23.04.2012 · Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen liegt Herausforderer Francois Hollande vorne. Will Sarkozy in der Stichwahl noch gewinnen, müsste er die Stimmen der Rechtsextremen und der Mitte zugleich gewinnen - das wäre allerdings ein unerhörtes Kunststück der politischen Arithmetik.
Von Günther NonnenmacherRichtlinien für Lesermeinungen
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Linke Wählerstimmen: 15 800 000
Rechte Wählerstimmen: 20 000 000
Vorteil Hollande???
Wir werden sehen!!
Endlich eine Opposition gegen Merkel.
Frau Merkel wird mit Hollande auf ein ganz anderes Kaliber, als Sarkozy
treffen. Der schaut zwar pflegeleicht aus, ist aber sehr bissig. Da wird
es sicherlich ein Aus für Rettung von Banken geben,auch Sparpakete
kommen nur über Investitionen für neue Arbeitsplätze in
Betracht. Dass dazu notwendige Geld will er sich durch Erhöhung der
Reichen-steuer und Besteuerung der Banken holen. Auch die EZB und
Brüssel will er mehr kontrollieren.
Faktisch haben wir eine 60 %ige Wählerschaft links von der CDU.
Wenn die SPD, unter Gabriel und Steinmeier, das nicht begreifen will
oder kann, hat das wohl eher mit der Unfähigkeit der SPD, nicht
jedoch mit der Stärke der CDU oder von Merkel zu tun. Wenn die SPD
anstatt dieser beiden Tröten jemanden wie Lafontaine an der Spitze
hätte, wäre Merkel im nächsten Jahr sicher auch
Geschichte.
Wenn Hollande gewinnt, entsteht zwischen Paris und Warschau ein neues Europa
Europa muss weiter zusammenwachen. Mit Hollande wird dies gelingen. Denn seine Wahl zum Präsidenten wäre der Grundstein für eine Brücke zwischen Paris, Berlin und Warschau. Über 20 Jahre nach dem Mauerfall, den wir Deutsche ja auch den Polen verdanken, gibt es gute Gründe, den europäischen Musterweg in die Transferunion fortzusetzen. Denn für die Völker der Welt ist es von besonderem Interesse, dass Europa als leuchtendes Beispiel erhalten bleibt. Der Neoliberalismus mag Polen eine gewisse Zeit lang geholfen haben, doch längst sind die Polen erwacht und wollen sich eine gute Zukunft bauen. Deshalb halten sie nach Westen Ausschau. Der Blick nach Paris, mit Hollande im Elysee flösst ihnen Zuversicht ein. Denn der Aufstieg Deutschlands zur allesbestimmenden Nation im Euroraum zerstört die europäische Grundidee. Ein sozialistischer Präsident in Frankreich zur Fussball-EM ist für überzeugte Europäer dagegen genau das richtige Signal.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.04.2012 15:21 Uhrda bin ich mir gaaaanz sicher
dass die katholischen Polen den Quasi-Kommunsiten Hollande unterstützen. Polen hat(te) auch keine Neo-liberalen Kräfte. Sie haben nur ganz konsequent den LINKEN Einfluss aus dem Land ferngehalten. Das kommunistische Joch über dem Kontinent haben sie am Konsequentesten beseitigt - auch dank des polnischen Papstes. Die Folge: Wachstumsvorreiter und eines der letzten Länder in Europa mit gesundem Wertebewußtsein. Was das alles mit Hollande zu tun hat: Gar nichts.
..., weil die extreme Rechte und die Mitte keine andere Wahl haben. Ein
Sozialist im Elysée bringt ihnen gar nichts, ausser den einen die
vage Hoffnung, dass M. Hollande als Präsident an den enormen
Herausforderungen der kommenden Jahre grandios scheitern würde, und
Mme. Marine Le Pen in den nächsten Wahlen als "letzte
Rettung" der Grande Nation antreten könnte. Die
Herausforderungen könnten aber auch für Sarkozy zu gross sein
- also, warum das Risiko um einen Unbekannten erhöhen und die
Karten ganz neu mischen?
Wenn nur die Wahl zwischen Pest und Cholera bleibt, dann setzt man im
Zweifelsfall auf das Bekannte. Ob Versprechen gebrochen oder
"nur" nicht erfüllt werden, läuft letztlich auf das
Selbe hinaus.
Das bezweifele ich.
Es war hauptsächlich eine Wahl gegen Sarkozy und wird es auch
bleiben. Nicht weil Hollande
so beliebt, sondern Sarkozy so verhasst in Frankreich ist. Der
grösste Teil der Le Pen Wähler
wird eher nicht zur Wahl gehen, als Sarkozy wählen. Selbst ein Teil
der UMP, darunter auch einige Ex-Minister unter Sarkozy haben sich
hinter Hollande gestellt.
Ich habe den Eindruck, dass etliche Kommentatoren zu diesem Artikel das
französische Wahlsystem nicht kennen. In dieser
Präsidentschaftswahl wird allein die Person "Präsident
der Republik" gewählt. Dies ist keine Parlamentswahl oder Wahl
einer Regierung. Aus diesem Grunde gilt die "Arithmetik",
welche in einigen Kommentaren aufgeführt wird nicht. Ich selbst
lebe seit mehr als 30 Jahren in Frankreich. Noch nie vorher habe ich
erlebt, dass parteienübergreifend viele aufrechte Bürger die
Person Nicolas Sarkozy ganz einfach nicht mehr als Präsident
ertragen. Aus diesem Grund wird er abgewählt werden.
Die Parlamentswahlen, in welchen die Regierungsmehrheit gewählt
wird, findet erst im Sommer statt. Erst dann entscheidet sich die
französische Politik der nächsten 5 Jahre.
Francois Hollande wäre ein guter Präsident,
denn er ist ein redlicher Politiker, seine Biographie zeichnet ihn als einen Mann aus der die Ochsentour gegangen ist, um sein Ziel zu erreichen. Er vertrat als Departementsrat eine nicht gerade von Fortuna beglückte Region die Correze und er hat es gut gemacht. Als Sohn eines Ärztepaares aus Rouen sthet bei ihm der Mensch im Vordergrund. Siene innerparteiliche Legitimation war ast rein(Mitgliederbefragung). Frankreich wird er gut führen, ich drücke Ihnen Herr Hollande die Daumen, dass Sie die Stichwahl gewinnen, denn Sie sind ein Mann mit Prinzipien.
Kreuther Sprungprozession Sarkozy
Zwei Schritte vor und ein Schritt zrück in die Vergangenheit mit
Sarkozy und den Grenzkontrollen an der französischen Grenzen. Zum
einen hat Frankreich auch EU-Außengrenzen am Mittelmeer, Atlantik
und am Kanal. Des weiteren darf wohl gefragt werden, weshalb
Griechenland und Italien so schwierige Teile mit so vielen Inseln und
Schlupflöchern der EU-Außengrenze sichern sollen, wenn auch
mit finanzieller Unterstützung der EU. Hier empfehle ich einen
Anteil von x Prozent EU Grenzbeamter, damit man die Problemtik besser
kennenlernt und die Angelegenheit besser regeln und steuern kann.
Desweiteren sichert die überdurchschnittlich große
griechische Armee wichtige Teile der EU-Außengrenze. Gabs da nicht
mal eine Straegie der "Vorne Verteidigung", das heißt
man verteidigt nicht im Hinterland, sondern vorne an der
Außengrenze.
Mit freundlichen Grüßen
Zumindest blind und taub. Statt die Brandthemen, wie Staatsfinanzen, Jugendarbeitslosigkeit,
korruption und miese Wettbewerbskraft zu debattieren, wird
Nebensächliches abgehandelt. Das franz. Volk will keine
Veränderungen und Sparmassnahmen. Die politische Elite reagiert
darauf: Sagt und macht nichts. Deutschland wird ohne Frankreich alsbald
in der EU mit nur einem Bein auftreten können, wenn es um
Richtungsentsentscheidungen geht. Herr Hollande wird uns teuer zu stehen
kommen, wenn er sein Wahlvolk befriedigt.
Da kann ich nur zustimmen
Ich bin völlig mit Ihnen einverstanden.
Ich lebe nun seit 25 Jahren in Frankreich, und muss feststellen dass
sich jedes fünfte Jahr der Ton der Wahlkampagne etwas
populistischer anhört.
Halal-Fleisch-Debatten und fruchtlose Aufrufe zu Pantomime-Revolutionen
haben die meisten realitätsorientierten Debatten aus dem Feld
gedrängt, und zu Wahlergebnissen geführt, die sich wie eine
Blamage anfühlen.
Frankreich, ein Volk der enttäuschten Träumer.
multi-kulti, zurück zur Rente mit 60, Schuldenstaat und 75% Reichensteuer
Dafür steht Hollande. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Wahler
des Zentristen Bayrou das wollen. Die rechts-extremen schon gar nicht.
Hinzu kommt, dass die Umfragen mit über 45 Prozent für die
zwei großen Linken Parteien gerechnet hatten und 39 Prozent
für die Rechten. Jetzt hat das linke Lager samt Grünen nur 43
Prozent, das rechte Lager aber 45% ohne die Zentristen.
Es wäre schön, wenn der linke Beinahekommunisten nicht ins Amt kommt.
Ich wünsche den Franzosen Hollande.
Die Befürchtungen, was der linke Beinahekommunist oder Vollkommunist oder Sozialist anrichten wird, halte ich für völlig überzogen. Frankreich wird auch unter einem weniger wirtschaftshörigen Präsidenten nicht untergehen, dafür wird die EU im Zweifelsfall schon sorgen. Klar, für uns und für Frau Merkel könnte das unangenehm werden, aber ich finde etwas mehr Unangenehm kann uns momentan nur gut tun. Viel Erfolg, Herr Hollande.
Will Herr Hollande gewinnen,muss er die Stimmen aller Kommunisten, Maoisten, Trotzkisten einsammeln
Sarko darf mit 2 Dritteln der Le Pen Stimmen rechnen während Hollande einen Teil der Protestwähler verlieren wird. Protest hat sich gehabt, Loyalitäten bleiben.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.04.2012 11:58 UhrDer erolglos Präsident,
wird ebenso sammeln, und sich bei den rechten einschleimen,
Er wird sammeln
oder untergehen, die 28 % reichen nicht.
So schwer finde ich die Arithmetik nicht. Einer von beiden wird's. Kandidat A sagt: "Bloß nicht den B!" Wenn Kandidat B nun sagt: "Bloß nicht den A", dann gewinnt am 6. Mai derjenige, den die Franzosen weniger verhindern wollen.
dass Frankreich wieder einen eigenständig agierenden Präsidenten erhält und nicht nur einen der als Schosshündchen von Angela Merkel amtet. Das wäre für Europa und die EU gut, würde den Filz zumindest über eine gewisse Zeit eliminieren und neue Optionen eröffnen. Ist ja klar, dass auch Hollande sich Merkel unterordnen wird - aber nicht auf solche schmierige Art und Weise wie das Sarkozy laufend tut. Ich nehme Hollande ab, dass er sich etwas mehr für Frankreich und etwas weniger für seine persönlichen Minderwertigkeitskomplexe und Eitelkeiten kümmern wird. Sarkozy wäre gut beraten gewesen etwas mehr Bescheidenheit und etwas weniger Theatralik zu offenbaren.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.04.2012 11:32 UhrWieso ist Sarko nicht eigenständig?
Sarko konnte nicht und Holli erst recht nicht. Die Backen kann nur der
aufblasen, der Geld hat
für weitere Sozialmaßnahmen. Das kann er gegen Merkel
argumentativ verwenden. Können
die Franzosen insgesamt nicht mehr. Sie schaffen kaum Löhne und
Gehälter, kaum die Staats-
schulden, die Jugendarbeitslosig und die intern.
Wettbewerbsfähigkeit. Sarko: "Wie müssen von
Deutschland (die Effektivität) lernen!" La Franze ist
längst Großmacht gewesen, es wird nur nie
hart angesprochen, von keinem Kandidaten. Ohne Inventur kein
erfogreiches Geschäft, das ist
im Grunde leicht verständlich. La Franze muss sich reformieren, mit
Holli wird das nichts.
Der Traum der "Grande Nation" ist ausgeträumt
mit dem Euro ist nämlich nicht nur Deutschland angekettet sondern,
auch Frankreich. Und diesen Realitäten "müsste" sich
auch Hollande stellen. (Er wird kaum Präsident werden)
Ich als Deutscher sage Ihnen: wenn Frankreich stänkert, dann ist
Schluß mit dem Euro. Bitte stänkert bis diesen
Wolkenkuckucksheim einstürtzt!!!
Ich halte es für unfair und völlig unpassend ...
... Sarkozy als "Schoßhündchen" von Merkel zu bezeichnen. Sarkozy vertritt selbstverständlich ebenfalls französische Interessen, das allerdings mit m.E. wesentlich mehr Durchblick in u.a. Wirtschafts- und Finanzfragen als der Sozialist Hollande. Nicht, dass ich ein begeisterter Anhänger von Sarkozy wäre - aber er ist für mich die eindeutig bessere Wahl. Dass Merkel und Sarkozy zu einer so verhältnismäßig sehr guten Zusammenarbeit gefunden haben, freut mich und ich hoffe, dass beide sie fortsetzen können.
Kunststueck der politischen Arithmetik?
Die Franzosen haben tatsaechlich eine schwierige Aufgabe, aber ist nicht unloesbar fuer Sarkozy. Denn die Franzosen haben zu Uberlegen ob sie Schwierigkeiten mit Europa und Freiheit oder ein Linkes Frankreich ohne ohne ein freies Europa wollen. Nur mit Frankreich kann die Demokratie ueberleben in Europa. Und die Franzosen wissen das.
Sarkozy wird wieder Präsident, die Presse schafft es nicht den M. Hollande zu küren
Hollande Favorit vielleicht ja, doch Sarko schaffts knapp bei der
Stichwahl. Warum:
Viele Protestwähler scharten sich um Hollande. Protest ist eine
negative Karte, die wirft man ein mal ! die anderen Linken werden
grossteils weg bleiben, da sie keinen der beiden Soft-Linken wollen u
gegen Sarko mehr Reibungspotential haben, das sie suchen. Und von Marine
gehen gut zwei Drittel der Stimmen an Sarko. Also gute Aussichten
für Sarkozy !
Antwort auf die Stimmverteilung:
Hoffen wir das Beste. La Franze baucht dringend Reformen, auch das
übertriebene Selbstge- fühl soll korrigiert werden. Mit den
Großproblemen kommt die Sturmfahrt sowieso. Wählt die
Masse den Weg des anscheinend geringsten Widerstandes, kommt Hollande
aus Gründen der
sozialen Illusionen. Das wird dann eng, auch für Deutschland.
Wenn ich die berichteten Meinungsumfragen von vor einiger Zeit richtig in Erinnerung habe, hieß es doch stets, Sarkozy liege wesentlich weiter zurück. Demnach hätte er doch jetzt eine tolle Aufhofjagd hingelegt. Wie sich die rund 20 Prozent Le Pen - Wähler bei der Stichwahl verhalten werden bzw. wie sich deren Stimmen in eventuell Nichtwahl oder pro Hollande oder pro Sarkozy aufteilen werden, kann wohl auch noch niemand hinreichend genau prognostizieren. Für mich ist die Stichwahl völlig offen. Sarkozy kann es noch schaffen und ich hoffe, dass er es schafft. Für heute Abend möchte ich ihm erst einmal gratulieren zu diesem Aufholerfolg. Der Sozialist Hollande hätte uns angesichts der großen Probleme mit dem Euro gerade noch gefehlt und seine antideutschen Töne kommen noch hinzu. Ich drücke Sarkozy die Daumen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.04.2012 11:40 Uhr