http://www.faz.net/-gpf-8djh8

Flüchtlingskrise : Warnung vor Grenzkontrollen am Brennerpass

  • Aktualisiert am

Sollten am Brenner wieder Grenzkontrollen eingeführt werden, drohen langen Staus, fürchten Wirtschaftsvertreter. Bild: dpa

Sollten am Brennerpass wirklich wieder Grenzkontrollen eingeführt werden, hätte das schwere wirtschaftliche Folgen, warnt der Präsident der Handelskammer Bozen in der F.A.S. Der bayerische Innenminister verteidigt die Pläne trotzdem.

          Nachdem die österreichische Regierung angekündigt hat, am Brennerpass wieder Grenzkontrollen einzuführen, warnen Politiker und Wirtschaftsvertreter in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) vor schwerwiegenden Folgen. Der Präsident der Handelskammer Bozen, Michl Ebner, sagte: „Es drohen gewaltige Staus.“ Den Brennerpass passieren jährlich etwa vierzig Millionen Tonnen Waren und zehn Millionen Autos. Auch deutsche Urlauber, die an den Gardasee fahren, müssen mit Einschränkungen rechnen. Das gelte besonders an den bayerischen Grenzübergängen aus Österreich. „Sie können sich vorstellen, was dann an diesem Nadelöhr passiert“, so Ebner.

          Politiker aus Tirol und der zu Italien gehörenden, autonomen Region Südtirol verwiesen außerdem auf die symbolischen Folgen einer Grenzschließung. Der Landeshauptmann von Tirol, Günther Platter, sagte der F.A.S., in den vergangenen Jahrzehnten seien die Regionen Tirol, Südtirol sowie Trentino wieder eng zusammengewachsen, nachdem sie als Folge des Ersten Weltkrieges getrennt worden waren. „Maßgeblich dafür war, dass die Grenzbalken gefallen sind. Ich würde es als eine mittlere Katastrophe bezeichnen, wenn hier Grenzen wieder eingezogen werden.“ Sein Amtskollege aus Südtirol, Arno Kompatscher, sprach im Hinblick auf die Regionen von einem „kleinen Europa in Europa.“ Darum sei „das Infragestellen von Schengen für uns ganz besonders schwerwiegend.“

          Politiker der CSU hießen die Pläne der österreichischen Regierung dennoch gut. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte der F.A.S.: „Ich kann die Österreicher nur ermutigen, ihre Grenze noch wirksamer zu kontrollieren und Einreisen wirksam zu beschränken.“ Ob Staus zu erwarten seien, hänge von der Gestaltung der Kontrollen ab. Wie diese aussehen könnten, sagte Herrmann nicht. Er betonte aber: „Die Sicherheit in unserem Land hat Vorrang.“

          Weitere Themen

          Ein Shooting im Plusquamperfekt Video-Seite öffnen

          Mode mit Mesut Özil : Ein Shooting im Plusquamperfekt

          Er ist einer der besten und nun der umstrittenste deutsche Nationalspieler. Wir haben Mesut Özil in neuer Mode zu Hause in London fotografiert – kurz bevor er für andere Fotos berüchtigt wurde.

          Jetzt wird es ernst! Video-Seite öffnen

          Letztes Training : Jetzt wird es ernst!

          Die deutsche Mannschaft trainierte am Samstag nicht im Luschniki-Stadion in Moskau, sondern auf einem Platz in der Nähe des Teamquartiers in Watutinki. Der Bundestrainer wollte seiner Mannschaft die Fahrt durch den berüchtigten Stau in der russischen Hauptstadt ersparen.

          Topmeldungen

          Asyl-Streit in der Union : Wer siegt im Endspiel?

          Wie zwei Schnellzüge rasen CDU und CSU in der Asylfrage weiter aufeinander zu. Was könnte in den nächsten knapp zwei Wochen geschehen? Und wie könnte es Deutschland verändern? Vier Szenarien.

          EU-Reformpläne : Wer zu Merkel hält – und wer nicht

          Die Pläne von Merkel und Macron für einen gemeinsamen Haushalt der Währungsunion stoßen auf scharfe Kritik aus der CSU. Wer hält noch zur Bundeskanzlerin, wenn nicht die Schwesterpartei?

          Asylfrage : Kurz und Söder loben gemeinsame Haltung

          Die Haltung von Bayern und Österreich in der Flüchtlingsfrage sei in Europa „immer mehrheitsfähiger“ sagte der bayerische Ministerpräsident. Der österreichische Bundeskanzler bedankte sich für die Unterstützung aus München.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.