regime in Teheran auch die Gesprächsangebote Obamas ausgeschlagen hat, führt jetzt kein Weg an Sanktionen vorbei. Russland und insbesondere China sollten sich nicht länger zum Handlanger Irans machen, sondern endlich einsehen, dass ein nuklear destabilisierter Mittlerer Osten überhaupt nicht in ihrem Sinne sein kann – genauso wenig wie Atommaterial, das auf „unerklärliche“ Weise in dunklen Kanälen verschwindet.

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Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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