18.07.2008 · Der Schaden für Menschen und Umwelt mag gering sein; aber ein gutes Zeugnis stellt der abermalige Zwischenfall in einer französischen Atomanlage Betreibern und Behörden nicht aus.
Von Günter NonnenmacherFrankreich setzt auf Kernkraft. Mehr als drei Viertel des Stroms werden in Meilern produziert, die an Flüssen aufgereiht sind, wie etwa Tricastin an der Rhone, wo vor wenigen Tagen aus einem Leck radioaktive Flüssigkeit lief. Darüber hinaus predigt Präsident Sarkozy die internationale Nutzung von Kernkraft als Heilmittel gegen die Klimaveränderung und für die Energiebedürfnisse der Entwicklungsländer.
Das ist heikel. Die Produktion von Energie aus Kernkraft schließt „dual use“-Technologien ein - was so genutzt wird, könnte auch für militärische Zwecke missbraucht werden. Vor allem aber bedarf der Umgang mit dieser Technologie einer „Sicherheitskultur“, deren Voraussetzungen in vielen Ländern nicht gegeben sind.
Da ist es besonders unpassend, dass es auch in Frankreich einen teilweise legeren Umgang mit Sicherheitsbestimmungen gibt. Nun ist bei Überprüfungen in einer Fabrik für Brennstäbe ein Rohr aufgefallen, das offenbar seit Jahren gebrochen war. Der Schaden für Menschen und Umwelt mag gering sein; aber ein gutes Zeugnis stellt das Betreibern und Behörden nicht aus.