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Fragen zum Klimawandel (3) Stirbt der Wald nun doch?

30.07.2006 ·  Nicht nur die erhöhte Brandgefahr macht dem Wald zu schaffen. Die Sonne greift die Rinde an, Schädlinge nisten sich ein und auch die Wasserzufuhr stockt. Doch die Hitze ist nur ein Problemaspekt.

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Der Wald leidet unter der Hitze, die Brandgefahr steigt, die Bäume sind gestresst, die Schädlinge werden mehr. Horst Maron von „Hessen-Forst“, der Nachfolgeinstitution der hessischen Landesforstverwaltung, kennt die Gefahren im Detail. Die Wasserarmut des Bodens trifft vor allem die jungen Baumkulturen, weil sie mit ihrem frischen Wurzelwerk die unteren, noch feuchten Bodenschichten nicht erreichen können.

Sie vertrocknen schlichtweg. Scheint die Sonne zu stark, geraten vor allem die Bäume an den Südseiten der Wälder in Mitleidenschaft. Ihre Baumrinde verbrennt, reißt auf, und der Baum verliert Saft oder Harz: ideale Eingangspforten für Schadinsekten und Pilze. Hierzu zählen die glitzernden Prachtkäfer, die ihre Eier direkt in die „Feuersglut“ legen. Aber auch Schwammspinner und Mehltaupilze profitieren von der Wärme. Sie können die Bäume so schwächen, daß es zu einem vermehrten Waldsterben kommen kann.

Doch die Hitze ist nur ein Aspekt, den ein möglicher Klimawandel mit sich bringt. Durch mildere Winter gibt es seit einiger Zeit eine Einwanderung von subtropischen Pflanzen und Tieren. Schädlingsarten aus dem Mittelmeerraum kommen über die Alpen zu uns, überwintern und schlagen zu - nicht nur im Wald. Da sie keine natürlichen Feinde haben, fühlen sie sich wohl und vermehren sich stetig. Aber: Die Förster sind draußen und beobachten die Auswirkungen des Wetters. „Wir schauen zum Horizont, nicht auf die Füße“, sagt Maron.

Quelle: abog. / Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 30.07.2006, Nr. 30 / Seite 2
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