http://www.faz.net/-gpf-8bhex
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren

Veröffentlicht: 18.12.2015, 08:41 Uhr

UN-Zahlen So viele Menschen auf der Flucht wie nie zuvor

Die weltweite Zahl der Flüchtlinge erreicht in diesem Jahr nach einer Schätzung des UN-Hilfswerks voraussichtlich einen neuen Höchststand. Krieg, Gewalt oder Verfolgung zwingen die Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen.

© AP Flüchtlinge erreichen Mitte Dezember die griechische Insel Lesbos.

Im Jahr 2015 sind nach Schätzung der Vereinten Nationen erstmals mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht gewesen. Einer von 122 Menschen weltweit wäre damit Flüchtling, Asylsuchender oder innerhalb seines Heimatlandes auf der Flucht, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag mit. Zum Vergleich: Ende 2014 waren weltweit rund 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht.

Hauptursache sei der Syrien-Krieg. Doch selbst ohne Berücksichtigung des Konflikts nähmen Flucht und Vertreibung zu. 2015 könnte somit ein absoluter Höchststand erreicht werden. „Es war nie wichtiger, Toleranz, Mitgefühl und Solidarität gegenüber den Menschen zu zeigen, die alles verloren haben“, erklärte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres.

Mehr zum Thema

Das UNHCR präsentierte die Flüchtlingszahlen zum ersten Halbjahr 2015. Auf dieser Grundlage beruhen die Prognosen für das gesamte Jahr. Den Angaben zufolge stieg die Zahl der Flüchtlinge im völkerrechtlichen Sinn von 19,5 Millionen Ende 2014 auf 20,2 Millionen Mitte 2015. Flüchtlinge verlassen aufgrund von Gewalt und Verfolgung ihren Heimatstaat.

Zudem seien Mitte 2015 geschätzte 34 Millionen Menschen auf der Flucht im eigenen Land gewesen, die vom UNHCR versorgt und geschützt werden. Das waren zwei Millionen Binnenflüchtlinge mehr als noch Ende 2014. Die tatsächliche Zahl der Binnenflüchtlinge liegt laut dem Hilfswerk aber weitaus höher.

Daneben sei im ersten Halbjahr 2015 die Zahl der Asylsuchenden sprunghaft gestiegen. Deutschland habe in den ersten sechs Monaten von allen Staaten die meisten Asylgesuche verzeichnet, die Zahl habe 159.000 betragen.

© dpa, reuters Bayern bereitet sich auf neue Asylbewerber vor

Erdogans Empfehlung

Von Reinhard Veser

Der türkische Präsident appelliert an die türkischstämmigen Wähler in Deutschland, nicht die Union, SPD oder Grüne zu wählen. Nur, wen empfiehlt Erdogan ihnen denn dann? Mehr 3 20

Quelle: wahlrecht.de
Alle Umfragen

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Zur Homepage