Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, wechselt nach Brüssel auf einen der höchsten Nato-Posten. Der 59 Jahre alte Vier-Sterne-General wurde am Dienstag im Hauptquartier des Verteidigungsbündnisses zum Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses ausgerufen. Das Gremium
ist das höchste militärische Organ der westlichen Allianz.
Die Generalstabschefs der 19 Nato-Mitgliedstaaten einigten sich auf den deutschen General. Nach Angaben aus Nato-Kreisen hatte kurz vor der Wahl der 60 Jahre alten Generalstabschef der belgischen Armee, Vize-Admiral Willy Herteleer, seine Gegenkandidatur zurückgezogen.
Fünfter Deutscher in diesem Amt
Kujat, seit Juni 2000 Generalinspekteur der Bundeswehr, war im September von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) für den Posten vorgeschlagen worden und wird sein neues, auf drei Jahre begrenztes Amt im Sommer nächsten Jahres antreten. Er ist der fünfte Deutsche, der diese Aufgabe übernimmt. Derzeitiger Vorsitzender des Gremiums ist der italienische Admiral Guido Venturoni.
Kujat betrieb seinen Weggang
Der Generalinspekteur der Bundeswehr dürfte froh sein, Berlin und das Verteidigungsministerium hinter sich zu lassen: Der 59-Jährige war dort nach Angaben von Beobachtern zuletzt so frustriert, dass er seinen Wechsel nach Brüssel emsig vorantrieb. Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) verliert mit Kujat den Vater der Bundeswehr-Reform. Zugleich aber löst der Weggang einen lähmenden hausinternen Konflikt.
Nachfolger Kujats als Generalinspekteur soll Generalleutnant Wolfgang Schneiderhan (55) werden, bisheriger Chef des Planungsstabes im Verteidigungsministerium in Berlin.
Empfehlung und Beratung
Der Militärausschuss der Nato besteht aus ranghohen Militärs der 19 Mitgliedstaaten und trifft sich regelmäßig auf der Ebene der Generalstabschefs. Der Ausschuss empfiehlt Strategien zur gemeinsamen Verteidigung des Bündnisses und berät die militärischen Planer der Allianz bei Krisen- und Kriegseinsätzen.