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Früherer Präsident Liberias : Tribunal spricht Charles Taylor schuldig

  • Aktualisiert am

Charles Taylor, während der Schuldspruch verlesen wird Bild: REUTERS

Liberias früherer Präsident Taylor ist als erstes ehemaliges Staatsoberhaupt seit 1946 von einem internationalen Tribunal wegen Kriegsverbrechen schuldig gesprochen worden. Taylor droht lebenslange Haft.

          Das Sondertribunal für Sierra Leone hat den früheren liberianischen Staatschef Charles Taylor für Verbrechen während des Bürgerkrieges in dem westafrikanischen Land schuldig gesprochen. Taylor musste sich als einer der Hauptverantwortlichen für Greueltaten während des Bürgerkriegs im Nachbarland Sierra Leone von 1991 bis 2002 verantworten, denen nach Schätzungen mehr als 120.000 Menschen zum Opfer fielen.

          Taylor habe Rebellen in Sierra Leone bewaffnet, um im Gegenzug so genannte Blutdiamanten zu erhalten, so der Sondergerichtshof, der in Leidschendam unweit von Den Haag tätig ist. Das Gericht befinde Taylor in allen ihm zur Last gelegten Punkten für schuldig, sagte Richter Richard Lussick bei dem Urteilsspruch. Anschließend verlas er die elf Anklagepunkte, die unter anderem Mord, Vergewaltigung und Plünderung umfassen.

          Das Strafmaß muss der Sondergerichtshof noch festlegen. Es soll am 30. Mai verkündet werden. Taylor droht lebenslange Haft. Nach Angaben des Außenministeriums in London soll Taylor seine Strafe in einem britischen Gefängnis verbüßen.

          Die Staatsanwaltschaft hatte Taylor vorgeworfen, als Präsident Liberias die äußerst brutale Rebellentruppe „Revolutionäre Vereinigte Front“ (RUF) in Sierra Leone unterstützt und kontrolliert zu haben. Für Waffenlieferungen an die Rebellen, die tausenden Zivilisten Gliedmaßen abhackten, ließ er sich mit geraubten Edelsteinen bezahlen, sogenannten Blutdiamanten. In dem Kriegsverbrecher-Prozess, der im Juni 2007 begann, war Taylor in insgesamt elf Punkten angeklagt. Er hat stets alle Vorwürfe zurückgewiesen und sich als Opfer einer internationalen Intrige dargestellt.

          Quelle: AFP/dpa/Reuters

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