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Fraktur - Die Sprachglosse Führung

 ·  Westerwelle wechselt auf die Schweinsteiger-Position, Friedrich macht die Räume dicht, Schavan kopiert Reus: Wie wir von einer Lachnummer wieder zur führenden Fußball-Nation werden.

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Eine eher rührende als führende deutsche Fußballmannschaft hat jüngst bewiesen, dass man ohne Führung zwar in Führung gehen, diese aber nur mit Führung verteidigen kann. Leider verstehen die Deutschen unter Führung, zumal unter guter, offenbar das, was auch Häftlinge darunter verstehen, wenn sie einfach nur raus wollen. Das weiß man schon seit der EM, als die Italiener, bis dahin eher als Verführer denn als Führer bekannt, geführt und auch gewonnen haben. Wobei: Führer soll man ja nicht sagen, allenfalls mit An- und Abführung, das würde sonst zu weit führen. Etwas besser ist da schon: Anführer, was sich allerdings auf Aufrührer reimt. Viel besser: Häuptling (wobei es auch Indianer geben muss, wie Hoeneß sagt). Am besten, weil am politisch korrektesten: Leitwolf, Silberrücken, Jeremies.

Daran fehlt es Deutschland also. Ganz Deutschland? Nein. Angela Merkel, die am Dienstag besser auf der Bank als auf der Tribüne Platz genommen hätte, weiß, dass das nicht stimmt. Sie hat schließlich einen Außenminister, der den Satz „Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen, der die Sache regelt“ verinnerlicht hat. Er sollte daher im nächsten Spiel die Schweinsteiger-Position übernehmen. Friedrich, als Innenminister bisher der Badstuber der Politik, wäre wiederum prädestiniert dafür, die Räume so dicht zu machen wie die deutsche Grenze, während sich Ramsauer um Lauf- und Passwege kümmern könnte.

De Maizière hat oft genug gezeigt, dass er überall einsetzbar ist, wohingegen für Frau Leutheusser-Schnarrenberger nur die Özil-Position in Frage kommt, auf der sie alle Freiheiten hätte. Für die bissige Ursula von der Leyen könnte man wieder die Manndeckung einführen. Frau Schavan könnte versuchen, Reus zu kopieren. Und Bahr, der sich mit dem Wundliegen auskennt, sollte sich der Gomez-Position annehmen. Altmaier schließlich ist eher ein Mann für die Bank, der aber, wenn er reinkommt, jederzeit für die Wende sorgen kann.

Bleiben neben den Trainern Merkel (Angela, nicht Max) und Schäuble die Röslers, Niebels, Aigners, Schröders und Pofallas. Für die wird es eng. Allenfalls die medizinische Abteilung könnte etwas für den Augenarzt Rösler sein. Frau Aigner dürfte als Ernährungsberaterin durchgehen, Kristina Schröder als Spielerfrau. Pofalla gäbe sicher einen guten Ultra ab, und Niebel könnte als Tourist zu den schönsten Auslandsreisen der Nationalmannschaft mitfahren. Sie alle könnten aber auch mit Lahm tauschen. Zumindest hat sich der Spielführer mit seinen Ausführungen nach dem Dienstagsdesaster eher fürs Kabinett als für den Platz empfohlen.

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