28.04.2009 · Der niedersächsische Ministerpräsident Wulff (CDU) hat die SPD-Bundespräsidentenkandidatin Gesine Schwan vor dem Vorwurf der Panikerzeugung in Schutz genommen. Dahinter könnte mehr als Charme stecken.
Von Georg Paul HeftyVerständnis für die bessere Hälfte der Menschheit steht einem Ministerpräsidenten im Allgemeinen wie im Einzelfall gut an. Doch es könnte tiefere Gründe als den des jovialen Charmes haben, dass der CDU-Spitzenpolitiker Wulff die SPD-Bundespräsidentenkandidatin Schwan in einer brisanten Frage verteidigt. Offenbar hält Wulff es für nicht ausgeschlossen, dass Frau Schwan in vier Wochen gegen Köhler siegen könnte - und da wäre seine Stellungnahme ebenso unvergessen wie das Drängen der CSU, die SPD möge Frau Schwan aus dem Rennen nehmen.
In München kommt man bei der Zuverlässigkeitsprüfung der Wahlleute in der Bundesversammlung offenbar zur selben Einschätzung wie in Hannover - will aber kämpfen, statt sich günstig zu positionieren. Wulff muss tatsächlich mehr taktieren als Seehofer, denn er steht im Unterschied zum CSU-Vorsitzenden in einer der hinteren Reihen, falls eine Niederlage Köhlers die Macht seiner Erfinderin Merkel erschüttert. Geht hingegen alles glatt und siegt Köhler unangefochten, dann war Wulff nur wieder einmal galant - und Seehofer eben nicht.
Georg Paul Hefty Jahrgang 1947, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“.
Jüngste Beiträge