16.07.2008 · Der Austausch von Gefangenen und Leichen ist eine Folge des Krieges, der im Sommer 2006 Teile des Libanon zerstörte und ein Totenhaus hinterließ. Zu große Hoffnungen sollte man mit dieser Aktion nicht verbinden. Israel und die Hizbullah werden sich nicht wirklich näherkommen.
Von Wolfgang Günter LerchWenigstens kommt es zu einem Akt der Pietät, wenn Israel jetzt die zwei Soldaten beerdigen kann, die es im Austausch gegen fünf libanesische Gefangene von der Hizbullah („Partei Gottes“) zurückerhalten hat.
Bis zuletzt hatten einige gehofft, Eldad Regev und Ehud Goldwasser seien noch am Leben. Berlin war an dieser Vermittlung, die offenbar noch mehr Vereinbarungen vorsieht, maßgeblich beteiligt.
Auch Israel will die sterblichen Überreste von libanesischen und palästinensischen Kämpfern — die Rede ist von bis zu zweihundert — zurückgeben. Acht Tote hat die Hizbullah über das Internationale Komitee vom Roten Kreuz schon in Empfang genommen. Auch sie werden nun ihre Ruhe finden.
Der Austausch ist eine Folge des Libanon-Krieges, der im Sommer 2006 zwischen der Hizbullah und Israel ausgefochten wurde. Er zerstörte Teile des Libanon und hinterließ ein Totenhaus. Zu große Hoffnungen sollte man mit dieser Aktion nicht verbinden. Das Schicksal des israelischen Navigators Ron Arad bleibt ungeklärt. Und Israel und die Hizbullah werden sich nicht wirklich näherkommen.