Home
http://www.faz.net/-gv3-75u2i
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fraktur - Die Sprachglosse Sogar mit Steinbrück und Söder

 ·  Von wegen, die Politik sei kalt und herzlos geworden: Sie trieft nur so von Mitleid.

Kolumne Bilder (1) Lesermeinungen (14)

Richtlinien für Lesermeinungen

Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.

Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.

Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.

Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.

Schließen

Lesermeinungssuche (gesamt):
Sortieren nach
Jürgen M. Backhaus

nicht mal imSpass solte man Peer und Markus in einem Atemzug nennen,

Den armen Peer in seiner SPD-Zwangsjacke, der er sich so gerne entledigen würde, wäre er erst mal Hauptmann seiner Kavalleriephantasien um alle und alles plattzumachen, was dem virtuellen Geisterfahrer in die Quere kommen könnte, dieses Szenario hat leider bereits deutliche Konturen angenommen. Einen Rückfall in archaisch anmutendes Führungsgebaren kann man da nicht ausschließen (basta und mehr). Da mutet mir Markus geradezu versöhnlich an. Bei Peer ist man immer geneigt aus einem Elefanten eine Mücke zu machen, während man bei Söder das Gegenteilige geneigt ist zu denken. Bei Peer spricht man dann von Restverstand, während beim anderen Aspiranten noch unentdeckte Potentiale vermutet werden dürfen, zumindest was ihre realpolitischen Vorstellungen betrifft. Peer in der Zwangsjacke oder Markus mit Seehofer im Nacken, mit wem sollte man da mehr Mitleid haben, die Antwort blieb uns Herr Köhler allerdings schuldig.

Empfehlen
Otto Meier

Das ist doch kein Mitleid, das ist Selbstmitleid.

Denn im Grunde bemitleidet man sich selbst, wenn auch stellvertretend durch Mitleid für andere.

Und was sagt uns das? Die politische Kaste hat jedes Maß verloren, insbesondere, was die Selbsteinschätzung und die Bestimmung des eigenen Standortes betrifft.

Von mir gibt es dafür kein Mitleid, sondern nur Kritik.

Empfehlen
Dirk  Lehmann

Die meisten Politiker haben das Problem..

... daß sie sich einen Dreck keheren um die belange ihres Arbeitgebers, weil der ja nie nach dem rechten sieht, keine echten Kontrollen durchführt - eine fatale Situation und ein Geburtsfehler unserer Demokratie, wo die extrem wichtigen Rechnungshöfe nur ohnmächtig die Verschwendungssucht aufzeigen, aber nicht verhindern können.
Von den teuersten Fehlern der Politik, den langfristig fatalen strategischen Fehlern, wie der Abkehr von der "no bail out" regel, der Einführung des Ausverkaufs deutschlands durch ESM und EfSf, etc etc..

Wird trotz aller verschleierungstechniken mal etwas skandalöses bekannt, werden Politiker zu Schleimern und versuchen, die Mitleidsnummer brutalst durchzuziehen.
Dabei nutzen sie ein gefährliches Instument:
Mitleid darf es nur von meinungsmachenden Journalisten und sekundär dem Hauptadressaten des Schleimens, dem Wähler geben.

In dem Moment, wo es Mitleidsbekundungen von Politikern gibt, wird es brandgefährlich: Mitleid ist dort eine öffentliche Hinrichtung

Empfehlen
Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 18.01.2013 22:06 Uhr

Politiker haben mitleid mit Politikern und insbesondere wenn sie sich erhoffen dadurch einen Vorteil

zu erlangen.
.
Firmencheffs die sich den Forderungen nach Vermogensabgaben und beschränkungen der Gehälter konfrontiert sehen, geben mit Kalkül zurück dass auch Pensionsanspüche Geldwert sind und dort sind Politiker sehr gut gepolstert. In Einkommensfragen haben sie natürlich mitleid mit bemittleidenswerten kleckerbeträgen.
.
Für die meisten Menschen dürfte alles was dort in kleinem Kreise an Mitleid nachvollziebar ist, nicht nachvollziebar sein wenn als einziger Politiker ein Pirat mitleid mit dem Steuerzahler hat. Auch wenn er für ein mitleiderregendes Grundeinkommen steht das für die meisten Menschen aber ein willkommenes Zubrot währe um mit mitleiderregenden Arbeitseinkommen zurechtzukommen.
.
Wenn man die anderen Kommentare liest erkennt man wohl dass es sich nicht um Politiker klassischer Parteien handelt.

Empfehlen
Karl S. Walter

Herzlos trieft das kalte Mitleid II.

Herzlos

Herzlos trieft das kalte Mitleid
Aus den deutschen Parlamenten
Auf die Straßen, auf die Gassen.
Es ist wahrlich nicht zu fassen
Wie Brüderle sich lumpen lassen.
Aus den deutschen Parlamenten
Trieft das kalte Mitleid herzfrei
Auf die Straßen, auf die Gassen:
Mitleid muss man wirken lassen.
Mutti lässt das völlig schmerzfrei.

Empfehlen
Horst Rachinger

Die Namen sind Programm

Das Stück heißt: Homo politicus oder das Ferkel in menschlicher Gestalt.

Empfehlen
Karl S. Walter

Herzlos trieft das kalte Mitleid

Berthold Kohler liest zwar bei Aristoteles, dass wir vor allem Mitleid haben mit jenen, »die uns hinsichtlich ihres Charakters ähnlich sind, bis hin zu den klitzekleinsten Schmutzeleien« [sic!]. Indes sollte man Aristoteles nicht immer glauben – er fantasierte u. a. dass sich Frösche aus Schlamm formten und Läuse aus Dreck. Wie teuer es ist, der Aristotelei »Euro-Kriterien erfüllt« Glauben zu schenken, erleben wir ja grade hautnah.

Mitleidsäußerungen von Politikerinnen und Politikern über Kolleginnen und Kollegen sind eine besonders perfide Form der Erniedrigung einerseits und der Selbsterhöhung der Bemitleidenden andererseits und haben bezüglich ihrer Glaubwürdigkeit etwas durchaus aristotelisches. Da schließt sich der Kreis der Herzlosigkeit. Insbesondere, wenn man der CSU und ihren Großkopfeten den Horst macht.

Empfehlen
Michael Leh

Politiker und Mitlleid - Auszug

Steinbrück hat Mitleid mit Merkel, weil sie so wenig verdient, und noch mehr mit sich selber bei dem Gedanken, dass es ihm künftig auch so ergehen könnte.

Gabriel hat Mitleid mit sich selber wegen seiner schwierigen Kindheit und auch, weil sie immer noch kein Grund ist, SPD zu wählen.

Alle haben Mitleid mit Philipp Rösler, besonders Rainer Brüderle und Christian Lindner.

Bettina Wulff hat (vermutlich) Mitleid mit ihrem Noch-Ehemann Christian Wulff, weil sie ihn eiskalt verlassen musste.

Ich habe Mitleid mit dem Zwiebelschäler Jürgen Trittin, dass er als früherer Angehöriger des Kommunistischen Bundes erst jetzt die Kraft fand uns wissen zu lassen, dass sein Vater Obersturmführer der Waffen-SS war.

Empfehlen
Egon Weissmann
Egon Weissmann (EgonOne) - 18.01.2013 14:59 Uhr

Jetzt kommen aber die Treanen

Mitleid fuer das Leiden der Politiker, deren Mangel an rollendem Rubel, und all die anderen Vignetten deren Misere, Sie so schoen in ihrer Glosse beschreiben werter Berthhold Kohl -- hat mich zu tiefst beruehrt.
In der Tat, ich musste mehrmals die Nase putzen, Traenen kamen, ich konnte kaum noch weiter lesen.
Musste sogar nach einer Packung Papiertaschentuecher langen. Alles sehr traenenreich. Oh die Armen Helden.
Ich werde von jetzt an das Kommen und Gehen der Politicos mit neuem Verstaendnis beachten --- und wer weiss sogar mit traenenvollem Mitleid ab und zu sogar applaudieren, wenn sie was besonders Lustiges, Wichtiges, Unverstaendliches und Sonstiges anstellen.
Dann kommen wohl noch mehr Traenen.
Pax vobiscum

Empfehlen
Thomas Kobler

Und wieder steht die Kanzlerin makellos...

...da. Zeigen die Briten aus eigener kolonialer Erfahrung Anteilnahme und wahrscheinlich auch etwas Mitleid mit dem, was M. Hollande im wüsten Mali erwartet, halten sich die grossen atlantischen Waffenbrüder und Taliban-Jäger mit An- und Teilnahme ziemlich zurück. Auch der Enthusiasmus der Soldaten aus dem Tschad basiert weniger auf Mitleid mit den Franzosen, als auf der Gelegenheit wieder mal die "Kampfsau" so richtig rauszulassen - und diesmal sogar mit richtiger Luftunterstützung. Was uns direkt ins Kanzler-, ins Auswärtige Amt und auf die Hardthöhe führt.

Gar kein Mitleid mit dem intriganten Franzosen hat Frau Merkel: Zwei Transall - und eher alte, mehr gibts nicht! Damit zeigt sie sich auch gegenüber dem Aussenminister mitleidslos, sind doch in seinen Kreisen Beiträge meist weit origineller und flamboyanter. Viel Kanzlerinnen-Mitleid erfährt aber Herr de Maizière - mehr als zwei olle Transporter traut sie ihm als Bundeswehr-Beitrag nicht zu, und auch die Generäle weinen.

Empfehlen
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 18.01.2013 22:13 Uhr
Andreas Ritter

Herr de Maizière

kann nicht anders, man denke an seine Fähigkeiten die er in Sachsen schon an den Tag gelegt hat...

Empfehlen
Holger Baade

Kleine Randbemerkung: Andere Kampfzonentransporter

als die "eher alte" Transall haben die Franzosen auch nicht.

Empfehlen
Peter Reisse
Peter Reisse (Buchfink) - 18.01.2013 14:10 Uhr

Lebensgeschichten als Stimmenfänger !

Die ganze Geschichte stinkt und ist durchsichtig, Der Wähler, die Wählerin soll eingefangen werden und am besten lassen sich die Geschichten vom armen Jungen, dessen Vater Nazi war,
dem armen Regierungschef, der sich für Berlin opfert, oder der armen Malu, die es gegen alle Widerstände schaffte, besser vermarkten, als bei denen, die Mitgefühl mit Mitleid und Sentimentalität verwechseln. Und es ist schon nicht mehr merkwürdig, das alle diese Geschichten nicht dann herausgeholt werden, wenn es drückt, sondern dann, wenn Wahlen anstehen, WählerInnen gewonnen werden sollen. Da wird die Mitleidsmasche herausgeholt.
Aber ob Mitleid mit dem politischen Gegner als Waffe oder Mitleid als Stimmenfang, es bleibt der Kitsch des Allzumenschlichen. Und das eben ist der Kitsch, der uns von Nord bis Süd dann heim-
sucht, wenn es opportun ist. Und so verstehe ich auch b.Kohler. Mitleid hat nichts, aber auch garnichts mit Mitgefühl zu tun. Und auch dieses ist mit Vorsicht zu geniessen.

Empfehlen
Gerhard Katz

Sehr schöner Beitrag,

aber durch die ständig produzierten "Bolzen" unseres politischen Spitzenpersonals täglich fortführbar.

Warum richtet die FAZ keine Kolumne ein?

Empfehlen
Weitersagen

Jahrgang 1961, Herausgeber.

Jüngste Beiträge