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Islamisten in Deutschland : Wiederkehr des Schreckens

Flüchtlinge auf dem Gelände der Erstaufnahmestelle im brandenburgischen Eisenhüttenstadt Bild: dpa

Es gibt Versuche von Salafisten, Flüchtlinge zu radikalisieren. Ob diese fruchten, bleibt zweifelhaft. Schließlich sind die meisten Menschen vor den Islamisten geflohen.

          Seit vielen Monaten schon kommen Woche für Woche Tausende Flüchtlinge aus überwiegend muslimisch geprägten Ländern in die Bundesrepublik. Aber erst Anfang September scheinen Sven Lau und Pierre Vogel, die beiden begabtesten Selbstdarsteller und Wichtigtuer der deutschen Salafisten-Szene, das Thema so richtig für sich entdeckt zu haben.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Am 7. September, die ersten Sonderzüge mit Flüchtlingen waren in München angekommen, stellten die beiden Konvertiten aus dem Rheinland eine Videobotschaft ins Internet. Der ehemalige Mönchengladbacher Feuerwehrmann Lau äußert sich gerührt darüber, dass Nicht-Muslime die muslimischen Flüchtlinge „so herzhaft“ empfangen hätten. „Da wünscht man sich, dass Muslime erst recht so etwas machen.“

          Und Vogel, früher Halbschwergewichtsboxer, fordert seine Anhänger auf, in Flüchtlingsunterkünfte zu gehen, um mit den Leuten zu beten. Auch einen Elf-Punkte-Katalog mit Ratschlägen, wie man sich als salafistischer Aktivist am Besten den Flüchtlingen nähert, veröffentlichte der Prediger.

          Vogel rät seinen Freunden, Teams zu bilden, alle Flüchtlingsunterkünfte in der Umgebung ausfindig zu machen und zu besuchen. „Bringt Geschenke mit!“, empfiehlt Vogel. „Lasst euch nicht entmutigen, wenn jemand vom Personal oder den Flüchtlingen vielleicht unhöflich wird.“

          Verfassungsschutz: Vogel und Lau sind salafistische Schlüsselfiguren

          So skurril die Internetauftritte von Lau und Vogel oft wirken, so ernst nehmen die Sicherheitsbehörden die Sache. Nach Einschätzung von Verfassungsschützern sind Vogel und Lau salafistische Schlüsselfiguren, die sich zwar friedlich geben, aber doch mit ihrer Arbeit den Boden für eine weitere Radikalisierung bereiten.

          Der Leiter des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, verfolgt mit Sorge, dass „bekannte salafistische Propagandisten wie Vogel und Lau“ offensiv zur Unterstützung von Flüchtlingen aufrufen. „Vordergründig bieten die Salafisten Hilfe und Rat an, tatsächlich sollen Flüchtlinge mit dem salafistischen Milieu in Deutschland in Kontakt gebracht werden.“

          Freier befürchtet, dass besonders Jugendliche für die angebliche Hilfe ansprechbar sein könnten. „Sie befinden sich durch die Flucht in einer Ausnahmesituation und suchen Schutz und Anschluss an die Gesellschaft. Das wollen Salafisten ausnutzen und junge Flüchtlinge in ihre Fänge ziehen.“

          Intensive Beobachtung der Salafisten-Szene in Frankfurt

          Auch Hans-Georg Maaßen, der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, meldet sich in diesen Tagen immer wieder zu Wort. Islamisten versuchten unter Asylbewerbern zu missionieren und zu rekrutieren, warnt er. „Unser Augenmerk liegt besonders auf jugendlichen unbegleiteten Flüchtlingen, die eine leichte Beute der Islamisten sein könnten“, sagt Maaßen.

          Er bezieht sich offensichtlich auch auf einen Fall in Frankfurt. Schon Anfang August sollen dort Salafisten drei Mal versucht haben, in einer Unterkunft mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Erst als Sozialarbeiter die ungebetenen Gäste aufforderten zu gehen und die Polizei riefen, zogen die Salafisten ab.

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