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Balkanroute : Kroatien lässt 3000 Flüchtlinge aus Serbien ein

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Ein Foto von der slowenisch-kroatischen Grenze: Polizisten bewachen am 17.10.2015 ein Flüchtlingszelt, in dem sich die oft erschöpften Menschen ein wenig ausruhen können. Bild: dpa

Tausende Flüchtlinge auf dem Balkan geraten in chaotische Zustände: Kroatien lässt bei starkem Regen 3000 Menschen über die Grenze. Sloweniens Polizei hinderte 2000 mit Gewalt an der Einreise.

          Mehrere tausend Flüchtlinge haben am Montag auf der Balkanroute unter chaotischen Verhältnissen festgesessen. Am serbisch-kroatischen Grenzübergang Berkasovo sammelten sich rund 3000 Flüchtlinge, die bei heftigem Regen - oftmals ohne geeignete Kleidung, zum Teil barfuß - auf Möglichkeiten zur Weiterreise warteten. Kroatien öffnete schließlich die Grenze. Von rund 10.000 Flüchtlingen war bekannt, dass sie in Serbien angelangt waren und denselben Weg nehmen würden.

          Bevor die kroatische Seite die Grenze öffnete, sprach der tschechische Helfer Jan Pinos von der Gefahr, dass die Lage „außer Kontrolle“ geraten könne. „Das übersteigt unsere Möglichkeiten“, sagte Pinos, die serbischen Behörden müssten eingreifen, seien aber „abwesend“. Zunächst hatten die Kroaten nur 50 Flüchtlinge pro Stunde eingelassen.

          Allein in Mazedonien trafen am Wochenende 15.000 Flüchtlinge ein. In der Nacht zum Montag überquerten 10.000 Flüchtlinge aus Mazedonien die Grenze zu Serbien und machten sich auf den Weg zur kroatischen Grenze.



          An der kroatisch-slowenischen Grenze warteten am Montag mehr als tausend Menschen, um ihre Reise nach Westeuropa fortzusetzen. An anderen Grenzübergängen in der Balkanregion war der Andrang ebenfalls ungebrochen. Seit der Schließung der Grenzübergänge Ungarns zum EU-Nachbarland Kroatien hat sich die Lage auf der sogenannten Balkanroute verschärft. Slowenien wurde dadurch zu einem neuen Brennpunkt der Flüchtlingskrise.

          Ein Polizeisprecher sagte der Nachrichtenagentur AFP, ein Zug mit 1800 Flüchtlingen sei in der Nacht zu Montag am slowenisch-kroatischen Grenzübergang Sredisce ob Dravi eingetroffen. Der Übertritt sei aber lediglich 500 als besonders verletzlich eingestuften Menschen, unter ihnen Frauen und Kinder, erlaubt worden.

          Bild: DPA

          Slowenien bemühte sich um ein „koordiniertes Vorgehen“, um zu verhindern, dass die begrenzten Kapazitäten des Landes überlastet würden, erklärte der Polizeisprecher. Die Regierung in Ljubljana hatte am Wochenende erklärt, sie werde die Aufnahme von Flüchtlingen auf 2500 pro Tag begrenzen. Innenministerin Vesna Gyorkos Znidar warf dem Nachbarland Kroatien vor, eine unangemessen hohe Zahl von Flüchtlingen nach Slowenien einreisen zu lassen. Ihr Land könne keine „unbegrenzte Zahl von Migranten“ aufnehmen, sagte Znidar.

          Ungarn hatte seine Grenze abgeriegelt, nachdem innerhalb eines Monats etwa 170.000 Flüchtlinge dort angekommen waren. Sie hatten ihre Reise allerdings fast ausnahmslos fortgesetzt. Deutschland ist eines der Hauptziele der Flüchtenden. Durch die Schließung der Grenze seien die „illegalen Übertritte wirksam gestoppt worden“, sagte der ungarische Regierungssprecher Zoltan Kovacs am Montag. Am Sonntag seien lediglich 41 Flüchtlinge aus Serbien eingereist, über die kroatische Grenze sei niemand nach Ungarn gekommen. Damit registrierte Ungarn die niedrigste Flüchtlingszahl seit Jahresbeginn.

          Quelle: AFP

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