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Gescheitertes Attentat Al Qaida bezichtigt sich: „Vergeltung für amerikanische Aggression“

29.12.2009 ·  Das Terrornetz Al Qaida hat sich des versuchten Anschlags auf ein amerikanisches Passagierflugzeug bezichtigt. Es handele sich um Vergeltung für amerikanische Operationen im Jemen. Attentäter Abdulmutallab wird als „Märtyrer“ gefeiert. Unterdessen hat sich nun auch Obama zu Wort gemeldet

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Die Terrororganisation „Al Qaida auf der arabischen Halbinsel“ hat sich am Montag des fehlgeschlagenen Anschlags auf ein amerikanisches Passagierflugzeug beim Landeanflug auf Detroit bezichtigt. Es handele sich um Vergeltung für eine amerikanische Aktion gegen die Organisation im Jemen, hieß es in einer im Internet veröffentlichten Erklärung. Der Täter habe mit Sprengstoff alle Sicherheitsschranken passiert und damit den „großen Mythos des amerikanischen Geheimdienstes“ zerschlagen, heißt es in einem Bezichtigungsschreiben von „Al Qaida auf der arabischen Halbinsel“.

Das berichteten zwei auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierte amerikanische Unternehmen. Der 23 Jahre alte Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab habe sich mit Mitgliedern der Organisation abgesprochen. Er hatte bereits unmittelbar nach der Tat erklärt, im Auftrag von Al Qaida zu handeln.

Jemenitische Truppen hatten mit Unterstützung des amerikanischen Geheimdienstes im Dezember zwei Luftangriffe gegen Al-Qaida-Kämpfer geflogen. Der zweite von ihnen erfolgte einen Tag vor dem versuchten Anschlag auf das Flugzeug. Die Vereinigten Staaten hätten im Jemen schon seit längerem eine neue Front im Anti-Terrorkampf eröffnet, berichtet die „New York Times“. Dort sei eine verdeckte Operation gegen Al Qaida begonnen worden. Unter anderem seien schon seit etwa einem Jahr einige der besten im Anti-Terrorkampf geschulten CIA-Agenten in dem arabischen Land, zum anderen hätten Spezialkommandos mit der Schulung jemenitischer Sicherheitskräfte begonnen. Zudem habe das Pentagon seine Militärhilfe massiv aufgestockt. (Siehe auch: Im Jemen fühlt Al Qaida sich sicher)

Obama verspricht umfassende Aufklärung

Der amerikanische Präsident Barack Obama hat eine umfassende Aufklärung des vereitelten Anschlages auf ein amerikanisches Passagierflugzeug versprochen. Seine Regierung werde nicht ruhen, bis alle an den Plänen Beteiligten zur Verantwortung gezogen sind, sagte Obama am Montag in seinem Urlaubsort auf Hawaii. Der Präsident wies auf seine Anordnungen hin, sowohl die bisherige Handhabung von Listen mit verdächtigen Personen wie auch die allgemeinem Sicherheitsvorkehrungen im Luftverkehr grundlegend zu überprüfen.

Obama erklärte, seine Regierung werde „jedes Element unserer Macht als Nation“ nutzen, um Terroristen zurückzuschlagen, die die Vereinigten Staaten bedrohten - „ob sie aus Afghanistan oder Pakistan, dem Jemen oder Somalia sind, oder von wo auch immer sie Attacken auf amerikanische Boden planen“. Der Präsident lobte darüber hinaus den Mut von Passagieren und Crew an Bord der Delta-Maschine, durch deren Eingreifen am ersten Weihnachtstag eine Katastrophe an Bord verhindert wurde. Obama war kritisiert worden, weil er sich von seinem Familienurlaub in Hawaii aus nicht zu dem schweren Zwischenfall geäußert hatte.

Zuvor hatte Heimatschutzministerin Janet Napolitano ein Versagen der amerikanischen und der internationalen Sicherheitsvorkehrungen eingestanden. (Siehe auch: Napolitano gesteht Versagen ein, Obama verspricht Aufklärung)

„Antwort auf amerikanische Aggression“

„Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel“ ist ein Bündnis militanter Kämpfer aus Saudi-Arabien und dem Jemen. Die Terrorgruppe erklärte, der Attentäter habe Sprengstoff verwendet, der von Mitgliedern der Organisation hergestellt worden sei. Laut dem Unternehmen IntelCenter wurde mit dem Schreiben auch ein Foto des nigerianischen Attentäters veröffentlicht. Das Unternehmen Site zitierte aus dem Bezichtigungsschreiben, „unser Bruder, der Märtyrer Umar Faruk Abdulmutallab“ habe eine „von den Mudschahedin in den Werkstätten von Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel entwickelte Sprengstofftechnik“ benutzt. Es habe an einem „technischen Fehler“ gelegen, dass der Sprengsatz nicht explodiert sei. Der versuchte Anschlag sei die Antwort auf die „ungerechte amerikanische Aggression“ mit „von Kriegsschiffen im besetzten Golf von Aden abgefeuerten Splitterbomben und Marschflugkörpern“.

Die muslimischen Soldaten in den feindlichen Armeen werden aufgefordert, dem Beispiel von Nidal Hasan zu folgen, Reue zu üben und „Kreuzritter“ zu töten. Hasan, ein muslimischer amerikanischer Militärpsychiater im Rang eines Majors, hatte im November im texanischen Militärstützpunkt Fort Hood 13 Soldaten erschossen. IntelCenter verwies darauf, dass Al Qaida auf der arabischen Halbinsel erstmals außerhalb des Gebiets von Saudi-Arabien und Jemen zugeschlagen habe. Damit sei eine „bedeutsame Eskalation“ in den Aktivitäten der Gruppe erreicht.

Der 23 Jahre alte Nigerianer Abdulmutallab hatte am Freitag im Landeanflug auf Detroit versucht, einen Airbus mit 290 Menschen an Bord mit dem hochexplosiven Sprengstoff PETN in die Luft zu sprengen. Den Sprengstoff hatte der Täter an seinem Körper getragen. Nach seiner Festnahme hatte Abdulmutallab gesagt, er sei in einem Al-Qaida-Trainingslager im Jemen ausgebildet worden. Dort habe er auch den Sprengstoff erhalten sowie genaue Anweisungen, wie und wann er ihn einsetzen sollte.

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