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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fraktur - Die Sprachglosse Wahlfreiheit

 ·  Die Madame de Staat und der Marquis de Steinbrück wollen uns die Qual der Wahl schenken. Und halten doch ihre Politik für alternativlos.

Kolumne Bilder (1) Lesermeinungen (10)
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Eckhard Freise

Wal ist wieder da!

Mit diesem munteren Kalauer wurde ich vor urlangen Zeiten (soll heißen: vor '68) als Frischling an der Uni empfangen. Von den Asta-Plakatwänden grüßte ein Moby Dick im Wonneproppen-Format und forderte die Studenten auf, ihre Wa(h)lfreiheit nicht zu mißbrauchen, indem sie zu gebrauchen ihnen gar nicht erst in den Sinn kam (war schon damals mindestens so schlimm wie heutzutage und zwischendurch). Der heitere Meeressäuger machte auch nicht weiter Schule, weil nicht zu Unrecht mit ihm der typische Verbindungsstudent (à la Boerne) assoziiert wurde: Kleine Augen, großes Maul, dicker Schwanz und ewig im Tran. Selbige fühlten sich rundum betreut und verballerten ihr Betreuungsgeld am liebsten auf dem Haus. Mit denen war wa(h)lhaftig kein Staat zu machen, welchen wiederum die Fakultäten in ihren Talarträgern repräsentierten. Diese hießen bei Vorwitzigen nicht ohne Grund Mufflons und schienen alternativlos, weil nicht abwählbar. Wieso fällt mir jetzt Leitschnucke Merkel ein?

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Volker Mueller
Volker Mueller (MrVo) - 10.11.2012 02:36 Uhr

Keine Wahl ...

Ist Mme de Staat womöglich gar nicht lutherisch sondern calvinistisch geprägt, wonach ja vorherbestimmt wäre, ob ihr Weg als Kanzlerin uns zur ewigen Seligkeit oder zur ewigen Verdammnis führt? Vorsorglich hat sie 300 Mio Menschen Askese verordnet - Ausnahmen gibt's nur zur 'Wahlzeit' - und uns von unseren Wünschen und zukünftigen Habseligkeiten erlöst, um in höherem Auftrag unsere Geschicke lenken zu können.
Und der Marquis de S. ist mit seinem rigiden Idealismus und seinem Navi (wegen der vielen Vortragsreisen) auf dem gleichen Weg.

Nun haben wir die Wahl zwischen dem Kandidaten *mit* und dem *ohne* Betreuungsgeld, letzterer emphatisch gestützt vom Grünen Trittin, der verzweifelt 200.000 fehlende Heimplätze für deutsche Babies sucht,
denn keines darf der Vergemeinschaftung verlustig gehen..

Auf zu neuen Ufern! Die Helden sind müde

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Egon Weissmann
Egon Weissmann (EgonOne) - 09.11.2012 18:21 Uhr

Schmerzlose Demokratie ?

Ausgezeichneter Kommentar Meister Kohler.
Bestens.
Mit den letzten Aufflackern meines eignenen Bewusstseins, kam leider der nagende Verdacht ob das mit Schicksal, Kismet, oder Praedestination was zu tun haben koennte?
Schlimmere Sachen haben in der Vergangenheit die Politik der Republik erfasst. Also Vorsicht sei angebrcht.
Ob Wahlfreiheit die Qual der Wahl lindert?
Sowas koennte zu einer schmerzlosen Demokratier fuehren, sagen satirsiche Kenner der politischem Szene. Und wer ist schon fuer Schmerz?
God bless Germany.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.11.2012 23:49 Uhr
Helga Zießler

In der Tat - alles ist schmerzlos, lieber Egon

Herr Kohler spricht sie aus, die befreienden Worte, "...dass es mit unserer Wahlfreiheit und dem eigenen freien Willen gar nicht so weit her ist".

Alles ist vorherbestimmt. Da wir keinen freien Willen haben und damit auch keine Wahlfreiheit, sind wir doch allesamt ganz und gar aus dem Schneider. Nicht nur wir Bürger, auch unsere Politiker sind also frei von jeder Verantwortung. Wen wir auch wählen, was die Gewählten auch tun - alles ist schon längst vorherbestimmt, wir haben uns nur eingebildet, mündige Menschen zu sein.
Wer keine Wahlfreiheit hat, spürt auch keine Qual.
Ich fühle mich frei wie ein Vogel. Dank an die Hirnforscher, Dank an Herrn Kohler.

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Thomas Kobler

Diesmal wird unsere Wahlfreiheit...

...ja noch viel perfider unterlaufen als bei der letzen Wahl. Da hat sich der Steinmeier ja einfach geweigert anzugreifen, was man ihm als amtierendem Aussenminister eines fast schon pathologisch pazifistischen Staates, nicht wirklich nachtragen konnte. Und dass ihn die Genossen in voller Wahlfreiheit dem Beck, dem sie diese nicht gewähren wollten, vorzogen, war auch nicht wirklich seine Schuld. Der Beck hätte sich ja auch ein bisschen geschickter anstellen können im Ring.

Diesmal spielt der SPD-Kandidat unter Einsatz vollster Beinfreiheit die schwarzen Karten. Und die Kanzlerin - praktisch alternativlos - die roten. Resultat: Eine riesige Schnittmenge aus der links-rechten, alternativlosen Position Merkels und der rechts-linken Alternativposition Steinbrücks mit lahmen Flügeln.

Will man links regiert werden ab 2013 muss man rechts wählen. Und will man rechts regiert werden, dann muss man links einwerfen. Raus kommt wahrscheinlich eine alternativlose, grosse Koalition unter Merkel.

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Adalbert Doliwa

Wahlfreihet!

Ich werde mir 2013 die Wahlfreiheit nehmen, diese Polit - Heuchler von CDU/CSU, Grüne, SPD und vor allem FDP nicht zu wählen. Es gibt Gottseidank Alternativen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.11.2012 16:52 Uhr
Adalbert Doliwa

Wahlfreiheit!


Zur Not geht auch noch die Rentner-Partei! 20 Millionen Rentner können diesen Bonzen ihre Mandate nehmen !

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Petra Trippel

....aber Bitte nicht die Wahlalternative 2013

denn die wird von der CDU regiert, Freie Wähler und diese sind eine Tochter der CDU !!
Bitte googln !!
MfG

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Peter Herbeck M.A.

Kein Wort ist diesem hinzuzufügen, außer der Marquis de Steinbrück wird Kanzler, dann..........

........................ verabschiedet sich Herr von und zu und auf und davon vorab nach UK.

Mit bügerlichem Namen und rechtschaffen erworbenen Titel

Ihr

Peter H e r b e c k M.A.

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Armin Kauf
Armin Kauf (arminkauf) - 09.11.2012 16:58 Uhr

Wahlfreiheit

...köstlich.
Vielen Dank dem edlen Schreiber(ling)...

mfg
Armin Kauf

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09.11.2012, 16:13 Uhr

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