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Frankreich : Abgang beim Front National

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Richtungskampf im Front National ein prominentes Opfer fordern würde: Florian Philippot verlässt die Partei.

          Im zweiten Durchgang der französischen Parlamentswahl hatte die Anführerin des Front National, Marine Le Pen, ein Drittel der Stimmen erhalten; bei der Parlamentswahl im Juni errang die Partei nur acht Mandate. Das war eine herbe Enttäuschung und ein unmissverständliches Zeichen, dass die große Mehrheit der Franzosen einem rechtspopulistischen Aufstand nicht hinterherläuft, zumal dann, wenn er so dezidiert antieuropäisch aufgezäumt wird.

          Es war somit nur eine Frage der Zeit, bis der Richtungskampf in der Partei sein prominentes Opfer fordern würde: Florian Philippot, der für die antieuropäische und Anti-Euro-Ausrichtung des Wahlkampfs verantwortliche Stellvertreter Le Pens, verlässt in „stolzer“ Selbstherrlichkeit die Partei, nachdem ihm die Parteivorsitzende seine Zuständigkeiten entzogen hatte.

          Man darf gespannt sein, welche Richtung der Front National nun einschlagen wird und ob ihr, auch aus der eigenen Familie, neue Konkurrenz um die Führung droht. Vielleicht wird sie sich jetzt noch stärker als resolute Einwanderungsgegnerin präsentieren. Das wäre eine gewisse Parallele zur Entwicklung der AfD.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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