23.09.2007 · Dieser war von den Außenministern Kinkel (FDP) und Fischer (Grüne), 1990 aber auch vom damaligen Bundespräsidenten von Weizsäcker empfangen worden. Vor seinem Besuch in Deutschland hatte sich der Dalai Lama mit dem österreichischen Bundeskanzler Gusenbauer im Kanzleramt in Wien getroffen.
Dieser war von den Außenministern Kinkel (FDP) und Fischer (Grüne), 1990 aber auch vom damaligen Bundespräsidenten von Weizsäcker empfangen worden. Vor seinem Besuch in Deutschland hatte sich der Dalai Lama mit dem österreichischen Bundeskanzler Gusenbauer im Kanzleramt in Wien getroffen. Nach Angaben aus Wien kam Gusenbauer am Donnerstag für etwa 45 Minuten mit dem Dalai Lama zusammen. Er habe ihn als Religionsführer, nicht als Politiker empfangen.
Die chinesische Regierung protestierte sowohl gegen das Treffen der Bundeskanzlerin mit dem Dalai Lama als auch gegen den Empfang in Österreich und sprach von einer Einmischung in die chinesische Innenpolitik. Der österreichische Regierungschef wies die Kritik aus China im nationalen Fernsehen entschieden zurück: "Eines muss klar sein: Wien und Österreich sind eine Stätte des Dialogs." Als Zeichen des Missfallens war der deutsche Botschafter in Peking in der vergangenen Woche in das chinesische Außenministerium einbestellt worden. Dort wurde der Standpunkt Chinas bekräftigt, wonach der Dalai Lama nicht nur ein religiöser, sondern ein politischer Führer sei, der unter dem Mantel der Religion die Einheit der Nation untergrabe. China sei dagegen, dass ausländische Politiker mit dem Dalai Lama zusammenträfen, unabhängig von der Art der Zusammenkunft. Liu Liqun, ein Deutschland-Forscher an der chinesischen Akademie der Wissenschaften, warnte in einem Brief an die Bundeskanzlerin vor dem Schaden, den die chinesisch-deutschen Beziehungen nehmen könnten. Die Nationalitätenfrage sei weit komplizierter als man sich das in Deutschland vorstellen könne. Ein Treffen der Kanzlerin mit dem Dalai Lama würde dem Ansehen Deutschlands in China schaden.
Dalai Lama in Hessen
bie. NEU-ANSPACH, 23. September. Vor mehr als 13 000 Zuhörern hat sich der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, am Samstag bei einem Besuch im Freilichtmuseum Hessenpark bei Frankfurt zuversichtlich über die Zukunft seines Landes geäußert. Der starke buddhistische Glaube und die lange kulturelle Tradition würden trotz aller Hindernisse den Fortbestand der tibetischen Wesensart sichern, sagte der Dalai Lama. Er zeigte sich davon beeindruckt, wie sehr sich auch junge Tibeter mit ihrem Land identifizierten, die ein freies Tibet nie erlebt hätten. In das Freilichtmuseum, in dem etwa 100 alte hessische Fachwerkhäuser und geschichtliche Gebäude wieder aufgebaut wurden, war der Dalai Lama von hessischen Unternehmern eingeladen worden. Auf einer Wiese sprach er vor Tausenden Zuhörern über "Freundschaft". Die in seiner Rede betonte echte, auf Respekt und menschlicher Zuneigung gründende Freundschaft machte er auch bei Angela Merkel (CDU) aus. Diese Bereitschaft habe er schon gespürt, als sie noch Oppositionsführerin gewesen sei. Umso mehr schätze er, dass sie auch als Bundeskanzlerin daran festhalte. Er dankte außerdem dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) für die inzwischen viele Jahre währende Unterstützung der Sache Tibets.