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Fraktur - Die Sprachglosse Queen of Quark

 ·  Warum es nach der Ausrufung des „King of Kotelett“ ein weiteres TV-Duell geben muss.

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Wegen einer Sache müssen wir noch einmal auf das sogenannte TV-Duell vom vergangenen Sonntag zurückkommen, obwohl ja eigentlich jeder froh ist, dass wir es hinter uns haben. Keine Sorge, wenigstens hier soll nicht hinterfragt werden, was uns die Kanzlerin mit ihrer Halskette in den Farben Belgiens sagen wollte (der nächste Sanierungsfall?).

Uns hat ein anderes Kunstwerk weit mehr beeindruckt, ein sprachliches. Lang lebe der „King of Kotelett“! Zu einer solchen Begriffsinnovation war natürlich keiner der anwesenden Politiker fähig, nicht einmal Steinbrück. Sie konnte nur von einem gelernten Metzger in die Schlachtschüssel geworfen werden, da sieht man einmal wieder, dass das Handwerk immer noch goldenen Boden hat und der Professor Nida-Rümelin Recht, wenn er meint, wir hätten zu viele Philosophen, aber zu wenige Fleischhauer und Bürstenbinder.

Mehr Erdung täte sicher auch uns Journalisten gut. Nie wären wir auf die Idee gekommen, Steinbrück wolle „King of Kotelett“ werden, wo er doch schon der König der Honorarredner war. Lockte ihn, Sekt hin, Selters her, nicht eher der Titel „Prince of Pinot Grigio“?

Doch das war wohl schon wieder zu akademisch von uns gedacht. Politisch gesehen spielen Speis und Trank aber eine erhebliche Rolle. Es soll schon einmal die Ehe eines Ministerpräsidenten (und späteren Kanzlers) daran gescheitert sein, dass er nicht oft genug ein Schnitzel bekam. Ein leerer Bauch regiert eben nicht gern. Und auch der kleine Mann lässt sich nicht länger nur mit leeren Worthülsen abspeisen.

Die Wiedereinführung von Adelstiteln und deren Anbindung an die Lieblingsgerichte des Volkes ist daher eine geniale Idee, denn sie macht das immer unübersichtlicher werdende Angebot von Parteien und Politikern für breite Kreise erst verdaulich.

Man ginge doch mit viel größerem Appetit zur Wahl, könnte man dort für die „Queen of Quark“ (Claudia Roth), den „Prince of Presssack“ (Peter Altmaier), die „Duchess of Dinkelmehl“ (Ursula von der Leyen) oder den „Earl of Olivenöl“ stimmen (Markus Söder; der hat sich den Titel geschnappt, als zu Guttenberg ins Exil ging). Und glauben Sie bloß nicht, das seien alles nur der Liebe zur Alliteration geschuldete Erfindungen. Umweltminister Altmaier zum Beispiel hat erst kürzlich persönlich die Energiebilanz einer Metzgerei in der fränkischen Provinz geprüft.

Doch welchen kulinarischen Titel sollte die Kanzlerin tragen, die ebenfalls Kurzgebratenes schätzt? „Königin der Herzen“ ist schon vergeben, außerdem isst man Herz hierzulande nicht so gerne. Abgesehen davon ist die Königswürde eigentlich eine Nummer zu klein für Frau Merkel. „Empress of Eisbein“ oder so ginge andererseits für unseren Geschmack wieder etwas zu weit.

Es scheint, als müsste zur Klärung wenigstens dieser Frage doch noch ein weiteres TV-Duell abgehalten werden, das sich leicht noch vor der Wahl unterbringen ließe. Die Kandidaten brauchte man dazu ja nicht, bei solchen Moderatoren.

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