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Gescheiterter Anschlag Flug 253

27.12.2009 ·  Bemerkenswert, ja bizarr jenseits der offenbarten Sicherheitsmängel ist die Geschichte, die dem Anschlagsversuch von Detroit vorausging. Irgendwo im amerikanischen Datenlabyrinth über mutmaßlich Verdächtige war auch dieser Terrorist abgelegt. Doch Alarm löste das nicht aus.

Von Klaus-Dieter Frankenberger
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Man will sich nicht ausmalen, was womöglich geschehen wäre, wenn der Attentäter auf dem Flug 253 von Amsterdam nach Detroit nicht überwältigt worden wäre oder der Sprengsatz „richtig“ funktioniert hätte. Rund dreihundert Menschen haben jedenfalls nicht ihr Leben verloren – darüber ist die Erleichterung so groß wie das Erschrecken, dass nicht viel zu einem neuen Massenmord gefehlt hat und dass die Sicherheitsvorkehrungen lückenhaft waren.

Sollte jemand geglaubt haben, man habe den transnationalen Terrorismus im Griff, so dass man in puncto Sicherheit Entwarnung geben könne, dann wurde er eines Besseren belehrt. Ob der Attentäter auf eigene Faust gehandelt hat oder auf Al-Qaida-Anweisung – die Gefahr ist nicht gebannt, sie ist präsent, und deswegen werden Flugreisende, nicht nur in die Vereinigten Staaten, weitere Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen müssen. Was sonst?

Irgendwo im amerikanischen Datenlabyrinth

Bemerkenswert, ja bizarr jenseits der offenbarten Sicherheitsmängel ist die Geschichte, die diesem Anschlagsversuch vorausging: Der Vater des Mannes, der ein gültiges amerikanisches Visum besitzt, dem im Mai aber ein neues britisches Visum verweigert wurde, macht die amerikanische Botschaft in Nigeria auf die Radikalisierung seines Sohnes – offenbar in London – aufmerksam. Der Name wird in eine entsprechende Datei aufgenommen, aber nicht auf eine Liste gesetzt, die quasi Alarm ausgelöst hätte. Mit anderen Worten: Irgendwo im amerikanischen Datenlabyrinth über mutmaßlich Verdächtige war auch dieser Terrorist abgelegt. Unbekannt war er nicht.

Und wenn es stimmt, dass auch er im Jemen zum Terroristen „ausgebildet“ worden ist oder von dort seine Unterweisung erhielt, dann bestätigt sich aufs Neue, wie wichtig dieses Land für den transnationalen Terrorismus geworden ist. Deswegen muss mit der Regierung des Jemen noch intensiver zusammengearbeitet werden.

Ein andere Konsequenz dieses glücklichen Endes vom ersten Weihnachtstag ist ebenfalls offensichtlich: Strenge, zuweilen unangenehme Kontrollen auf Flughäfen sind eben nicht überflüssig, mögen das auch Leute, denen Persönlichkeitsrechte über alles gehen, anders sehen. Die allermeisten Passagiere werden sich lieber einmal mehr kontrollieren lassen, als mit mulmigem Gefühl über den Atlantik zu fliegen. Und: Ohne einen effektiven und raschen Datenaustausch, national wie international, gibt es im Zeitalter der Mobilität keine Sicherheit.

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