http://www.faz.net/-gpf-8g9vd

Geschlossene Balkanroute : Dutzende Flüchtlinge aus Idomeni gelangen nach Mazedonien

  • Aktualisiert am

Griechische Polizisten, die an der Grenze zu Mazedonien im Flüchtlingslager Idomeni patrouillieren. Bild: AP

Im griechischen Idomeni ist es etwa 50 Flüchtlingen gelungen, die durch Polizei bewachte Grenze nach Mazedonien zu überqueren, wie ein AFP-Fotograf berichtet. Sie setzten ihren Marsch gen Norden fort.

          Dutzende Flüchtlinge aus dem griechischen Lager Idomeni sind über die eigentlich hermetisch geschlossene Grenze nach Mazedonien gelangt. Die Menschen verschwanden anschließend nahe der Ortschaft Gevgelija in Richtung Norden, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP am Samstag berichtete.

          Unter den Flüchtlingen, die bereits etwa drei Stunden Fußmarsch von Idomeni aus hinter sich hatten, waren zahlreiche Frauen und Kinder. Der AFP-Fotograf, der mit anderen Journalistenkollegen unweit von Gevgelija unterwegs war, zählte rund 50 Menschen, denen wahrscheinlich „zahlreiche weitere“ folgten. Die Gruppe setzte ihren Marsch in Richtung Norden fort, vermutlich nach Serbien.

          Ein Sprecher der mazedonischen Polizei erklärte AFP in Skopje, er habe keine Informationen über einen solchen Vorfall. Es gebe aber „täglich solche illegalen Versuche“, die Grenze zu überqueren, die Polizei tue „ihr Bestes, um die Grenze zu schützen“.

          Stille Protestaktion von Flüchtlingen im griechischen Lager Idomeni nahe der Grenze zu Mazedonien
          Stille Protestaktion von Flüchtlingen im griechischen Lager Idomeni nahe der Grenze zu Mazedonien : Bild: AFP

          Die Lage in Idomeni ist äußerst angespannt, dort sitzen tausende Flüchtlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen fest. Am Freitagabend lieferten sich Afghanen und Pakistaner in der Nähe des Lagers Auseinandersetzungen, nach denen vier Pakistaner wegen Stichverletzungen in einem Krankenhaus behandelt werden mussten.

          Die Flüchtlinge fordern immer wieder die Öffnung der Grenze nach Mazedonien, von wo aus die meisten weiter nach Deutschland oder Skandinavien wollen. Diese monatelang von zehntausenden Flüchtlingen genutzte Route ist seit Wochen versperrt, weil Länder wie Mazedonien, Slowenien und Kroatien ihre Grenzen abgeriegelt haben.

          Quelle: AFP

          Weitere Themen

          Zahlreiche Tote bei Überflutung Video-Seite öffnen

          Vietnam : Zahlreiche Tote bei Überflutung

          Sinnflutartige Regenfälle sorgten im Norden und im Zentrum des Landes für Überflutungen. Dabei kamen viele Menschen ums Leben, Dutzende werden vermisst.

          Topmeldungen

          Jamaika-Sondierung : Zwölf Themen, sie zu binden

          Jetzt wird es ernst: Am Nachmittag beginnen die Jamaika-Sondierungen in großer Runde, mit allen Parteien. Die zentralen Punkte für eine Einigung sind identifiziert – von den Bäumen runter sind die Unterhändler deshalb aber noch lange nicht.
          Auf den Zahn gefühlt: Fast alle Parteien leiden unter Phantomschmerzen

          Fraktur : Nervtötende Sondierung

          Die geplante Mesalliance aus Union, FDP und Grünen ist doch im Grunde ein einziger wunder Punkt.
          Ludwig Erhard (1897 bis 1977) sah in der Sozialen Marktwirtschaft nie ein in Stein gemeißeltes Dogma.

          Koalitionsverhandlungen : Mehr Ludwig Erhard wagen

          Schon zehn Jahre nach Einführung der Sozialen Marktwirtschaft forderte der legendäre Wirtschaftsminister Ludwig Erhard eine Weiterentwicklung. Geklappt hat das bis heute nicht. Ein Auftrag für die nächste Regierung!

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.