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Geheimbesuch Netanjahus in Moskau?

09.09.2009 ·  Angeblich Gespräche über Waffen für Iran und das Verschwinden der "Arctic Sea"

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hcr. JERUSALEM, 9. September. In Israel dauern die Spekulationen über das ganztägige Verschwinden von Ministerpräsident Netanjahu am Montag an. In Medienberichten gab es am Mittwoch Hinweise darauf, er könnte zu einem geheimen Treffen mit dem russischen Präsidenten Putin nach Moskau geflogen sein. Die Zeitung "Haaretz" meldete, ein ungenannter höherer Beamter in Jerusalem habe das mittlerweile bestätigt. Der Internetdienst der Zeitung "Jediot Ahronot" wollte erfahren haben, dass Netanjahu mit einem Privatflugzeug nach Russland geflogen ist, das die Regierung von der Firma des israelischen Geschäftsmanns Yossi Meiman gemietet hatte, um die Reise geheim zu halten.

Regierungssprecher Mark Regev beharrte jedoch am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung darauf, Netanjahu habe am Montag eine geheime "Sicherheitseinrichtung" in Israel besucht, wie es am Abend des Tages in einer offiziellen Erklärung mitgeteilt worden sei. Von einer Auslandsreise sei ihm nichts bekannt. Laut israelischen Presseberichten könnte sich hinter der Formulierung ein Besuch beim Geheimdienst Mossad verbergen. Ungewöhnlich war jedoch, dass Netanjahu dort den ganzen Tag verbrachte, alle anderen Termine absagte und für Journalisten unerreichbar war. Die Ostjerusalemer Tageszeitung "Al Manar" behauptete zu wissen, Netanjahu sei in ein arabisches Land gereist, zu dem Israel noch keine diplomatischen Beziehungen unterhalte.

Ein Sprecher Putins sagte am Mittwoch nach Agenturberichten, der Ministerpräsident habe am Montag seine vorher vereinbarten Termine eingehalten, zu denen kein Gespräch mit Netanjahu gehört habe. Laut dem von "Haaretz" zitierten israelischen Beamten soll Netanjahu in Moskau über das iranische Atomprogramm und russische Waffenlieferungen nach Iran und Syrien gesprochen haben. Er habe Beweise dafür vorgelegt, dass die meisten russischen Waffen in den Besitz der libanesischen Hizbullah-Miliz gelangen würden. Zudem habe er vor einem Verkauf von Luftabwehrraketen vom Typ S-300 an Teheran gewarnt, die israelische Luftangriffe auf Atomanlagen in Iran erschweren könnten.

Zuvor hatte die britische Zeitung "Sunday Times" berichtet, solche Raketen seien an Bord des Frachtschiffs "Arctic Sea" gewesen, das auf dem Weg von Finnland nach Algerien im Juli fast drei Wochen verschwunden war. Der israelische Geheimdienst Mossad habe die russische Regierung darauf aufmerksam gemacht, dass frühere russische Offiziere mit Verbindungen in die Unterwelt in Kaliningrad das Schiff mit Raketen für Iran hätten beladen lassen. Russische Spezialkräfte sollen dann selbst eingegriffen haben.

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