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Fraktur - Die Sprachglosse : Vollkörperkontaktpflege

Nonverbale Kommunikation: Als hänge davon der Wiedereinzug in den Bundestag ab Bild: dpa

Eine Umarmung sagt mehr als tausend Worte. Doch hoffentlich hat Philipp Rösler sich auch eine Telefonnummer geben lassen.

          Endlich können wir uns an dieser Stelle einmal mit der nonverbalen Kommunikation in der Politik beschäftigen, die ja viel ehrlicher ist als das ganze Geschwafel. Eine dicke Umarmung sagt mehr als tausend dürre Worte. Und bleibt lange im Gedächtnis, man denke nur an die Zungenküsse, die sich Honecker und Breschnew gaben. Oder an die Vollkontaktmännerfreundschaft zwischen den lupenreinen Umarmern Putin und Schröder. Auch an Claudia Roth wird man sich nicht nur wegen ihrer bunten Outfits erinnern, sondern vor allem ihrer körperbetonten Umarmungstaktik halber, vor der selbst der Jürgen nicht sicher war.

          Weil natürlich auch die FDP nicht in den Geschichtsbüchern fehlen will, wählte sie sich einen Vorsitzenden, der alles betatscht, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Nein, nicht Rainer Brüderle, der ist erst später dran, sondern Philipp Rösler. Ihn darf man, das zeigen auch die Bilder der vergangenen Tage wieder, nicht unterschätzen. Seiner Ich-habe-euch-alle-lieb-Offensive entkam jetzt nicht einmal der Chefredakteur der „Bild“-Zeitung im fernen Silicon-Valley, dem sich der deutsche Wirtschaftsminister in die Arme warf, als hänge davon der Wiedereinzug der FDP in den Bundestag ab.

          Aber schließlich dachten auch schon andere vielversprechende Politiker auf dem Weg nach oben, man könne in Deutschland nur etwas werden (Außenminister, Kanzler oder gar Präsident), wenn man in knappen Trikots herumlaufe oder wenigstens enge Kontakte zur Presse habe. Einer davon hat es auf diese Weise bis nach Amerika geschafft, ein anderer immerhin auf eine Mailbox. Diese Nummer hat sich Rösler hoffentlich auch schon geben lassen, nur für alle Fälle.

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