18.01.2013 · Von wegen, die Politik sei kalt und herzlos geworden: Sie trieft nur so von Mitleid.
Von Berthold KohlerRichtlinien für Lesermeinungen
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nicht mal imSpass solte man Peer und Markus in einem Atemzug nennen,
Den armen Peer in seiner SPD-Zwangsjacke, der er sich so gerne entledigen würde, wäre er erst mal Hauptmann seiner Kavalleriephantasien um alle und alles plattzumachen, was dem virtuellen Geisterfahrer in die Quere kommen könnte, dieses Szenario hat leider bereits deutliche Konturen angenommen. Einen Rückfall in archaisch anmutendes Führungsgebaren kann man da nicht ausschließen (basta und mehr). Da mutet mir Markus geradezu versöhnlich an. Bei Peer ist man immer geneigt aus einem Elefanten eine Mücke zu machen, während man bei Söder das Gegenteilige geneigt ist zu denken. Bei Peer spricht man dann von Restverstand, während beim anderen Aspiranten noch unentdeckte Potentiale vermutet werden dürfen, zumindest was ihre realpolitischen Vorstellungen betrifft. Peer in der Zwangsjacke oder Markus mit Seehofer im Nacken, mit wem sollte man da mehr Mitleid haben, die Antwort blieb uns Herr Köhler allerdings schuldig.
Das ist doch kein Mitleid, das ist Selbstmitleid.
Denn im Grunde bemitleidet man sich selbst, wenn auch stellvertretend
durch Mitleid für andere.
Und was sagt uns das? Die politische Kaste hat jedes Maß verloren,
insbesondere, was die Selbsteinschätzung und die Bestimmung des
eigenen Standortes betrifft.
Von mir gibt es dafür kein Mitleid, sondern nur Kritik.
Die meisten Politiker haben das Problem..
... daß sie sich einen Dreck keheren um die belange ihres
Arbeitgebers, weil der ja nie nach dem rechten sieht, keine echten
Kontrollen durchführt - eine fatale Situation und ein Geburtsfehler
unserer Demokratie, wo die extrem wichtigen Rechnungshöfe nur
ohnmächtig die Verschwendungssucht aufzeigen, aber nicht verhindern können.
Von den teuersten Fehlern der Politik, den langfristig fatalen
strategischen Fehlern, wie der Abkehr von der "no bail out"
regel, der Einführung des Ausverkaufs deutschlands durch ESM und
EfSf, etc etc..
Wird trotz aller verschleierungstechniken mal etwas skandalöses
bekannt, werden Politiker zu Schleimern und versuchen, die
Mitleidsnummer brutalst durchzuziehen.
Dabei nutzen sie ein gefährliches Instument:
Mitleid darf es nur von meinungsmachenden Journalisten und sekundär
dem Hauptadressaten des Schleimens, dem Wähler geben.
In dem Moment, wo es Mitleidsbekundungen von Politikern gibt, wird es
brandgefährlich: Mitleid ist dort eine öffentliche Hinrichtung
Politiker haben mitleid mit Politikern und insbesondere wenn sie sich erhoffen dadurch einen Vorteil
zu erlangen.
.
Firmencheffs die sich den Forderungen nach Vermogensabgaben und
beschränkungen der Gehälter konfrontiert sehen, geben mit
Kalkül zurück dass auch Pensionsanspüche Geldwert sind
und dort sind Politiker sehr gut gepolstert. In Einkommensfragen haben
sie natürlich mitleid mit bemittleidenswerten kleckerbeträgen.
.
Für die meisten Menschen dürfte alles was dort in kleinem
Kreise an Mitleid nachvollziebar ist, nicht nachvollziebar sein wenn als
einziger Politiker ein Pirat mitleid mit dem Steuerzahler hat. Auch wenn
er für ein mitleiderregendes Grundeinkommen steht das für die
meisten Menschen aber ein willkommenes Zubrot währe um mit
mitleiderregenden Arbeitseinkommen zurechtzukommen.
.
Wenn man die anderen Kommentare liest erkennt man wohl dass es sich
nicht um Politiker klassischer Parteien handelt.
Herzlos trieft das kalte Mitleid II.
Herzlos
Herzlos trieft das kalte Mitleid
Aus den deutschen Parlamenten
Auf die Straßen, auf die Gassen.
Es ist wahrlich nicht zu fassen
Wie Brüderle sich lumpen lassen.
Aus den deutschen Parlamenten
Trieft das kalte Mitleid herzfrei
Auf die Straßen, auf die Gassen:
Mitleid muss man wirken lassen.
Mutti lässt das völlig schmerzfrei.
Das Stück heißt: Homo politicus oder das Ferkel in menschlicher Gestalt.
Herzlos trieft das kalte Mitleid
Berthold Kohler liest zwar bei Aristoteles, dass wir vor allem Mitleid
haben mit jenen, »die uns hinsichtlich ihres Charakters
ähnlich sind, bis hin zu den klitzekleinsten Schmutzeleien«
[sic!]. Indes sollte man Aristoteles nicht immer glauben – er
fantasierte u. a. dass sich Frösche aus Schlamm formten und
Läuse aus Dreck. Wie teuer es ist, der Aristotelei
»Euro-Kriterien erfüllt« Glauben zu schenken, erleben
wir ja grade hautnah.
Mitleidsäußerungen von Politikerinnen und Politikern
über Kolleginnen und Kollegen sind eine besonders perfide Form der
Erniedrigung einerseits und der Selbsterhöhung der Bemitleidenden
andererseits und haben bezüglich ihrer Glaubwürdigkeit etwas
durchaus aristotelisches. Da schließt sich der Kreis der
Herzlosigkeit. Insbesondere, wenn man der CSU und ihren
Großkopfeten den Horst macht.
Politiker und Mitlleid - Auszug
Steinbrück hat Mitleid mit Merkel, weil sie so wenig verdient, und
noch mehr mit sich selber bei dem Gedanken, dass es ihm künftig
auch so ergehen könnte.
Gabriel hat Mitleid mit sich selber wegen seiner schwierigen Kindheit
und auch, weil sie immer noch kein Grund ist, SPD zu wählen.
Alle haben Mitleid mit Philipp Rösler, besonders Rainer
Brüderle und Christian Lindner.
Bettina Wulff hat (vermutlich) Mitleid mit ihrem Noch-Ehemann Christian
Wulff, weil sie ihn eiskalt verlassen musste.
Ich habe Mitleid mit dem Zwiebelschäler Jürgen Trittin, dass
er als früherer Angehöriger des Kommunistischen Bundes erst
jetzt die Kraft fand uns wissen zu lassen, dass sein Vater
Obersturmführer der Waffen-SS war.
Mitleid fuer das Leiden der Politiker, deren Mangel an rollendem Rubel,
und all die anderen Vignetten deren Misere, Sie so schoen in ihrer
Glosse beschreiben werter Berthhold Kohl -- hat mich zu tiefst beruehrt.
In der Tat, ich musste mehrmals die Nase putzen, Traenen kamen, ich
konnte kaum noch weiter lesen.
Musste sogar nach einer Packung Papiertaschentuecher langen. Alles
sehr traenenreich. Oh die Armen Helden.
Ich werde von jetzt an das Kommen und Gehen der Politicos mit neuem
Verstaendnis beachten --- und wer weiss sogar mit traenenvollem Mitleid
ab und zu sogar applaudieren, wenn sie was besonders Lustiges,
Wichtiges, Unverstaendliches und Sonstiges anstellen.
Dann kommen wohl noch mehr Traenen.
Pax vobiscum
Und wieder steht die Kanzlerin makellos...
...da. Zeigen die Briten aus eigener kolonialer Erfahrung Anteilnahme
und wahrscheinlich auch etwas Mitleid mit dem, was M. Hollande im
wüsten Mali erwartet, halten sich die grossen atlantischen
Waffenbrüder und Taliban-Jäger mit An- und Teilnahme ziemlich
zurück. Auch der Enthusiasmus der Soldaten aus dem Tschad basiert
weniger auf Mitleid mit den Franzosen, als auf der Gelegenheit wieder
mal die "Kampfsau" so richtig rauszulassen - und diesmal sogar
mit richtiger Luftunterstützung. Was uns direkt ins Kanzler-, ins
Auswärtige Amt und auf die Hardthöhe führt.
Gar kein Mitleid mit dem intriganten Franzosen hat Frau Merkel: Zwei
Transall - und eher alte, mehr gibts nicht! Damit zeigt sie sich auch
gegenüber dem Aussenminister mitleidslos, sind doch in seinen
Kreisen Beiträge meist weit origineller und flamboyanter. Viel
Kanzlerinnen-Mitleid erfährt aber Herr de Maizière - mehr
als zwei olle Transporter traut sie ihm als Bundeswehr-Beitrag nicht zu,
und auch die Generäle weinen.
Herr de Maizière
kann nicht anders, man denke an seine Fähigkeiten die er in Sachsen schon an den Tag gelegt hat...
Kleine Randbemerkung: Andere Kampfzonentransporter
als die "eher alte" Transall haben die Franzosen auch nicht.
Lebensgeschichten als Stimmenfänger !
Die ganze Geschichte stinkt und ist durchsichtig, Der Wähler, die
Wählerin soll eingefangen werden und am besten lassen sich die
Geschichten vom armen Jungen, dessen Vater Nazi war,
dem armen Regierungschef, der sich für Berlin opfert, oder der
armen Malu, die es gegen alle Widerstände schaffte, besser
vermarkten, als bei denen, die Mitgefühl mit Mitleid und
Sentimentalität verwechseln. Und es ist schon nicht mehr
merkwürdig, das alle diese Geschichten nicht dann herausgeholt
werden, wenn es drückt, sondern dann, wenn Wahlen anstehen,
WählerInnen gewonnen werden sollen. Da wird die Mitleidsmasche herausgeholt.
Aber ob Mitleid mit dem politischen Gegner als Waffe oder Mitleid als
Stimmenfang, es bleibt der Kitsch des Allzumenschlichen. Und das eben
ist der Kitsch, der uns von Nord bis Süd dann heim-
sucht, wenn es opportun ist. Und so verstehe ich auch b.Kohler. Mitleid
hat nichts, aber auch garnichts mit Mitgefühl zu tun. Und auch
dieses ist mit Vorsicht zu geniessen.
aber durch die ständig produzierten "Bolzen" unseres
politischen Spitzenpersonals täglich fortführbar.
Warum richtet die FAZ keine Kolumne ein?