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Frauen in Kuweit Wirtschaftlich spitze, politisch machtlos

 ·  Kuweits Gesellschaft hat sich seit dem Golfkrieg geöffnet. Das Rechtssystem hinkt jedoch hinterher.

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Die treibende Kraft bei der Einführung des Frauenwahlrechts ist in Kuweit der Emir des Fürstentums, Scheich Dschabir al-Ahmad as-Sabah. Er wird unterstützt von seinem Sohn und Thronfolger Sa´ad al-Abdullah as-Salam as-Sabah, der nach der Verfassung auch zugleich das Amt des Ministerpräsidenten inne hat. Innerhalb der Herrscherclans der Sabah gibt es jedoch auch konservativ und religiös eingestellte Gruppierungen, die sich dem Fortschritt verweigern.

Die Verfassung des Landes unterscheidet in Kuweitis der „First“ und „Second Class“. Das Wahlrecht haben in Kuweit bislang nur männliche „First-Class-Kuweitis“ über 21 Jahre. Das sind, nach Angaben der Golfexpertin an der Universität Wien, Monika Mühlböck, etwa 81.400 Männer - rund acht Prozent der Menschen, die derzeit in dem Emirat leben. Die übrige Bevölkerung, darunter Ausländer und Frauen, hat an der Politik nur passiven Anteil.

Als die Herrscherfamilie der Sabah nach der Befreiung Kuweits durch die alliierten Streitkräfte 1991 wieder in die Haupstadt zurückkehrte, verlangte der Emir Dschabir al-Sabah, die Frauen sollten künftig eine größere Rolle im politischen Leben spielen. Im Verlauf der 90er Jahre jedoch verhinderten vor allem religiöse Gruppierungen im Parlament sowie im vergangenen Sommer auch das oberste Verfassungsgericht, dass entsprechende Gesetzesanträge Eingang in die Verfassung fanden.

Saudi-Arabien als Dämpfer

„Kuweit will die Angelegenheit auch mit Rücksicht auf die Nachbarstaaten am Golf nicht zu sehr pushen“, sagt Monika Mühlböck. Zwar dürften in Oman und Bahrain die Frauen bereits wählen, und in Qatar teilten sie zumindest das allgemein sehr eingeschränkte Wahlrecht. Als Dämpfer wirke jedoch der konservative Riese Saudi-Arabien, das neben Afghanistan wohl konservativste islamische Land. Kuweit muss sich aber mit Saudi-Arabien sowohl im Golf-Kooperationsrat als auch in der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ständig abstimmen. Die saudischen Religionsgelehrten haben dabei ein scharfes Auge auf die Vorgänge innerhalb der Grenzen des relativ liberalen und stark amerikanisierten nördlichen Nachbarn.

Dabei schafft der gesellschaftliche Wandel in Kuweit seit langem Tatsachen. Frauen verzichteten oftmals auf den andernorts obligatorischen Schleier, berichtet Mühlböck: „Lange Zeit war sogar das Dekanat der Kuweit University von einer Frau besetzt.“ Jede dritte Frau ist berufstätig, im Alter von 18 bis 25 Jahren sind es sogar zwei von drei Frauen, die sogar als Geschäftsfrauen und Ingenieurinnen in der Ölindustrie arbeiten.

Politik wird in privaten Salons vorbereitet

Politik wird hier vor allem in den Diwaniyya vorbereitet - hunderten Salons, unterhalten von angesehenen Familien, in denen sich die Wichtigen oder auch nur die Interessierten zum demokratischen Diskurs versammeln. Noch sind diese freien Versammlungsstätten in der Regel den Männern vorbehalten. Doch zunehmend bildeten sich auch Diwans, in denen sich Frauen träfen. Seit dem Golfkrieg demonstrieren Frauen öffentlich für ihre Rechte und finden dabei immer mehr Fürsprecher von Seiten der Männer, die meist eher zur gebildeten Schicht gehören. Die im Mai 1997 gegründete National Democratic Rally (NDR), die für eine säkulare und demokratische Politik eintritt, wird unter anderem von einer Frau geleitet.

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