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Gerichtsverfahren In Italien sind 26 CIA-Agenten angeklagt

31.01.2007 ·  In Italien hat in diesem Monat ein Gerichtsverfahren gegen 26 mutmaßliche CIA-Agenten und einige Mitarbeiter des italienischen Geheimdienstes Sismi begonnen.

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In Italien hat in diesem Monat ein Gerichtsverfahren gegen 26 mutmaßliche CIA-Agenten und einige Mitarbeiter des italienischen Geheimdienstes Sismi begonnen. Sie sollen am 17. Februar 2003 den Ägypter Nasr Usama Mustafa Hassan, bekannt als „Abu Omar“, in Mailand entführt und nach Ägypten verschleppt haben. Dort soll er gefoltert worden sein.

Abu Omar galt amerikanischen wie europäischen Ermittlern als Kopf einer äußerst regen Mailänder Islamistenszene. Zu seinen erklärten Zielen zählte die Beseitigung der säkularen ägyptischen Regierung. Italien soll er Vergeltung für die Beteiligung am Irak-Krieg angedroht haben. Abu Omar wurde Anfang 2004 aus dem ägyptischen Gefängnis entlassen. Die Ermittler hörten Telefonate ab, in denen er seine Entführung schilderte und von Folterqualen berichtete. Später wurde er offenbar wieder inhaftiert. Zeitungen wurde später ein Brief zugespielt, in dem Abu Omar die Umstände seiner Verschleppung beschreibt. Angeblich hat er das Schreiben aus dem Gefängnis herausschmuggeln lassen (Siehe auch: Fall Masri: Heiße Spur nach Mallorca).

Europäischer Haftbefehl

Die Ermittler glauben, aufgrund von Mobilfunkdaten den Tathergang recht genau rekonstruiert zu haben. Die Agenten hätten nachlässig etliche Spuren hinterlassen, heißt es - offenbar, weil sie in einem befreundeten Staat aktiv gewesen seien. Die Regierung Berlusconi hat bestritten, in die Entführung eingeweiht gewesen zu sein. Abu Omars Anwälte wollen das Gegenteil beweisen. Angeklagt ist auch der frühere Chef des Geheimdienstes Sismi, Nicolo Pollari. Er hat jede Beteiligung des bis vor kurzem von ihm geleiteten Dienstes abgestritten.

Die angeklagten Amerikaner gelten vor Gericht als flüchtig. Nach italienischem Recht können sie aber auch in Abwesenheit verurteilt werden. Die Staatsanwaltschaft hat zwar einen europäischen Haftbefehl erlassen. Die Regierung in Rom hat das Auslieferungsbegehren aber nicht nach Washington übermittelt. Die Regierung Prodi tut sich mit dem Fall offenbar nicht minder schwer als die Vorgängerregierung unter Berlusconi. In Prodis Kabinett sind mehrere amerikafeindliche Parteien vertreten.

Quelle: anr., F.A.Z., 01.02.2007, Nr. 27 / Seite 3
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