05.05.2012 · Es ist die bisher wichtigste Auslandsreise des Bundespräsidenten. Joachim Gauck spricht in den Niederlanden zum Jahrestag der Befreiung von der Naziherrschaft.
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Nein, nicht alle Deutschen waren Täter, insbesondere nicht Kinder
und manipulierte Jugendliche, aber die Mehrheit der Deutschen waren
zumindest Mitläufer/Mittäter, die bei einem Sieg der Nazis
sicherlich nicht getrauert hätten. Dann von Befreiung zu sprechen,
ist eine Lüge, die nach dem Krieg vielleicht verständlich war,
heute aber nur noch einen schalen Beigeschmack hinterläßt.
Deutschland wurde nicht befreit, es wurde besiegt. Deutschland wurde
auch nicht von den Nazis befreit, wie sich nach dem Krieg oft genug
zeigte. Bis heute wurde das Unrecht der Arisierung nicht umfassend
beseitigt. Und selbst unser Bundespräsident versteckt sich hinter
einer Rechtsordnung, die die Auslieferung eines Nazis bis heute
verhindert hat. Deutschland wurde befreit?
Heute hätte Deutschland noch immer die Möglichkeit, sich zu
befreien. Doch sie wird nicht genutzt. Weder das Unrecht der Arisierung
wird endgültig beseitigt, es bleibt eine Erbsünde, noch wird
das erneute Aufkommen der Nazis bekämpft.
Ein Gedenktag zum Ende des 2 Weltkrieges ist angemessen,
doch ein Feiertag angesichts von Millionen Toten, Verstümmelten
und Traumatisierten
sicherlich nicht.
Man muss der Fackel des Wahnsinns gedenken, die 60 Staaten der Erde
auf drei Kontinenten in Mordrausch versetzte.
Nicht zu vergessen die Motive - Versailler Verträge für D,
Kolonialherrschaft für Japan. "Asien den Asiaten" war
Japans Losung für Pearl Harbor, und Italien trug den Krieg zu
seinen Kolonien nach Nordafrika.
D.s Angriff auf Polen hätte m.E. begrenzter und effektiver
bekämpft werden können (Verhindg.von
KZ)doch die sofortige Kriegserklärg GBs und Fs trug die Fackel
in die eigenen Länder und ganz Europa. Die neutralen NL wären
vermutlich nie besetzt worden, da Hitler vom Lebensraum Ost
hypnotisiert war.
Warum erklärten die Westmächte nicht auch der UdSSR den
Krieg, die in Absprache mit Hitler die 4. Teilung Polens vollzogen und
zuvor Finnland eroberten? "Germany first" und endgültig,
war Churchills Devise, und dabei ging es ihm sicherlich nicht um Racism
...
Hätte Gauck ähnliche Worte in der Ukraine finden können..
..die Zerstörungen und Opfer dieser Region dürften riesig gewesen sein. Und wenn es einigen hier den geistigen Zugang erleichtert, die meisten getöteten Juden hatten russische Päße.
Tag der Befreiung / systemische Abgrenzung
Ich erlebe den 08. Mai selbstverständlich als ein Tag der Befreiung, welcher nur leider nicht aufgrund eines Volksaufstandes oder eines gelungenen Attentats und einer anschließenden Revlte, sondern durch die - verdiente - militärische Niederlage erfolgt ist. Dabei ist es schon schrecklich, dass bis zu dem Ende keinen nennenswerten inneren Widerstand gab, der den Krieg, das Morden in den Lagern und die Unterdrückung der eigenen Bevölkerung beendet hat. Da aber beispielsweise die Niederländer ihre Befreiung - leider - nicht einem deutschen Volksaufstand zu verdanken haben, fällt es mir aus systemischen Gründen schwer mit ihnen die Befreiung zu feiern, auch wenn ich mich mit ihnen selbstverständlich sehr darüber freuen kann. Deutschland stand bis zu der Befreiung systemisch im Land der Täter und aus diesem Grunde sollte Deutschland bei allen Feiern mit den Niederlanden immer auch ein Stück weit bedauern, nicht aktiv daran mitgewirkt zu haben.
Tag der Befreiung - für die Sieger ein Freudentag, für uns Deutsche- der Anfang vom Ende.
Herr J. Gauck schade, dass Ihnen, immer so etwas nicht über den
Lippen kommt.
Aber wenn die Linie vorgegeben ist, dann ist es schwer auch Kurven zu meistern!
Es tut mir als Deutscher, schon ein bisschen in der Seele weh, wie hier
wieder Geschichtsverklauserung betrieben wird, ohne dass Leid und die
Zeit der Entbehrung des Deutschen Volkes in Betracht zu ziehen, und
damit meine ich nicht nur die Zeit nach 1945.
Aber bestimmt, haben Sie sich auch immer gerne mit den Feierlichkeiten
zum 08.Mai in der DDR, befasst und mit gefeiert.
Und das gilt auch für die deutschen Juden?
...
1945
Das Jahr, was uns Deutsche von heute prägte und das Jahr, was die
Deutschen von damals in Schutt und Asche versinken ließ.
1945 das Anfang vom Ende?
Ich hätte nicht geglaubt, das lesen zu müssen. Also nicht 1939, nicht 1933?
...beschleicht mich wenn ich hier einen nicht unerheblichen Teil der Kommentare lese. Insbesondere jemanden der Represion und Unfreiheit am eigenen Leib erfahren musste als Heulsuse zu verunglimpfen ist der Gipfel der Schäbigkeit
Der Krieg, indessen Folge wir befreit wurden, war schon in den Pariser
Vorortverträgen angelegt. John Maynard Keynes warnte 1919 in
"The Economic Consequences of the Peace” vor dem kommenden
Krieg. Der amerikanische Ökonom Thorstein Veblen wurde in seiner
Rezension zu Keynes Buch deutlicher: Das Ziel des Versailler Vertrages
war „to reinstate the reactionary régime in Germany and
erect it into a bulwark against Bolshevism.”
Mit Krediten aus dem Dawes- und Young-Plan entstanden in Deutschland
Industriegiganten, wie die IG Farben oder die Vereinigten Stahlwerke,
teilweise mit amerikanischen Direktoren. Sie finanzierten ihrerseits die
NSDAP und ermöglichten die Aufrüstung. Auch der künftige
Kriegsgegner kam nicht zu kurz. Von 1929-1932 errichtete z. B. die
amerikanische Fa. Albert Kahn in der Sowjetunion über 500
Industrieobjekte, vorwiegend zur Produktion schwerer Traktoren, d.h.
Panzer. Ziel und Ergebnis des folgenden Krieges war die
anglo-amerikanische Hegemonie über die halbe Welt.
Tag der Befrei ung von den Faschisten - unsere Verantwortung
Nach Lektüre der Kommentare hier könnte man meinen, Freiheit
und Demokratie wären eine reine Selbstverständlichkeit und
nicht durch tausendfache Opfer der Alliierten teuer erkauft worden.
Freiheit und Demokratie sind aus Sicht der konservativen Schreiber eine
urdeutsche Erfindung, ansonsten schützt die Gnade der späten
Geburt vor einer adäquaten Auseinandersetzung und der Verantwortung
für die Zukunft.
Etwa so, wie man hier die Etablierung einer faschistischen Regierung in
Griechenland toleriert, so lange nur die Schulden bedient werden und
Asylanten und Flüchtlinge, mit barbarischen Mitteln, abgewiesen
werden. Genug Verachtung und Respektlosigkeiten gibt es hier
allenthalben zu lesen. (siehe Kommentare im Artikel "Unheilvolle
Morgendämmerung")
Der Schoss ist noch fruchtbar - das ist unsere Verantwortung.
Während ab 1917 in der Sowjetunion eine Diktatur aufgebaut wurde, bemühte sich die Weimarer Republik unter irrwitzigen Reparationslasten, die erste Deutsche Demokratie zu werden. Die Reparationen und die Wirtschaftkrise führten zur Radikalisierung der Gesellschaft auf beiden Seiten, die die Nationalsozialisten schließlich per Wahl mit 44 % vollendeten. In dieser Zeit hatte die Sojetunion bereits die Komintern zur Unterwanderung westlicher Staaten wie Spanien organisiert und diverse Sträuße mit den baltischen Staaten und Polen ausgefochten. Was nach 1933 kam, steht auf einem anderen Blatt.
Aus einer militärischen und moralischen Niederlage wurde in Westdeutschland nach Abschaffung des Besatzungsstatuts in den 3 Zonen allmählich eine Befreiung der Deutschen. Im Osten kann ich (auch wenn dies einige Medien und linke Historiker gern anders suggerieren) keine Befreiung der Deutschen durch die Sowiet-Armee erkennen - im Gegenteil ein unmoralisches Unrechtssystem wurde durch ein anderes ersetzt. Insofern wird man hier wohl differenzieren müssen. Ich denke, dass dies der Bundespräsident genauso sieht.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.05.2012 12:30 UhrSichtweisen
In welchem Deutschland leben Sie?
Die kollabierende kommunistische Diktatur UdSSR hat 1990, im Angesicht
ihres eigenen Untergangs, Deutschland die Freiheit gewährt mit
totalem Abzug seiner Besatzungstruppen. Die West-Allierten bestehen nach
wie vor auf Besatzung (vgl. Truppenpräsenz der USA, GB) und
Stationierung von Nuklearwaffen in der BRD, was uns zu einem bevorzugten
Ziel für Russland macht im Falle eines Nuklearkonflikts mit der Nato.
Friedensvertrag mit Deutschland - für den Westen ein no-go.
Freiheit für Deutschland - für den Westen keine "reale Option".
Deutschland existiert nicht als souveräner Staat (Vgl.
Schäuble Zitate).
Wenn Pastor Gauck also über Deutschlands Freiheit schwadroniert
spricht er von der Freiheit eines Kanarienvogels im Käfig. Dieser
darf lediglich entscheiden ob er frisst oder stirbt.
Wie gut es ist, dass die marsjanischen Nationalsozialisten zurückgeschlagen wurden.
Wie gut es ist, dass die marsjanischen Nationalsozialisten
zurückgeschlagen wurden.
dass es sich viele Kommentatoren nicht vorstellen können, dass der
8. Mai auch für die Deutschen ein Tag der Befreiung war.
Natürlich konnte es kein Tag ungeteilter Freude sein, denn die
Niederlage wurde bestimmt auch von denen schmerzlich erlebt, die die
Nationalsozialisten als einzig Kriegsschuldige begriffen haben und
über die Verbrechen entsetzt waren.
Trotzdem: Auch viele Deutsche werden erleichtert gewesen sein, bedeutete
das Kriegsende zwar zunächst eine ungewisse Zukunft, zugleich aber
auch das Ende des Krieges, das Ende der Bombenangriffe und die Hoffnung
auf die Heimkehr der Ehemänner, Väter und Söhne. Und wir
dürfen auch nicht vergessen, dass auch viele Deutsche die Zeit des
Nationalsozialismus als eine Zeit der Unterdrückung erlebt haben.
Deutschland wurde besiegt und nicht befreit.
Hitler und sein Schergen haben sich nicht an die Macht geputscht sondern wurden frei gewählt. Nach der Wahl haben sie geschickt ihre Macht ausgebaut und zementiert. In den Niederlanden, Frankreich, Polen, der Ukraine usw. hatten die Nazis willige Helfer. Ohne diese wäre die systematische Verfolgung nicht möglich gewesen. Wie wird mit dieser Tatsache umgegangen? Werden diese Kollaborateure auch Deutschland in die Schuhe geschoben? Haben sich die Niederlande für ihre Kollaborateure schon entschuldigt? Oder Frankreich? Oder Polen? Warum haben die so genanten Alliierten die KZs nicht bombardiert, obwohl ihnen klar war, was dort passiert ist? Wo ist hierfür die Entschuldigung geblieben? Der Krieg mit all seinen Verlusten ist seit 67 Jahren zu Ende! Heute, im Jahre 2012, gibt es für keinen deutschen Politiker einen Grund sich für diesen Krieg zu entschuldigen. Er und seine Gründe sind in den Geschichtsbüchern als Mahnung verewigt. Politker lernt aus der Geschichte bevor sie sich wiederholt!
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.05.2012 00:59 UhrErläutern Sie bitte, wo ich die Geschichte auf den Kopf gestellt habe.
Ich habe Behauptungen aufgestellt, die mit geschichtlichen Fakten übereinstimmen. Wenn sie diesen Behauptungen nicht zustimmen können oder möchten, dann bitte in einer sachlichen Art und Weise und mit Begründungen.
an merlinger
Stelle bitte die Geschichte nicht auf den Kopf und erbarme dich unser,
schreibe lieber nichts mehr in der FAZ.
Als nicht Betroffener hat man leicht reden und es ist wohl bequemer sich als befreit zu fühlen als besiegt. Ich kann ja verstehen, dass man gerne mitfeiern möchte. Man sollte aber nicht vergessen, dass für viele am Tag der Kapitulation ein neuer Horror begann. Angesichts dessen ist es pietätslos und unchristlich von Befreiung zu reden, jedenfalls in dieser Weise.
Alle, die nicht fühlen können, dass 1945 eine Befreiung für Deutschland war, möchte ich fragen: wollt Ihr, dass Deutschland immer kleiner wird? Meistens wurde unser Land, wenn wir Krieg gespielt haben, von unseren Besiegern ein Stück kleiner gemacht. Das wollt Ihr doch nicht, oder?
Natürlich ist es ein historisches Ereignis, wenn 67 Jahre nach dem
2. WK ein deutscher Bundespräsident von den Niederlanden eingeladen
und eine öffentliche Rede zum Befreiungstag reden darf.
Wieweit die Niederländer sich mit den Inhalten auseinandersetzen,
wird deren Sache sein.
Jedenfalls reicht es mir schon, wenn ich sein übliches
"Freiheit in Verantwortung" höre und er immer noch denkt,
er hätte die Definitionsmacht über den Freiheitsbegriff
gepachtet und vor egoistischen Interpretationen warnen zu müssen.
Dass er seine Rede dann auch noch auf die
"Freiheitskämpfe" in Nordafrika u.d. nahen Osten
ausweitet, zeigt, wie schlecht er informiert ist. Da hätte er
besser schweigen sollen, denn einige sog. Freiheitskämpfe wurden
aus dem Westen initiiert um geostrategisch und politisch Boden zu gewinnen.
Ein Redenschwinger und Phrasendrescher, Gaucks Handwerk und er spricht
nicht für mich.
Die Befreiung vom Nazismus ist mit Sicherheit ein Grund zum Feiern
Das niederländische Trauma, mit dem NS-Regimer weitaus mehr als zum Selbstschutz nötig gewesen zusammengearbeitet zu haben, hat Gauck anscheinend nicht thematisiert. Das ist schade, insbesondere in Anbetracht des in den Niederlanden weitverbreiteten antideutschen Ressentiment - das wie ich meine ein Verdrängungsverhalten angesichts der Kollaboration ist.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.05.2012 12:04 UhrDie Anderen...?!
Ja, besonders im Westen des Landes gab es ein weitverbreiteten
antideutschen Ressentiment. Aber das hat sich der letzten zehn Jahre
geändert. Eben im Westen war der „Hungerwinter 44/45“
mit zehntausenden Opfer. Ja, zu viele Niederländer waren zu
Passiv. Aber das ist noch keine Kollaboration. Eine Verleumdung.
Ist da noch Platz für Deutsche Selbstreflexion nach Ihre Meinung?
Oder sind es wieder die Anderen… So vielleicht ist das genannte
Verdrängungsverhalten, was Sie nannten, die Ihre.
Oder glauben Sie auch das die, durch das Auswertiges Amt in May 1940
konstruierten , dem deutschen Publikum zu Schau gestellte, Akten doch
nicht falsch waren? (Aus die Akten konnte man lesen dass die Britten am
Punkt waren die Niederlanden zu besetzen. Um Hitler ein Rechtfertigung
zu geben in die Niederlande ein zu fallen. So ein weniger bekannter
„Gleiwitch“ Kasus. Es waren die Anderen….).
Kein weitverbreitetes antideutsches Ressentiment
Als Holländer glaube ich nicht dass es in den Niederlanden noch ein weitverbreitetes antideutsches Ressentiment gebe. Ich habe jedenfalls nichts gegen Deutschland, ganz im Gegenteil sogar!
geboren aufgewachsen in Holland mit deutschen, österreichischen und
niederländischen Vorfahren war es für mich als Kind immer ein
bisschen schwierig an dem Jahrestag der Befreiung. Jetzt ist es endlich
so weit dass dieser Tag der ja im Grunde durchaus nicht als anti
deutscher Tag gemeint ist auch zusammen mit dem deutschen
Präsidenten gefeiert wird.
Für mich persönlich ist das eine Befreiung! Freiheit zusammen
feiern ohne Vorwürfe und Ressentiments.
ein schöner Satz von Ihnen Hr. Broekhuis
Freiheit... zusammen feiern ohne Vorwürfe und Ressentiments! - und
noch immer ist es doch für manchen so schwer.
Ich vermute, für einen ganz grossen Teil der Deutschen war
sicherlich der Tag auch eine Befreiung. Meine Verwandtschaft empfand es
so, endlich Frieden und haben sich an den
Wiederaufbau gemacht.
Gerade die jetzige Zeit ist geprägt von Vorwürfen und
nationalen Tönen, wann hört das endlich mal auf, Vorwürfe
und Vorurteile nicht immer weiter in Generationen zu tragen ?
Ich hatte mal die Hoffnung, damit ist es vorbei, doch es flammt leider
wieder auf.
Die Vergangenheit immer wieder mit Ressentiments aufwärmen, ich
bins leid!!! - möchte mit Holländern, Griechen, Italienern
usw. (ganz einfach) friedlich zusammen leben.
Nichts hören von Hitler oder antideutsches i. Ausland, da ich einen
deutschen Pass habe, was
mir bis dato auch seltenst passiert ist.
Sondern sich als Menschen - egal welcher Nationalität - im Heute
sehen, das kann nur bereichern, Schaden nie.
Es ist unerträglich, in welcher Weise Herr Gauck in einigen Kommentaren verunglimpft wird.
Unser Bundespräsident findet die richtigen persönlichen Worte, er verzichtet auf leere Floskeln. Gleichzeitig nehmen wir es ihm ab, dass seine Reden ihm etwas bedeuten. Er liest nicht einfach die Texte, die ein anderer ihm geschrieben hat. Dass er dabei gelegentlich sichtbar bewegt erscheint, kann m.E. nur diejenigen stören, die sich eigentlich Funktionäre und Bürokraten an der Spitze des Staates wünschen.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 06.05.2012 12:57 UhrEs ist genau die ständige (bewusste?) Fehlinterpretation seiner Worte,
die Herr Köhler nicht mehr hat ertragen können.
Jeder, der sich mit Herrn Köhlers Lebenslauf beschäftigt,
jeder der die Positionen kennt, die er auch beim IWF vertreten hat,
weiß, dass er der letzte ist, der einem Wirtschaftsimperialismus
das Wort redet.
Herr Köhler hat von Einsatzmöglichkeiten der Bundeswehr beim
Schutz der Handeslwege gesprochen (z. B. im Kampf gegen die Piraten am
Horn von Afrika).
keine guten Nerven
Woher wollen Sie wissen, dass er seine Texte immer selber schreibt ?
Alles was Gauck bisher sagte, waren leere Floskeln. Das ist sein Job,
leere Floskeln zu floskeln.
Erinnern Sie sich, was BP Köhler erlebte, als er,
übermüdet aus Afgh. kommend, im Flugzeug der BW einmal nicht
floskelte und ehrlich sagte, dass wir uns daran gewöhnen
müssten, Kriege für Ressourcen führen zu müssen.
Auch Männer dürfen weinen. Keine Frage. Ich stimme jedoch
allen zu, die ihn als Heulsuse bezeichnen. Wenn er bei jeder Rede, bei
der es feierlich wird, gleich zu weinen anfängt kann doch die Frage
gestellt werden, ob er der richtige Mann für dieses Amt ist. Das
hat mit Funktionären oder Bürokraten nichts zu tun sonder
einfach nur mit guten Nerven.
Bei allen derartigen Gelegenheiten sprechen unsere Repräsentanten davon, daß "die Nazis" in Holland (ersatzweise ein Dutzend weitere Länder) eingefallen seien, daß "Nazis" von Guernica bis Coventry friedliche Städte bombardiert hätten, daß "Nazis" in den eroberten Gebieten Gräuel verübt hätten und zum Schluß bis zum letzten Mann gegen die Alliierten das Reich verteidigt hätten. In meinen Augen waren es Deutsche, Soldaten, Zivilverwaltung, Polizei usw. denen man diese Taten ankreiden muß. Die Argumentationsfigur mit den bösen Nazis soll uns heimlich auf die Seite der Guten der Geschichte schaffen, die selber Opfer gewesen wären. Haben die Amerikaner lauter "Demokraten" über den Atlantik gesandt, die Sowjetunion nur überzeugte Kommunisten?
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.05.2012 17:16 Uhrdie Argumentation mit den Nazis ist mir zu holzschnittartig
Sehr geehrte Frau Holtmann,
wenn ein deutscher Präsident in den Niederlanden vom Joch der
Naziherrschaft spricht, dann kann ich nicht daran vorbeisehen, daß
z. B. mein Vater Mitglied der NSDAP war, daß mehrere Onkel bei der
SA waren, ohne daß diese blutrünstig in die Niederlande
eingefallen wären. Ich kann auch nicht übersehen, daß
die Waffen-SS viele Holländer und Belgier in ihren Reihen hatte
(Leon Degrelle). Viele waren eben Nazis und Deutsche, viele von ihnen
waren fehlgeleitet aber persönlich anständig, und viele andere
waren leider bereit, furchtbare Verbrechen zu verüben. Die Grenzen
dürften wohl fließend gewesen sein zwischen den
"Guten" und den "Bösen".
Herr Gauck wäre m. E. besser nicht in die NL gefahren, und noch
besser wäre es m. E., wenn wir das Amt des BP abschafften und den
jeweiligen Präsidenten des Bundesrates das Unterschreiben der
Gesetze erledigen ließen. Bei diesen Staatsbesuchen kommt nur
dummes Zeug raus.
In jedem Fall: Vielen Dank für Ihre Antwort.
Sehr geehrter Herr Albrecht,
Wie - meinen Sie - hätte Herr Gauck sich denn verhalten, was
hätte er sagen sollen?
Es ist natürlich klar, dass jeder Mensch aufgrund seiner Taten,
seines Denkens und seiner Persönlichkeit individuell beurteilt
werden muss. Aus diesem Grund kann natürlich nicht kollektiv von
den "bösen Deutschen" und den "demokratischen
Amerikanern" gesprochen werden.
Darum geht es aber nicht: Natürlich lebt jede Nation mit ihrer
Geschichte und hat die Verantwortung für diese Geschichte zu tragen
(ohne dass von einer Kollektivschuld die Rede sein darf). Dieser
Verantwortung hat sich der Bundespräsident ´zu stellen.
Wir profitieren als Nation ja auch kollektiv von den
"Errungenschaften" unserer Geschichte. Unser Wohlstand ergibt
sich als Folge der großen Leistungen deutscher Wissenschaftler und
Ingenieure, aus der Tatkraft seiner Unternehmer (z. B. Siemens, Benz,
Daimler ...).