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Fußball-Europameisterschaft EU-Kommission boykottiert die Spiele in der Ukraine

 ·  Sämtliche 27 Mitglieder der EU-Kommission werden aus Protest gegen die Behandlung von Oppositionsführerin Timoschenko den Spielen der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine fernbleiben. Mitgastgeber Polen ist von diesem Boykott nicht betroffen.

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© dpa Maskottchen der EM: Slavek und Slavko (v.l.)

Die EU-Kommission hat beschlossen, aus Protest gegen die Behandlung der inhaftierten früheren Ministerpräsidentin Julija Timoschenko allen Spielen der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine fernzubleiben. Die Kommissare sowie auch Ratspräsident Herman Van Rompuy schlossen sich dem Vorgehen von Kommissionspräsident José Manuel Barroso an, der zuvor bereits mitgeteilt hatte, er werde zu keinem Spiel in dem Land reisen. In Brüssel wollte man das nicht als Boykott des gesamten Turniers verstanden wissen und wies darauf hin, dass die Spiele der Europameisterschaft in Polen nicht betroffen seien. Man wolle die Beziehungen zur Ukraine weiter pflegen.

Der Fall Timoschenko hat schon den Abschluss eines Assoziierungs- und Freihandelsabkommens der EU mit dem Land verzögert. Die EU verweigert die Ratifikation, obwohl das Abkommen fertig ausgehandelt ist.

Beim EM-Mitgastgeber Polen gibt es unterdessen gegensätzliche Auffassungen. Während sowohl der polnische Ministerpräsident Donald Tusk als auch Staatspräsident Bronislaw Komorowski Boykottforderungen zurückwiesen, sprach sich der polnische Oppositionsführer Jaroslaw Kaczynski für einen Boykott gegen die Ukraine aus. „Im Vergleich zu der Situation in der Ukraine sind die Forderungen nach einem Boykott unangemessen“, sagte Komorowski. Zudem mahnte Komorowski, ein Boykott könne die Annäherung der Ukraine an den Westen gefährden.

Tusk äußerte, auch Polen sei wegen der Behandlung von Frau Timoschenko irritiert und fordere die Regierung in der Ukraine auf, die Menschenrechte zu achten. Aber er glaube auch, dass Frau Timoschenko selbst wolle, dass die Vorbereitungen auf die Europameisterschaft nicht umsonst gewesen sein sollen.

Frau Timoschenko setzte derweil ihren Hungerstreik in der zweiten Woche fort. Der gewählte russische Präsident Wladimir Putin schlug ihre Behandlung in Russland vor. „Aus humanitären Gründen“ übernehme Moskau „gerne“ die Oppositionsführerin, falls sie selbst dies wünsche und die Führung in Kiew zustimme, sagte Putin. Er kritisierte westliche Politiker für ihren Boykott. „Ich halte an dem olympischen Prinzip fest, dass Sport keine Politik ist.“

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Von Philip Eppelsheim

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