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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Gauck in Polen Die Macht des Besuchs

 ·  Die erste Visite als Bundespräsident führte Joachim Gauck nach Polen. Die Sorge mancher Partner, vor allem die Frankreichs, das vereinte Deutschland werde seine westliche Verankerung weiter lockern, mag übertrieben sein, aber sie kann politisch relevant werden.

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In der Innenpolitik verfügt der Bundespräsident nach der geheiligten Formel nur über die „Macht des Wortes“. Außenpolitisch kommt dazu die „Macht des Besuchs“, also eine Symbolik, die nicht nur die Sympathien des obersten Repräsentanten anzeigen soll, sondern auch sein Land, auf eher indirekte Weise, verpflichtet.

Präsident Gauck hat seine erste Visite nach Polen geführt, und das ist auf doppelte Weise verständlich: es beruht auf der geographischen Nähe des früheren Rostocker Pastors und auf der geistigen Verbundenheit aus gemeinsamer Wertschätzung der Freiheit.

Man sollte solche Signale nicht überschätzen, ihre Bedeutung (und Interpretierbarkeit) aber auch nicht vernachlässigen. Von außen, vor allem vom westlichen Ausland her gesehen, stehen an der Spitze des deutschen Staates nun zwei Ostdeutsche, beide mit einem ausgeprägt protestantischen Hintergrund.

Die Neigung mancher Partner, vor allem die Frankreichs, dahinter eine Lockerung der westlichen Verankerung des vereinten Deutschland zu vermuten, mag übertrieben sein. Aber sie existiert und kann politisch relevant werden.

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Jahrgang 1948, Herausgeber.

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