http://www.faz.net/-gpf-8cw4b
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 28.01.2016, 04:18 Uhr

Bis zu 80.000 Asylbewerber Schweden bereitet Massenausweisung vor

Zwischen 60.000 und 80.000 Asylbewerber sollen Schweden verlassen. Man hoffe auf die Freiwilligkeit der Betroffenen, werde notfalls aber auch „eine Rückkehr mit Hilfe von Zwang“ vornehmen, kündigt Innenminister Ygeman an.

© AP, reuters Schweden will 80.000 Asylbewerber abschieben

Schweden bereitet die Massenausweisung von Zehntausenden Asylbewerbern vor. „Ich glaube, dass es sich auf jeden Fall um 60.000 Personen dreht, aber es können auch bis zu 80.000 werden“, zitiert die Zeitung „Dagens Industri“ in der Nacht zum Donnerstag Schwedens Innenminister Anders Ygeman.

Die Regierung habe Polizei und Migrationsbehörde den Auftrag erteilt, die Ausweisungen vorzubereiten. Bis zum Jahresende 2015 hatten mehr als 160.000 Menschen Asyl in Schweden gesucht. Nach Schätzungen der Regierung würden rund 45 Prozent von ihnen abgelehnt, hieß es.

Mehr zum Thema

„Wir haben eine große Herausforderung vor uns“, sagte Ygeman gegenüber „Dagens Industri“. „Dafür müssen wir die Ressourcen erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen den Behörden verbessern.“ Zunächst wolle man gute Voraussetzungen für eine freiwillige Rückkehr der Asylbewerber schaffen. „Aber wenn wir das nicht schaffen, muss es eine Rückkehr mit Hilfe von Zwang geben“, sagte er den Angaben zufolge.

European Justice and Home Affairs ministers meeting © dpa Vergrößern Schwedens Innenminister Anders Ygeman spricht von 60.000 bis 80.000 Personen, die ausgewiesen werden könnten.

Laut Regierung gebe es „ein bedeutendes Risiko“, dass große Gruppen in den Untergrund verschwänden. Darauf bereite sich die Polizei etwa mit dem Ausbau der Grenzpolizei und mehr Ausländerkontrollen im Land vor. „Ich glaube, wir werden mehr Charterflugzeuge sehen, vor allem in EU-Regie“, sagte Ygeman. Die Regierung verhandelt nach Angaben von „Dagens Industri“ unter anderem mit Afghanistan und Marokko über die Rückkehr von Flüchtlingen aus diesen Ländern.

Unbenanntes Dokument

Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

Quelle: rad. / dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Asylbewerber Minister Gröhes Flüchtlingsplan macht Ärger

Das Kabinett will für die Gesundheitsversorgung der Asylbewerber den Gesundheitsfonds anzapfen. Sozialpolitiker sind dagegen: Dafür solle der Finanzminister zahlen. Mehr Von Andreas Mihm, Berlin

11.08.2016, 09:55 Uhr | Wirtschaft
Chhattisgarh in Indien Polizei beschlagnahmt Tigerfell für 60.000 Dollar

Die Polizei im indischen Bundesstaat Chhattisgarh hat drei Männer festgenommen, die nach Käufern für ein Tigerfell gesucht hatten. Rund 60.000 Dollar wäre das Fell auf dem internationalen Markt wert gewesen. Mehr

15.08.2016, 11:27 Uhr | Gesellschaft
Illegale Einwanderung Australien ist kein Vorbild

Durch die Flüchtlingskrise wird die Frage wieder aktuell: Darf man Migranten, die illegal übers Meer kommen, sofort zurückbringen? Für Europäer gibt es da ein großes Hindernis. Mehr Von Thomas Gutschker

14.08.2016, 20:32 Uhr | Politik
Trotz Wartezeiten Beste Laune im Olympischen Park von Rio

Rund eine halbe Million Besucher werden anlässlich der Olympischen Spiele in Rio erwartet. Um ihre Sicherheit zu garantieren, setzt die Regierung mehr als 80.000 Polizisten und Soldaten ein. Im Olympischen Park können auch hohe Temperaturen und lange Schlangen an den Einlässen die Stimmung nicht trüben. Mehr

08.08.2016, 08:23 Uhr | Sport
Wien Festnahmen nach Gruppenvergewaltigung an Silvester

Am 1. Januar wacht eine deutsche Touristin nackt und ohne Erinnerung in einer fremden Wohnung in Wien auf. Nach monatelangen Ermittlungen hat die österreichische Polizei jetzt den Fall veröffentlicht und neun mögliche Vergewaltiger verhaftet. Mehr

15.08.2016, 19:19 Uhr | Politik

Unter der türkischen Fahne

Von Berthold Kohler

Keine Loyalitätskonflikte? Es steht zu befürchten, dass Aydan Özoguz, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, in vielen Fällen recht hat. Mehr 313

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden