http://www.faz.net/-gpf-8bhex

UN-Zahlen : So viele Menschen auf der Flucht wie nie zuvor

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge erreichen Mitte Dezember die griechische Insel Lesbos. Bild: AP

Die weltweite Zahl der Flüchtlinge erreicht in diesem Jahr nach einer Schätzung des UN-Hilfswerks voraussichtlich einen neuen Höchststand. Krieg, Gewalt oder Verfolgung zwingen die Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen.

          Im Jahr 2015 sind nach Schätzung der Vereinten Nationen erstmals mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht gewesen. Einer von 122 Menschen weltweit wäre damit Flüchtling, Asylsuchender oder innerhalb seines Heimatlandes auf der Flucht, teilte das Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag mit. Zum Vergleich: Ende 2014 waren weltweit rund 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht.

          Hauptursache sei der Syrien-Krieg. Doch selbst ohne Berücksichtigung des Konflikts nähmen Flucht und Vertreibung zu. 2015 könnte somit ein absoluter Höchststand erreicht werden. „Es war nie wichtiger, Toleranz, Mitgefühl und Solidarität gegenüber den Menschen zu zeigen, die alles verloren haben“, erklärte UN-Flüchtlingskommissar António Guterres.

          Das UNHCR präsentierte die Flüchtlingszahlen zum ersten Halbjahr 2015. Auf dieser Grundlage beruhen die Prognosen für das gesamte Jahr. Den Angaben zufolge stieg die Zahl der Flüchtlinge im völkerrechtlichen Sinn von 19,5 Millionen Ende 2014 auf 20,2 Millionen Mitte 2015. Flüchtlinge verlassen aufgrund von Gewalt und Verfolgung ihren Heimatstaat.

          Zudem seien Mitte 2015 geschätzte 34 Millionen Menschen auf der Flucht im eigenen Land gewesen, die vom UNHCR versorgt und geschützt werden. Das waren zwei Millionen Binnenflüchtlinge mehr als noch Ende 2014. Die tatsächliche Zahl der Binnenflüchtlinge liegt laut dem Hilfswerk aber weitaus höher.

          Daneben sei im ersten Halbjahr 2015 die Zahl der Asylsuchenden sprunghaft gestiegen. Deutschland habe in den ersten sechs Monaten von allen Staaten die meisten Asylgesuche verzeichnet, die Zahl habe 159.000 betragen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Präsident Erdogan nach seiner Stimmabgabe in Istanbul.

          Auszählung läuft : Erdogans Vorsprung schmilzt

          Der türkische Präsident Erdogan darf ersten Prognosen zufolge auf einen Erfolg bei den Wahlen hoffen. Türkische Medien sehen ihn und seine Partei in Front. Es müssen allerdings noch viele Stimmzettel ausgezählt werden.

          Mini-Gipfel in Brüssel : Merkels fieberhafte Suche nach Lösungen

          Auf dem erst als Mini-Gipfel zur Asylpolitik geplanten EU-Treffen ist eine deutlich größere Runde geworden. Doch der Befreiungsschlag für die Kanzlerin ist in Brüssel noch nicht in Sicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.