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Gazastreifen Luftangriffe nach Terrorattacke auf israelische Patrouille

27.01.2009 ·  Nach einem neuerlichen Terrorangriff, bei dem ein israelischer Soldat ums Leben kam, hat die israelische Regierung abermals Luftangriffe im südlichen Gazastreifen geflogen. Deutsche Fachleute trafen in Ägypten ein, wo sie den Bau von Schmuggeltunnels verhindern sollen.

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Nach einem neuerlichen Terrorangriff aus dem Gazastreifen hat die israelische Regierung am Dienstag Luftangriffe im südlichen Gazastreifen geflogen. Nach palästinensischen Angaben wurde in Khan Junis ein Motorradfahrer angegriffen; nach den Angaben wurde der Mann nur verletzt. Die Armee bestätigte die Angriffe zunächst nicht. Es waren die ersten israelischen Luftangriffe seit Ausrufung der Waffenruhe vor sechs Tagen.

Ein israelischer Soldat war am Morgen getötet und drei weitere verletzt worden, als beim Grenzübergang Kissufim eine Bombe explodierte. „Wir werden darauf antworten“, hatte Verteidigungsminister Barak daraufhin mitgeteilt. Außenministerin Livni sagte, Israel habe keinen Grund, zurückhaltend zu sein. Israelische Soldaten rückten über die Grenze vor und verwickelten Palästinenser in ein Feuergefecht.

„Recht auf Widerstand“

Ein Sprecher des Islamischen Dschihad hieß den Anschlag bei Kissufim gut. Seine Organisation habe aber nichts damit zu tun. Die Operation entspreche „dem natürlichen Recht auf Widerstand“. Israel habe mehrmals selbst die Waffenpause verletzt, wurde der Sprecher im israelischen Radio zitiert. Auch die Hamas bezichtigte sich nicht des Anschlags.

Es war zunächst unklar, ob die Bombe erst kürzlich plaziert worden war oder schon länger am Ort der Detonation lag. Nicht lange nach der Explosion sei in mehreren Kilometern Entfernung vom Anschlagsort im Grenzgebiet ein 27 Jahre alter arabischer Bauer von Soldaten erschossen worden, teilte ein Sprecher im Gesundheitsministerium in Gaza mit. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Die Armee gab keine Stellungnahme ab. In Gaza räumte die Hamas nach Augenzeugenberichten aus Furcht vor einem Gegenschlag alle noch intakten Büros.

Derweil wurde offenbar zum zweiten Mal ein iranisches Schiff daran gehindert, in den Suezkanal einzufahren. An Bord sollen Waffen sein, hieß es in Jerusalem. Kairo verhindere die Weiterfahrt. Vergangene Woche hatte die amerikanische Marine am Horn von Afrika einen unter der Flagge Zyperns fahrenden Frachter aus Iran an der Passage gehindert. An Bord waren Waffen, Raketen und Sprengstoff gefunden worden.

Der Chef der Hamas-Regierung, Hanija, kritisierte in Gaza Paris wegen der Entsendung der Fregatte „Germinal“, die Schmuggler auf See aufspüren soll. „Wir erwarteten von Frankreich, dass es Hospitalschiffe entsendet, um die Verbrennungen von Kindern zu heilen, und nicht Schiffe, die die Blockade verstärken“, sagte Hanija.

Deutsche Experten sollen helfen, Waffenschmuggel zu unterbinden

Sechs von der Bundesregierung entsandte Deutsche sind am Dienstagmorgen in Kairo eingetroffen, um Ägypten bei der Sicherung seiner Grenze zum Gazastreifen zu helfen. Außenminister Steinmeier sagte in Berlin: „Wir arbeiten weiter mit Hochdruck daran, um die seit nunmehr einer Woche andauernde Waffenruhe zu stabilisieren.“ Die Verhinderung von Waffenschmuggel sei „eine der Schlüsselfragen für einen dauerhaften Waffenstillstand und die Öffnung der Grenzen“. Die sechs Entsandten sind Spezialisten für die Ortung von Bodenerschütterungen und kennen sich im „Grenzmanagement“ aus, wie es im Auswärtigen Amt heißt. Ihre Aufgabe ist es, vorzubeugen, dass nicht wieder Tunnelsysteme entstehen, durch die Waffen in das mit Sanktionen belegte Palästinensergebiet geschmuggelt werden.

Die Türkei forderte die Hamas zu einer klaren Positionsbestimmung auf: „Die Hamas muss sich entscheiden. Wollen sie eine bewaffnete Organisation oder eine politische Bewegung sein? Unser Vorschlag ist es, Teil einer politischen Konstruktion zu sein“, sagte Babacan der türkischen Tageszeitung „Milliyet“. Sein Land unterstütze Palästinenserpräsident Abbas.

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