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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 07.09.2012, 15:25 Uhr

Fraktur - Die Sprachglosse Zuschussgeschäft

Dieser Zuschuss ging nach hinten los: Wie uns das Renten-Röschen vielleicht reinen Wein eingießen wollte, selbst aber eine eingeschenkt bekam.

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© dapd Bundeskanzlerin Merkel und Arbeitsministerin von der Leyen (beide CDU): Ein Herz und eine Seele

Da wollte uns das Renten-Röschen doch glatt an unserer schwächsten Stelle packen. Hat wohl gedacht, wir ließen uns noch einmal so über den Tisch ziehen wie damals mit der Abwrackprämie. Zweieinhalbtausend Euro Staatsknete einfach so für die Verschrottung unseres alten Autos, das klang doch gut. Bis der Händler, der uns freudig den Neuwagen verkaufte, behauptete, unser in einen handlichen Würfel verwandeltes automobiles Schätzchen sei vor der Begegnung mit der Presse noch fünftausend wert gewesen.

Berthold  Kohler Folgen:

Es ist schon so: Mit Prämien (Aufstockungs-, Abschlacht-, Bauspar-, Herd-, Einspeisungs- etc.) und Zuschüssen (Druckkosten-, Fahrtkosten-, Investitions-, Sanierungs- etc.) lassen wir Deutsche uns leicht ködern. Das gelingt mir auch, dachte sich wohl die aufstrebende Ministerin und probierte es bei uns mit der „Zuschussrente“. Dieser Zuschuss aber ging nach hinten los. Voll ins Knie.

Nicht aus Blüms Sparstrumpf

Ganz blöd sind wir ja nicht, von unserer Kanzlerin ganz zu schweigen, die alles und alle durchschaut, ganz besonders schnell Frauen, die auch nach oben wollen. Für die Von-der-Leyen-Rente, wie sie fairerweise heißen sollte, müsste schließlich erst einmal jemand blechen - man ahnt auch schon, wer. Das Geld für die Rentenkasse kommt doch nicht aus Blüms Sparstrumpf. Unter Jüngeren, denen noch die Weisheit und die Zuversicht der altgedienten Rentenkämpfer fehlen, hält sich ohnehin der Verdacht, das ganze staatliche Rentending sei für die nachfolgenden Generationen ein ziemliches Zuschussgeschäft.

Zuschussgeschäft? Moment mal: Haben wir am Ende Ursula Gertrud von der Leyen völlig falsch verstanden? Ist sie vielmehr die erste Politikerin, die uns ganz reinen Wein bezüglich der Rentabilität unserer Rentenbeiträge einschenken wollte? Dann könnte sie einen Evergreen neu auflegen, der in seiner modernisierten Form nur die reine Wahrheit verkündete: Die Zuschussrente ist sicher.

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Quelle: F.A.Z.

 

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