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Fraktur – Die Sprachglosse Niedersächsistisch

Da waren wir erst einmal sprachlos: Neue Enthüllungen über die niederträchtigen Niederungen Niedersachsens.

© Wilhelm Busch Vergrößern Ertappt: Niederträchtige CDU-Männer

Liebe Niedersachsen und Niedersächsinnen, wir müssen Ihnen an dieser Stelle ein Geständnis machen: Hessisch-blauäuig, wie wir sind, haben wir Sie lange für langweilig gehalten. Für bodenständig, solide, unaufgeregt und tierlieb, aber eben nicht für sonderlich sexy. Also für so eine Art Schwaben des Nordens. Dann jedoch sahen wir, dass auch Sie schillernde Gestalten wie den Sirtaki-Sigi (Copyright Rainer Brüderle) und den Gasprom-Schröder hervorbringen können, von diversen Erbfreunden ganz zu schweigen. Als dann Abkömmlinge Ihres Stammes auch noch an höchster Staatsstelle Glanz und Glamour verbreiteten, mussten wir unser Urteil vollständig revidieren. So trifft uns die neueste Enthüllung über das geheime Niedersachsen zwar nicht gänzlich unvorbereitet, aber immer noch hart genug.

Es gibt bei Ihnen also einen „niederträchtigen Haufen niedersächsisch-sexistischer CDU-Männer“. Da waren wir erst einmal sprachlos, hätten wir einen solchen Fund doch eher bei der SPD erwartet. Doch ist diese Feststellung über jeden Zweifel erhaben. Sie stammt nämlich nicht von irgendwem, sondern von einem, der sich mit solchen Schweinereien bestens auskennt: dem menschenrechtspolitischen Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen, Volker Beck. Der arme Mann muss von Berufs wegen dauernd ein Auge auf derartige Phänomene werfen. In Ihrem Land hat er nun eine Spielart des Sexismus entdeckt, die den einfachen sexistischen Sexismus offenbar noch toppt: den niedersächsisch-sexistischen Sexismus. Wir ahnen zwar nicht einmal, was genau darunter zu verstehen ist, fürchten aber das Schlimmste und wollen mehr auch gar nicht wissen. Das überlassen wir gerne Fachleuten wie Beck.

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Als besonders wohltuend empfinden wir, dass in Zeiten, in denen es in der Republik nur so von niederträchtigen Gerüchten und Verleumdungen wimmelt, immerhin einer unserer Politiker sich ausschließlich an die harten und belegten Fakten hält. Selbst wenn die Menschenrechte angeblich auch für niedersächsistische CDU-Männer gelten, muss jetzt wenigstens Beck deren Namen nennen - wir wollen endlich jenseits jeglicher PR-Protokolle die ganze Wahrheit über Niedersachsen wissen. Der Grüne wird diesem niedersächsisch-niederträchtigen Haufen ja kaum sein Ehrenwort gegeben haben, die Spender der Gerüchte ungenannt zu lassen. Vermutlich wartet er nur darauf, dass der Buchmarkt wieder frei wird.

Quelle: F.A.Z.

 
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