http://www.faz.net/-gpf-91zyi

Frankreich : Abgang beim Front National

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Richtungskampf im Front National ein prominentes Opfer fordern würde: Florian Philippot verlässt die Partei.

          Im zweiten Durchgang der französischen Parlamentswahl hatte die Anführerin des Front National, Marine Le Pen, ein Drittel der Stimmen erhalten; bei der Parlamentswahl im Juni errang die Partei nur acht Mandate. Das war eine herbe Enttäuschung und ein unmissverständliches Zeichen, dass die große Mehrheit der Franzosen einem rechtspopulistischen Aufstand nicht hinterherläuft, zumal dann, wenn er so dezidiert antieuropäisch aufgezäumt wird.

          Es war somit nur eine Frage der Zeit, bis der Richtungskampf in der Partei sein prominentes Opfer fordern würde: Florian Philippot, der für die antieuropäische und Anti-Euro-Ausrichtung des Wahlkampfs verantwortliche Stellvertreter Le Pens, verlässt in „stolzer“ Selbstherrlichkeit die Partei, nachdem ihm die Parteivorsitzende seine Zuständigkeiten entzogen hatte.

          Man darf gespannt sein, welche Richtung der Front National nun einschlagen wird und ob ihr, auch aus der eigenen Familie, neue Konkurrenz um die Führung droht. Vielleicht wird sie sich jetzt noch stärker als resolute Einwanderungsgegnerin präsentieren. Das wäre eine gewisse Parallele zur Entwicklung der AfD.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

          Folgen:

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Süßer Sieg im Südstaat

          Alabama-Kommentar : Süßer Sieg im Südstaat

          Ein Demokrat, der für ein Amt in Washington kandidierte, hat die Mehrheit in Alabama errungen. Eine Sensation. Doch dass noch immer eine so große Zahl weißer Wähler für den republikanischen Kandidaten stimmte, ist beschämend.

          Schulbus knallt in Zug Video-Seite öffnen

          Unglück in Frankreich : Schulbus knallt in Zug

          Um alle Opfer zu bergen, mussten die Rettungskräfte den Bus zersägen. Noch am Abend besuchten Präsident Emmanuel Macron und weitere Regierungsvertreter den Unfallort.

          Immer Ärger mit Donald

          Amerikas Präsident unter Druck : Immer Ärger mit Donald

          Eigentlich sollte es eine Woche der Triumphe werden – doch dann ging die Alabama-Wahl schief und Donald Trump hat mal wieder Ärger an allen Fronten. Immerhin ein Projekt des amerikanischen Präsidenten steht kurz vor der Vollendung.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          CSU-Parteitag : Eine Art von Normalität

          Auf dem Parteitag in Nürnberg will die CSU unbedingt Geschlossenheit demonstrieren, auch im Verhältnis zwischen der neuen Doppelspitze. Notfalls auch mit einem Kniff.
          Union und SPD sitzen bald wieder in einer Wanne

          Fraktur : Bätschi, bätschi

          Die SPD badet gerne lau. Doch wer für alles offen ist, ist nicht ganz dicht.
          Wirklich so schlimm? Nein! Der Psychiater Christian Dogs sagt, die Deutschen sind nicht so krank, wie seine Zunft es ihnen einreden möchte.

          Psychiater Christian Dogs : „Rennt nicht sofort zum Therapeuten!“

          Wie krank sind die Deutschen? Auf jeden Fall weniger krank, als Therapeuten es ihnen einreden wollen. Ein Gespräch mit dem Psychiater Christian Dogs über das Geschäft mit der eingebildeten Depression, die tristen Ehen von Managern und die lahme Generation Y.

          Regierungssuche : SPD-Parteispitze für Sondierungen mit Union

          Trotz massiven Widerstands in der eigenen Partei will der SPD-Parteivorstand offenbar mit CDU/CSU Gespräche über eine Regierungsbeteiligung führen. Ein prominenter Sozialdemokrat wird nicht daran teilnehmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.