Home
http://www.faz.net/-gpf-tn4z
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Friedensnobelpreis Für „die Verbrüderung der Völker“

Der Friedensnobelpreis wird als einziger durch ein norwegisches Komitee verliehen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich „für die Verbrüderung der Völker“ eingesetzt haben. Erste Preisträger waren Henri Dunant und Frédéric Passy.

© picture-alliance / dpa/dpaweb Vergrößern Erste Preisträger: Henri Dunant und ...

Nach dem Testament des schwedischen Dynamit-Erfinders Alfred Nobel soll der Friedensnobelpreis Persönlichkeiten oder Organisationen auszeichnen, die am meisten auf „die Verbrüderung der Völker“ hingewirkt haben. Besonders hervorgehoben wurden „die Abschaffung oder Verminderung der stehenden Heere“ sowie die Ausrichtung von Friedenskongressen.

Im Unterschied zu den anderen Nobelpreisen wird der Friedenspreis von einem Ausschuss zuerkannt, den das norwegische Parlament in Oslo beruft. Dessen fünf Mitglieder wählen den Preisträger aus einer Liste von Kandidaten. Vorschläge können neben den Komiteemitgliedern auch frühere Preisträger, Mitglieder von Regierungen und Parlamenten, Angehörige internationaler Organisationen sowie Universitätsprofessoren für Politik, Geschichte und Philosophie einreichen. Bei der Verleihung soll keine Rücksicht auf die Nationalität genommen werden.

Mehr zum Thema

Das Komitee überreicht den mit zehn Millionen schwedischen Kronen (etwa 1,1 Millionen Euro) dotierten Preis am 10. Dezember, dem Todestag Nobels. Den ersten Friedenspreis erhielten 1901 der Gründer des Roten Kreuzes, Henri Dunant, und der Gründer der französischen Friedensgesellschaft, Frédéric Passy. Bisher wurden zwei Deutsche mit dem Preis ausgezeichnet: Carl von Ossietzky und Willy Brandt.

FREDERIC PASSY © AFP Vergrößern ... Frédéric Passy

Die Träger des Friedensnobelpreises seit 1970

1970: Norman E. Borlauq, Vereinigte Staaten, Agrarwissenschaftler

1971: Willy Brandt, deutscher Bundeskanzler

1972: Keine Preisvergabe

1973: Henry Kissinger, Außenminister der Vereinigten Staaten, und Le Duc Tho, nordvietnamesischer Außenminister (Tho nahm den Preis nicht an)

1974: Eisaku Sato, ehemaliger japanischer Ministerpräsident, und Sean MacBride, UN-Kommissar für Namibia

1975: Andrej Sacharow, sowjetischer Physiker und Menschenrechtsaktivist

1976: Mairead Corrigan und Betty Williams, Mitbegründerinnen einer nordirischen Frauenfriedensgruppe

1977: Amnesty International

1978: Anwar el Sadat, ägyptischer Staatspräsident, und Menachem Begin, israelischer Ministerpräsident

1979: Mutter Teresa, Ordensschwester in Kalkutta

1980: Adolfo Perez Esquivel, argentinischer Menschenrechtsaktivist

1981: UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR)

1982: Alva Myrdal, Schweden, und Alfonso Garcia Robles, Mexiko

1983: Lech Walesa, Führer der polnischen Gewerkschaft Solidarität

1984: Bischof Desmond Tutu, Südafrika

1985: Internationale Vereinigung der Ärzte zur Verhinderung eines Atomkrieges (IPPNW)

1986: Elie Wiesel, Vereinigte Staaten, Schriftsteller

1987: Oscar Arias, Präsident von Costa Rica

1988: Die Friedenstruppen der Vereinten Nationen

1989: Dalai Lama

1990: Michail Gorbatschow

1991: Aung San Suu Kyi, birmanische Oppositionspolitikerin

1992: Rigoberta Menchu, guatemaltekische Bürgerrechtlerin

1993: Frederik de Klerk, südafrikanischer Präsident, und ANC-Präsident Nelson Mandela

1994: Jitzak Rabin, israelischer Ministerpräsident, Schimon Peres, israelischer Außenminister, und Jassir Arafat, PLO-Chef

1995: Joseph Rotblat und seine Pugwash-Bewegung für die Abschaffung von Atomwaffen

1996: Bischof Carlos Filipe Ximenes Belo und Jose Ramos-Horta, Osttimor

1997: Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) und ihre Koordinatorin Jody Williams

1998: John Hume und David Trimble, nordirische Politiker

1999: Ärzte ohne Grenzen

2000: Kim Dae Jung, südkoreanischer Präsident

2001: Vereinte Nationen und Generalsekretär Kofi Annan

2002: Jimmy Carter, früherer amerikanischer Präsident

2003: Schirin Ebadi, iranische Menschenrechtlerin

2004: Wangari Maathai, kenianische Umweltschützerin

2005: Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und ihr Generaldirektor Mohamed El Baradei

2006: Muhammad Yunus und die von ihm gegründete Grameen Bank in Bangladesch

2007: Al Gore, früherer amerikanischer Vizepräsident, und der UN-Klimarat (IPCC)

Quelle: AP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Oslo Kinderrechtler nehmen Friedensnobelpreis entgegen

Die Pakistanerin Malala Yousafzai und der Inder Kailash Satyarthi haben in Oslo ihre Nobelpreise entgegen genommen. Beide setzen sich auf der ganzen Welt für die Rechte von Kindern ein. Mehr

10.12.2014, 16:07 Uhr | Politik
Medizin-Nobelpreis für den Navi im Kopf

Das Nobel-Komitee am schwedischen Karolinska Institut würdigte am Montag den amerikanisch-britischen Hirnforscher John O´Keefe sowie dessen norwegische Kollegen May-Britt und Edvard Moser. Sie haben herausgefunden, wie unser Orientierungssinn funktioniert. Mehr

06.10.2014, 13:41 Uhr | Wissen
Was Sie heute erwartet Malala Yousafzai wird mit dem Friedensnobelpreis geehrt

In Köln geht heute mit Beratungen zur Wirtschaftspolitik und der inneren Sicherheit der CDU-Parteitag zu Ende. Mehr

10.12.2014, 07:02 Uhr | Wirtschaft
Die Nobelpreisträger von 1901 bis heute

Der Nobelpreis wurde von dem schwedischen Erfinder und Industriellen Alfred Nobel das erste mal 1901 gestiftet. Die interaktive Übersicht informiert Sie über die Preisträger aus den unterschiedlichen Kategorien. Mehr

06.10.2014, 18:44 Uhr | Wissen
Idiotisches Unglück Ist Dummheit männlich?

Den makaberen Darwin-Preis bekommen Menschen posthum, die etwa beim Öffnen einer selbst gebauten Briefbombe ihr Leben lassen. Die Jury ist ein Haufen Zyniker, die sich jetzt ganz sicher sind: Idiotie ist ausgesprochen männlich. Mehr Von Nicola von Lutterotti

18.12.2014, 10:54 Uhr | Wissen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 12.10.2007, 11:11 Uhr

Die gelähmte SPD

Von Majid Sattar

Vor einem Ausbrechen der Grünen aus dem linken Lager haben die Sozialdemokraten Angst. Für die SPD endet das Jahr auch wegen der Edathy-Affäre so, wie es angefangen hat – auf dünnem Eis. Mehr 17 14

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden