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Frankreich Kandidat Sarkozy

16.02.2012 ·  Mit der Veröffentlichung seiner Kandidatur hofft Sarkozy, in den Umfragen neuen Elan freizusetzen. Einen richtigen Wahlkampfknüller hat er indes nicht zu bieten.

Von Günther Nonnenmacher
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Es wird niemanden in Frankreich überrascht haben, dass Präsident Nicolas Sarkozy nun offiziell seine Kandidatur für die Präsidentenwahl erklärt hat, deren erster Durchgang am 22. April stattfinden wird. Denn Wahlkampf hatte er bei seinen öffentlichen Auftritten und in Fernsehinterviews schon seit längerem betrieben.

Allerdings hat Sarkozy offenbar seinen Zeitplan geändert: Ursprünglich wollte er, wie einige seiner Vorgänger, etwa François Mitterrand, seine Kandidatur so spät wie möglich erklären - das wäre Mitte März gewesen. Er hat den Termin um vier Wochen vorgezogen, weil sich der Rückstand auf seinen Hauptgegner, den Sozialisten Hollande, bisher nicht verringern wollte.

Mit der Veröffentlichung seiner Kandidatur hofft Sarkozy, in den Umfragen zwei oder drei Prozentpunkte zu gewinnen, also einen neuen Elan freizusetzen. Vor allem aber kann jetzt, nach wochenlangem Versteckspiel, seine Wahlkampfmaschine, die Präsidentenpartei UMP, auf volle Touren hochgefahren werden.

Sarkozy wirkte verspannt

In dem dafür ausgesuchten Fernsehauftritt wirkte Sarkozy allerdings verspannt. Einen richtigen Wahlkampfknüller hatte er nicht zu bieten. Und ob er mit der ausgeleierten Metapher, dass der Kapitän bei stürmischem Wetter nicht von der Brücke gehen dürfe, die Franzosen überzeugen kann, ist fraglich. Nicht wenige werden im vorwerfen, dass er ausreichend Zeit gehabt habe, seine nautischen Fähigkeiten vorzuführen und dass er dabei nicht sonderlich erfolgreich gewesen sei.

Vor allem aber hängt ihm die erste Phase seiner Amtszeit, in der er mehr mit privaten Eskapaden als mit Politik von sich reden machte und sich mit den Schönen und Reichen der Republik umgab, statt sich um die Sorgen von Monsieur und Madame Dupont zu kümmern, immer noch wie ein Mühlstein um den Hals.

Die Konkurrenz wird auch deswegen hart, weil das Kandidatenfeld unübersichtlich ist. Rechtsaußen fischt Marine Le Pen im Wählerreservoir Sarkozys - Umfragen trauen ihr zwanzig Prozent zu. In der bürgerlichen Mitte wirbt François Bayrou um Stimmen und hat Chancen, im ersten Wahlgang gut zehn Prozent zu bekommen. Sollte Sarkozy in der Stichwahl am 6. Mai gegen Hollande antreten - derzeit das Szenario mit der größten Wahrscheinlichkeit -, muss er diese Wähler zurückgewinnen. Ob die Unterstützung Angela Merkels bei diesem Spagat hilfreich sein kann, steht in den Sternen.

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