29.07.2009 · Immer mehr Frauen bleiben in Deutschland ohne Kinder. Zu einer freien Entscheidung gehört freilich auch, dass man wirklich weiß, auf was man in der Gegenwart und für die Zukunft verzichtet, wenn man auf Kinder verzichtet.
Von Reinhard MüllerManche Warnungen waren verfrüht und dramatisch. Aber es bleibt einstweilen dabei: Immer mehr Frauen bleiben in Deutschland ohne Kinder. So waren im vergangenen Jahr 35 Prozent der 34 Jahre alten Frauen kinderlos. Manche werden es nicht bleiben, viele bekommen heute deutlich später Kinder als früher; aber ein Trend ist dennoch zu erkennen.
Nicht neu ist auch die Formel: Je höher der Bildungsstand, desto häufiger ist eine Frau kinderlos. Vor allem Akademikerinnen im Westen Deutschlands bleiben ohne Kinder. Aber was heißt hier Warnung? Es handelt sich um private, freie Entscheidungen, die freilich erhebliche Auswirkungen auf die Gesellschaft – früher hätte man gesagt: auf das Volk – haben.
Der Staat kann bis zu einem gewissen Grade die Bedingungen verbessern; hier besteht zu Recht eine überparteiliche Einigkeit, wenn man etwa auf das Ziel blickt, Familie und Beruf besser unter einen Hut zu bringen. Zu einer freien Entscheidung gehört freilich auch, dass man wirklich weiß, auf was man in der Gegenwart und für die Zukunft verzichtet, wenn man auf Kinder verzichtet.
zeitverträge sind ursache
Michael Hoffmann (captainmic)
- 29.07.2009, 23:59 Uhr
Re: Zeitverträge
Stefan Neudorfer (sttn)
- 30.07.2009, 12:27 Uhr
Reinhard Müller Jahrgang 1968, Redakteur in der Politik, zuständig für „Staat und Recht“.
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