30.07.2006 · Wer arbeitet schon gerne bei brütender Hitze? Wenn schon kein Urlaub möglich ist, dann wenigstens eine südeuropäische „Siesta“. Doch ob sich längere Pausen auf unsere Arbeitsleistung auswirken, ist gar nicht sicher.
Manchen kommt es spanisch vor, was Klaus-Uwe Benneter von der SPD und Christian Ströbele von den Grünen gefordert haben: in Deutschland analog zu Ländern Südeuropas eine mehrstündige Mittagspause einzuführen. Jürgen Bünger vom Berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin in Bochum zumindest kennt für Deutschland keine Untersuchung zu der Frage, ob sich längere Pausen auf die Arbeitsleistung auswirken.
Grundsätzlich sei es natürlich günstig, bei angenehmen Temperaturen zu arbeiten, sagt Bünger. Im Süden Europas werde es jedoch früher dunkel und damit abends auch früher kühler. Schon allein dies widerspricht nach seiner Meinung der Einführung einer „Siesta“ in Deutschland.
Vom frühen Feierabend müssen sich demnach die Deutschen nicht verabschieden. Beruhigend ist auch, was Helmut Jäger vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin zu sagen hat: Der Mitteleuropäer sei ein anpassungsfähiges „Kerlchen“, der schon Jahrtausende vor Christus extreme Klimaschwankungen überstanden habe. Nur seine Haut vertrage die UV-Strahlung leider nicht gut. „Das ist der einzige Unterschied zum Afrikaner“, sagt Jäger und rät: „Machen Sie das, was Ihnen guttut.“