http://www.faz.net/-gpf-8e84a

Flüchtlingskrise : Österreich: Alle direkt nach Deutschland schicken

  • Aktualisiert am

Stopp! Österreichs Kanzler Faymann will in der Flüchtlingskrise notfalls die Menschen direkt nach Deutschland schicken. Bild: Reuters

Österreichs Kanzler rückt vollends von Angela Merkel ab. Sein Land sei kein Warteraum für Deutschland. Deshalb macht Faymann nun einen neuen Vorschlag zur Lösung der Flüchtlingskrise.

          Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann hat Deutschland zur direkten Übernahme von Flüchtlingen aus Griechenland oder Nachbarstaaten Syriens aufgefordert. „Es sollte eine Tagesquote festlegen - und nach dieser Flüchtlinge direkt von Griechenland, der Türkei oder Jordanien nach Deutschland bringen“, sagte der Sozialdemokrat der österreichischen Zeitung „Kurier“ (Mittwoch).

          Er schlug dafür Durchreise-Zertifikate vor. „So ist die Verteilung auch vorgesehen. Österreich kann und darf nicht zur Verteilstelle werden. Damit muss Schluss sein“, sagte Faymann.

          „Wenn Schengen funktionieren soll, was wir wollen, geht es nicht, dass Flüchtlinge von Griechenland bis Österreich durchgewunken werden.“ Damit sei Österreich „in einer Doppelmühle“. Es sei nicht länger tragbar, „dass täglich mehrere Tausend Menschen durchgewunken werden, andererseits lässt uns Deutschland wissen, dass es heute nur 1000 oder 2000 oder einen ins Land lässt“.

          Unbenanntes Dokument

          Die neue digitale Zeitung F.A.Z. PLUS

          Die ganze F.A.Z. in völlig neuer Form, mit zusätzlichen Bildern, Videos, Grafiken, optimiert für Smartphone und Tablet. Jetzt gratis testen.

          Die Flüchtlinge müssten an der EU-Außengrenze verteilt werden, in Griechenland und Italien: „Man kann die Menschen nicht 2000 Kilometer weiterziehen lassen - und Österreich zum Warteraum für Deutschland machen. Dagegen wehren wir uns massiv“, sagte Faymann.

          Seit einigen Tagen lassen die Länder an der Balkanroute mit Unterstützung Wiens weniger Flüchtlinge weiter nach Mitteleuropa reisen. In der Folge hängen immer mehr Menschen in Griechenland fest.

          Weitere Themen

          Seehofer und Kurz erhöhen Druck auf Italien Video-Seite öffnen

          Asylstreit : Seehofer und Kurz erhöhen Druck auf Italien

          Österreichs Kanzler Sebastian Kurz und Innenminister Horst Seehofer kündigten in Wien Beratungen darüber an, wie die sogenannte "Südroute" der illegalen Migration geschlossen werden könne. Auf dieser Route kommen Flüchtlinge über Italien nach Norden.

          Macht Österreich den Brenner dicht?

          Einigung in Deutschland : Macht Österreich den Brenner dicht?

          Wien befürchtet, Leidtragender des Asylkompromisses zu werden. Die Regierung sehe sich gezwungen, „Nachteile für Österreich und seine Bevölkerung abzuwenden“. Auch in der Frage der „Anlandeplattformen“ bleibt Kanzler Kurz hart.

          Topmeldungen

          Hat die Europäische Zentralbank im Frankfurter Osten die Risiken im Blick?

          Zahlungssystem Target : Fast 1000 Milliarden Euro

          Der Target-Saldo der Bundesbank ist so gewaltig, dass er große Aufmerksamkeit verlangt. Wie ist diese Zahl zu bewerten? Geht es um echte Risiken für Deutschland? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.