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Frachter-Affäre : Auf frischer Tat erwischt

Kubas Versuch, der Frachter-Affäre im Panama-Kanal eine harmlose Wendung zu geben, ist nicht glaubwürdig. Es liegt der Verdacht nahe, dass zwei einander innig verbundene Regime versucht haben, ein UN-Embargo zu unterlaufen.

          Der Kapitän des in Panama aufgebrachten nordkoreanischen Frachters hat versucht, sich das Leben zu nehmen. Der Mann wusste wohl, was ihn zu Hause erwartet. Schließlich hat er sich beim Versuch, Waffen nach Nordkorea zu schmuggeln, erwischen lassen.

          Der Versuch Kubas, der Sache eine harmlose Wendung zu geben, ist nicht glaubwürdig. Wenn es darum ging, veraltete Defensivwaffen in Nordkorea zu reparieren und dann wieder nach Kuba zu bringen, muss die Frage erlaubt sein, wieso diese Güter dann unter 10.000 Tonnen Zucker versteckt werden mussten. Und wäre es nicht einfacher gewesen, nordkoreanische Techniker in ein Flugzeug zu setzen und sie in Kuba ihre Arbeit machen zu lassen?

          Nein, hier liegt der Verdacht nahe, dass zwei einander innig verbundene Regime versucht haben, eindeutige Embargobestimmungen der Vereinten Nationen zu unterlaufen. Erst vor kurzem war der nordkoreanische Generalstabschef in Kuba zu Gast. Bedauerlich an der Sache - neben dem persönlichen Schicksal des Kapitäns - ist nur, dass allzu wenige Schmuggeltransporte entdeckt werden.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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          Quelle: F.A.Z.

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