15.03.2007 · Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, Scheich Mohammed, hat nach Angaben des Pentagons in Guantánamo ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er übernahm angeblich die Verantwortung für 9/11 und weitere Anschläge.
Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, Chalid Scheich Mohammed, hat angeblich ein umfassendes Geständnis abgelegt. In der vom amerikanischen Verteidigungsministerium am Mittwoch in Washington veröffentlichten Niederschrift eines Verhörs in Guantánamo wird die einstige Nummer drei der Al Qaida mit den Worten zitiert: „Ich war für die 9/11-Operation von A bis Z verantwortlich.“
Die Anhörung vor einem dreiköpfigen Militär-Gremium fand in dem amerikanischen Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba hinter verschlossenen Türen statt. Das Pentagon schwärzte einige Passagen von Mohammeds Aussage. Er war 2003 in Pakistan verhaftet worden. In einer dieser geschwärzten Passagen soll Mohammed gesagt haben, er sei auch für die Enthauptung des in Pakistan 2002 entführten amerikanischen Reporters Daniel Pearl verantwortlich.
Teile der Aussage aus dem Transkript gelöscht
Der 41 Jahre alte Scheich Mohammed übernahm angeblich die Verantwortung für etwa 30 Anschläge und Anschlagsversuche. Darunter waren fehlgeschlagene Attentate auf den verstorbenen Papst Johannes Paul II. und die ehemaligen amerikanischen Präsidenten Bill Clinton und Jimmy Carter, aber auch die tödlichen Bombenanschläge von Bali. Er sagte, er habe nach den Anschlägen vom 11. September 2001 eine zweite Angriffswelle geplant. Ziele seien der Library Tower in Kalifornien, der Sears Tower in Chicago, die Plaza Bank in Washington State und das Empire State Building in New York gewesen.
Er sei zudem für die Planung und Finanzierung von Anschlägen verantwortlich gewesen, bei denen amerikanische Militärschiffe und Öltanker in der Straße von Gibraltar, der Straße von Hormus und im Hafen von Singapur zerstört werden sollten. Auch das erste Attentat auf das World Trade Center 1993 und die Bombenanschläge von Bali 2002 gehen laut dem Protokoll auf Mohammeds Konto. Zudem habe er hinter dem Anschlagsversuch des „Schuhbombers“ gesteckt. „Ich war verantwortlich für die Planung, Überwachung und Finanzierung der Operation auf britischem Boden, um den Flughafen Heathrow, das Canary Wharf Building und den Big Ben zu zerstören“, erklärte der Pakistaner demnach.
Mehrere tausend Menschen wurden bei den von ihm ausgeklügelten Angriffen getötet. „Wenn ich sage, ich bin nicht glücklich darüber, das 3000 (Menschen) in Amerika getötet wurden, fühle ich sogar Bedauern“, sagte er einem Dolmetscher. „Ich mag es nicht, Kinder und Jugendliche zu töten.“
Foltervorwurf an die CIA
Mohammed erhob auch den Vorwurf, der amerikanische Geheimdienst CIA habe ihn schon unmittelbar nach der Festnahme gefoltert. Später in dem 26 Seiten langen Transkript sagt er allerdings, sein Geständnis erfolge nicht unter Zwang. Der Vorsitzende bei der Anhörung, ein Oberst, fragte Mohammed ausdrücklich, ob er seine Aussage mache, nachdem Zwang, oder „um Ihr Wort zu benutzen, Sie behaupten Folter“, ausgeübt worden sei. Teile von Mohammeds Aussage dazu wurden aus dem Transkript gelöscht und seine Antwort in diesem Punkt blieb unklar.
Das Pentagon veröffentlichte auch Niederschriften von Anhörungen im Fall des Libyers Abu Faradsch al Libi und des Jemeniten Ramsi Binalshibh. Binalshibh verweigerte jedoch jede Zusammenarbeit mit den amerikanischen Behörden. Er soll Mohammed bei der Planung der Anschläge vom 11. September geholfen haben. Al Libi soll im Dezember 2003 innerhalb von elf Tagen zwei Attentate auf den pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf organisiert haben.
Die Anhörungen gegen 14 zentrale Terrorverdächtige begannen am vergangenen Freitag in Guantánamo. Sechs Verdächtige wurden bereits aufgerufen, um zu klären, ob sie zu „feindlichen Kämpfern“ erklärt werden können, die unbegrenzt festgehalten und von Militärgerichten abgeurteilt werden können. Die 14 Verdächtigen wurden im vergangenen September von geheimen CIA-Gefängnissen nach Guantánamo gebracht, wo die Vereinigten Staaten 385 Personen gefangen halten, die nach ihrer Vermutung Verbindungen zum Terrornetz Al Qaida oder den afghanischen Taliban haben.
Fragwürdiges Geständnis!
P. Engel (bat2.111)
- 15.03.2007, 09:46 Uhr
Foltergeständnis ohne Kalkül?
A. Malliki (a.malliki)
- 15.03.2007, 09:53 Uhr
Guantanamo Gefangene
kurt schupp (Platino99)
- 15.03.2007, 10:08 Uhr
Und was hilft uns das jetzt?
Gerhard Falk (gerhardfalk)
- 15.03.2007, 10:33 Uhr
Wahrheitsgehalt relativieren!!!
Hulusi Aslan (Hulusi)
- 15.03.2007, 10:41 Uhr