http://www.faz.net/-gpf-882cp

Österreich : Tausende erreichen Grenzort Nickelsdorf

  • Aktualisiert am

In Nickelsdorf sind über Nacht wieder Tausende weitere Flüchtlinge angekommen. Bild: dpa

In der Nacht sind rund 5000 weitere Flüchtlinge im österreichischen Nickelsdorf angekommen. Deutschland will nun Lager in Syriens Nachbarländern mit Soforthilfe unterstützen. Ein CDU-Politiker fordert, die Menschen bereits dort zu registrieren – um sie dann sicher nach Europa zu bringen.

          Im österreichische Nickelsdorf an der Grenze zu Ungarn sind wieder Tausende Flüchtlinge angekommen. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf die Polizei des Burgenlandes berichtete, waren in der Nacht zum Sonntag etwa 3000 Migranten in Nickelsdorf.

          Bis zum Morgen würden zwischen 1000 und 1500 Neuankömmlinge erwartet. Die Menschen würden vor allem mit Bussen in Notunterkünfte gefahren. Im Grenzort Heiligenkreuz seien rund 300 Flüchtlinge angekommen. Viele von ihnen wollen nach Deutschland weiterreisen.

          Soforthilfe der Bundesregierung

          Angesichts der vielen Flüchtlinge will Deutschland die Nachbarstaaten Syriens stärker unterstützen. Die Bundesregierung werde 20 Millionen Euro Soforthilfe an an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen überweisen, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller der „Welt am Sonntag“.

          Damit könnten rund 500.000 Flüchtlinge in der Region drei Monate lang mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Dass den Vereinten Nationen  jetzt das Geld ausgehe, um die Versorgung mit Lebensmitteln vor Ort sicherzustellen, sei nicht hinzunehmen. „Ich hoffe, dass andere Staaten unserem Beispiel folgen“, sagte Müller. Deutschland habe bereits Syriens Nachbarländer Jordanien, Libanon und Türkei zur Versorgung der Bürgerkriegsflüchtlinge mit 1,5 Milliarden Euro unterstützt.

          Der Minister forderte zudem eine umfassende Strategie, um die Infrastruktur für Millionen von Menschen rund um Syrien zu verbessern. Hier sehe er die Europäische Union (EU) gefordert. Sie müsse Libanesen, Jordaniern und Türken das Gefühl geben, dass Europa sie nicht allein lasse. „Wasserleitungen, Schulen, Gesundheitszentren und berufliche Ausbildung sind die Schlüssel, die auch den einheimischen Bevölkerungen helfen, dem Flüchtlingsdruck standzuhalten“, sagte Müller.

          Registrierung schon vor EU-Grenzen

          Der CDU-Europa-Politiker Elmar Brok fordert eine Registrierung von Flüchtlingen bereits in den Lagern der Nachbarländern Asiens. Die Europäische Union sollte die Registrierungszentren für Flüchtlinge nicht nur in Italien und Griechenland einrichten, sondern auch in Transitstaaten wie der Türkei, Jordanien, dem Libanon, Ägypten und Serbien, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament der „Welt am Sonntag“.

          „Wer gute Chancen auf Asyl hat, kann in diesen Staaten das Verfahren bereits beantragen und er wird auf sicherem Weg nach Europa gebracht.“ Eine solche Maßnahme würde die EU-Länder deutlich entlasten und die Flüchtlinge vor einer gefährlichen Flucht schützen. Zudem könnten Migranten ohne Aussicht auf Asyl oder eine Einreiseerlaubnis gleich dort abgewiesen werden.

          Weitere Themen

          Wird Zypern ein neues Lampedusa?

          Syrer flüchten aus Libanon : Wird Zypern ein neues Lampedusa?

          Obwohl es keine Landverbindung in andere EU-Staaten gibt, landen immer mehr Migranten auf Zypern. Die Regierung in Nikosia schlägt in Brüssel Alarm, fordert von der EU aber vor allem finanzielle Unterstützung für zwei andere Staaten.

          Topmeldungen

          Streitgespräch : Handys raus?

          Haben Smartphones, Laptops und Tablets etwas in Vorlesungen und Meetings zu suchen? Die Professoren Miloš Vec und Jürgen Handke sind darüber diametral anderer Meinung. Wir haben sie an einen Tisch geholt – und es gab Streit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.