Home
http://www.faz.net/-gpf-778pi
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Für mehr Wohnungsbau Ramsauer will Eigenheimzulage wieder einführen

In vielen Großstadtvierteln schnellen Mieten und Immobilienpreise empor. Um den Wohnungsbau zu beleben, will Bauminister Ramsauer auch ein Comeback alter Fördermaßnahmen - für die Zeit nach der Wahl.

© dapd Vergrößern Peter Ramsauer (CSU)

Angesichts steigender Mieten in vielen deutschen Großstädten plant Bundesbauminister Peter Ramsauer (CSU) ein Comeback ausrangierter Förderinstrumente, um den Wohnungsbau anzukurbeln. Für Familien mit Kindern solle die im Jahr 2006 abgeschaffte Eigenheimzulage „in kleiner kalibrierter Form“ zurückkommen, sagte Ramsauer in Berlin. Zudem sollten für den Mietwohnungsbau wieder steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten gewährt werden. Beide Instrumente könnten aber erst nach der Bundestagswahl im Herbst angegangen werden. Noch bis zur Wahl will Ramsauer Verbesserungen beim Wohngeld durchsetzen.

Der nach Jahren der Stagnation wieder anziehende Wohnungsmarkt müsse weiter gestärkt werden, sagte der Minister. „Diesen Aufschwung wollen wir verstetigen.“ Ziel seien jährlich 250.000 neue Wohnungen. Im vergangenen Jahr war die Zahl der fertiggestellten Wohnungen bundesweit auf 200.000 gestiegen. In vielen Ballungsräumen legen Mieten, Kaufpreise und Nebenkosten aber teils drastisch zu.

„Nach der Wahl verhandeln“

Mit Blick auf die Eigenheimzulage und die degressive Abschreibung für Anlagen im Mietwohnungsneubau („degressive Afa“) sagte Ramsauer, diese Fragen seien „nach der Wahl zu verhandeln“. Dabei könne die Zulage wegen knapper Kassen jedoch nicht in der einstigen Höhe von bis zu zehn Milliarden Euro pro Jahr aufleben. Denkbar sei, Zuschüsse gezielt Familien zu gewähren. Angaben zur konkreten Höhe und den Kosten wurden zunächst nicht gemacht.

Mehr zum Thema

Als Unterstützung für Geringverdiener sollen die Höchstgrenzen beim Wohngeld angehoben werden, wie der Minister sagte. Dies sei in den anstehenden Verhandlungen für den Haushalt 2014 zu besprechen. Grund ist, dass die Leistung sich nicht automatisch der Mieten- Entwicklung anpasst. Ebenfalls vor allem für Familien soll die Förderbank KfW zudem zusätzliche zinsgünstige Neubau-Kredite ins Programm nehmen. Den Ländern will Ramsauer über das Jahr 2014 hinaus jährlich 518 Millionen Euro Bundesmittel für sozialen Wohnungsbau anbieten. Über die Vorschläge will er im März mit den Länder-Kollegen beraten.

Wohnungsunternehmer begrüßen Vorschlag

Die Linke-Wohnungspolitikerin Heidrun Bluhm kritisierte, Ramsauer setze auf Förderung für Besserverdiener. „So wird sich die Verdrängung sozial schwacher Mieter fortsetzen und die Lücke im sozialen Wohnungsbau größer.“ Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen begrüßte die Pläne, die zur Entspannung in Ballungsgebieten beitragen könnten.

Für den dringlichen Bau neuer Mietwohnungen dürfte eine neue Eigenheimzulage aber kaum Effekte haben. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will Maßnahmen gegen steigende Mieten zu einem Schwerpunkt-Wahlkampfthema machen.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Zimmervermittlungsportal Airbnb will komplette Reisen anbieten

Die Online-Plattform mischt das Reisegeschäft auf. Doch als Konkurrent zu Hotels sieht sie sich nicht. Wohin will der Europa-Chef das Geschäft von Airbnb in Deutschland lenken? Mehr

21.08.2014, 23:35 Uhr | Wirtschaft
Betonburg statt Szeneviertel Die Großsiedlungen sind zurück

Weil Innenstadtwohnungen knapp werden, drängen wieder mehr Mieter in die lange ungeliebten Blocks am Rand vieler Großstädte. Schon gibt es Warnungen, alte Fehler nicht zu wiederholen. Mehr

22.08.2014, 12:19 Uhr | Finanzen
Kommentar Nicht nachlassen

Der Wohnungsmarkt in Frankfurt ist angespannt und wird es bleiben. Die Stadt darf jetzt nicht aufhören, neues Bauland auszuweisen. Investitionswille ist da. Mehr

22.08.2014, 17:20 Uhr | Rhein-Main
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 26.02.2013, 14:52 Uhr

Ukrainische Dynamik

Von Nikolas Busse

Der Konflikt, den Russland so kaltschnäuzig wie unüberlegt in Gang gesetzt hat, entfaltet inzwischen eine eigene Dynamik: Von einer „strategischen Partnerschaft“ mit der Europäischen Union kann längst nicht mehr die Rede sein. Mehr 9

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden