Home
http://www.faz.net/-gpf-37en
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Friedensprozess Mazedonien verabschiedet Amnestie für albanische Rebellen

 ·  Das mazedonische Parlament hat mit der Verabschiedung eines Amnestiegesetzes für albanische Rebellen den politischen Friedensplan für das Land erfüllt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Das mazedonische Parlament hat am Donnerstag ein Amnestiegesetz für Albaner erlassen, die im vergangenen Jahr im Norden des Landes mit Waffen für mehr Rechte für ihr Volk gekämpft haben. Das Gesetz ist ein Kernstück einer vom Westen vermittelten Friedensvereinbarung, die die Kämpfe im Herbst beendete.

Das Parlament verabschiedete das Gesetz am späten Donnerstagabend mit 64 Ja-Stimmen. Zwölf der 120 Abgeordneten stimmten dagegen, acht enthielten sich. Mit dem Gesetz „können wir sagen, dass wir einem Punkt nahe gekommen sind, den man als ein Ende der Krise bezeichnen kann", sagte ein hochrangiger Diplomat.

Gesetzesvorlage unter dem Druck westlicher Friedensvermittler

Die Regierung hatte ein Dekret zur Amnestie der früheren Rebellen bereits im Herbst unter dem Druck westlicher Friedensvermittler erlassen. Das zugesagte Gesetz wurde jedoch von nationalistischen Kräften innerhalb der Regierungskoalition verhindert, die eine strafrechtliche Verfolgung der militanten Rebellen fordern.

Die Amnestie umfasst Vergehen, die während der Auseinandersetzung der Rebellen mit den mazedonischen Streitkräften begangen wurden. Unter das Gesetz fallen alle Rebellen, die ihre Waffen im Herbst freiwillig unter der Aufsicht von NATO-Truppen abgegeben haben. Ausgeschlossen sind Vergehen, die zu einer Klage vor dem Kriegsverbrechertribunal der Vereinten Nationen (UNO) führen können.

Die Rebellen forderten mehr Rechte für die albanische Bevölkerungsminderheit. Sie lebt vor allem im Norden des Landes, im Grenzgebiet der ebenfalls mehrheitlich von Albanern bewohnten jugoslawischen Provinz Kosovo. Die Regierung in Skopje warf den Rebellen separatistische Bestrebungen vor. Die in Mazedonien stationierte NATO-Truppe wird von der Bundeswehr geführt.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Antiterrorkampf 2.0

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Obama möchte das Kapitel, das am 11. September 2001 begann, schließen. Mit dieser Absicht aber steht seine Verantwortung als Präsident und Oberbefehlshaber in einem Spannungsverhältnis, das schwer aufzulösen ist. Mehr 16 3