Home
http://www.faz.net/-gpf-rxhz
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Geschichte Churchill wollte elektrischen Stuhl für Hitler

Der britische Weltkriegs-Premierminister Winston Churchill hätte Adolf Hitler am liebsten auf dem elektrischen Stuhl sterben gesehen. Das geht aus erstmals veröffentlichten Protokollen des Kriegskabinetts in London hervor.

© F.A.Z.-Koester Vergrößern

Winston Churchill war nach Berichten britischer Historiker fest entschlossen, Adolf Hitler auf einem elektrischen Stuhl aus den Vereinigten Staaten hinrichten zu lassen. Zudem sollten nach Überzeugung des britischen Premierministers hohe Nazis ohne Gerichtsverfahren erschossen werden. Das geht aus Mitschriften von Beratungen des damaligen Kriegskabinetts unter Leitung Churchills hervor, die am Neujahrstag in London erstmals zur Veröffentlichung freigegeben wurden.

Allerdings wurde der kämpferische Britenpremier in den Diskussionen über den Umgang mit der Nazi-Kriegsverbrechern, die zwischen 1942 und 1945 stattfanden, durch Mitglieder seines eigenen Kabinetts von solchen Vorstellungen abgebracht. Die Aufzeichnungen, die britische Historiker und Medien jetzt dank der Freigabe der Dokumente auswerten dürfen, stammen von Churchills damaligem Sekretär Sir Norman Brook. Danach sagte Churchill unter anderem bei einem Treffen im Dezember 1942, Hitler müsse „natürlich“ getötet werden, sollte er den Briten in die Hände fallen. „Dieser Mann ist die treibende Kraft des Bösen.“

Zur Tötung empfahl Churchill „den elektrischen Stuhl für Gangster“. Die Ausrüstung sollte aus Amerika besorgt werden, da diese Hinrichtungsmethode in Großbritannien bis dahin noch nicht angewendet worden war. Zweieinhalb Jahre später wurde in Churchills Kriegskabinett abermals über den Umgang mit Nazi-Führern nach dem Ende des Krieges diskutiert. Churchill stimmte den Aufzeichnungen zufolge seinem Innenministers Herbert Morrison zu, daß ein Prozeß gegen Hitler und dessen engste Mitarbeiter „eine Farce“ werden könnte. „Es ergeben sich alle möglichen Komplikationen, sobald man einen faires Verfahren zugesteht“, wurde er zitiert. Kurz darauf sei Churchill jedoch übermittelt worden, daß Amerika und Rußland nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ordentliche Gerichtsverfahren gegen die deutschen Kriegsverbrecher wünschten. Hitler und andere Nazi-Größen entzogen sich den späteren Nürnberger Prozessen durch Selbstmord.

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Nach Kritik an Russland Putin verspricht „volle Kooperation“

Bei der Aufarbeitung des Absturzes will Russlands Präsident seinen Einfluss geltend machen. Washington geht fest davon aus, dass ukrainische Separatisten das Flugzeug mit einer russischen Rakete abgeschossen haben. Mehr

20.07.2014, 19:36 Uhr | Politik
Bodenoffensive in Gaza Der opferreichste Tag seit Jahren

Mindestens 87 Palästinenser sind am Sonntag nach Angaben von Ärzten im Gazastreifen bei israelischen Angriffen getötet worden. So viele Tote gab es in dem besetzten Gebiet seit fünf Jahren nicht mehr. Mehr

20.07.2014, 11:14 Uhr | Politik
TV-Kritik „Akte Zarah Leander“ Kann denn Liebe Sünde sein?

Sängerin, Schauspielerin, Frau mit Vergangenheit: Zarah Leanders Talent war vielschichtig, ihre Rolle zur Zeit des NS-Regimes hat einen faden Beigeschmack. Das Erste öffnet die „Akte Zarah Leander“. Mehr

27.07.2014, 15:40 Uhr | Feuilleton

Erkaltet

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Washington wirft Putin vor, einen Schlüsselvertrag zur Abrüstung gebrochen zu haben. Das russisch-amerikanische Verhältnis erkaltet auf breiter Front. Mehr 9

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden