Home
http://www.faz.net/-gpf-t44e
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fragen zum Klimawandel (7) „Siesta“ wie in Südeuropa?

30.07.2006 ·  Wer arbeitet schon gerne bei brütender Hitze? Wenn schon kein Urlaub möglich ist, dann wenigstens eine südeuropäische „Siesta“. Doch ob sich längere Pausen auf unsere Arbeitsleistung auswirken, ist gar nicht sicher.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Manchen kommt es spanisch vor, was Klaus-Uwe Benneter von der SPD und Christian Ströbele von den Grünen gefordert haben: in Deutschland analog zu Ländern Südeuropas eine mehrstündige Mittagspause einzuführen. Jürgen Bünger vom Berufsgenossenschaftlichen Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin in Bochum zumindest kennt für Deutschland keine Untersuchung zu der Frage, ob sich längere Pausen auf die Arbeitsleistung auswirken.

Grundsätzlich sei es natürlich günstig, bei angenehmen Temperaturen zu arbeiten, sagt Bünger. Im Süden Europas werde es jedoch früher dunkel und damit abends auch früher kühler. Schon allein dies widerspricht nach seiner Meinung der Einführung einer „Siesta“ in Deutschland.

Vom frühen Feierabend müssen sich demnach die Deutschen nicht verabschieden. Beruhigend ist auch, was Helmut Jäger vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin zu sagen hat: Der Mitteleuropäer sei ein anpassungsfähiges „Kerlchen“, der schon Jahrtausende vor Christus extreme Klimaschwankungen überstanden habe. Nur seine Haut vertrage die UV-Strahlung leider nicht gut. „Das ist der einzige Unterschied zum Afrikaner“, sagt Jäger und rät: „Machen Sie das, was Ihnen guttut.“

Quelle: cw. / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.07.2006, Nr. 30 / Seite 3
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Von dir die Fregatte, von mir die Drohne

Von Thomas Gutschker

Verteidigung ist eine nationale Angelegenheit? Die Wirklichkeit hat sich längst geändert. Die Armeen der Nato-Partner müssen zusammenarbeiten. Kein Land ist mehr autark. Mehr 3