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Flüchtlingskrise : Polizeigewerkschaften uneins über Grenzzaun

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge überqueren die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Bild: dpa

Mit ihrer Forderung nach einem Grenzzaun stößt die Deutsche Polizeigewerkschaft bei einigen Kollegen auf Widerspruch. Vertreter anderer polizeilicher Gewerkschaften melden sich jetzt zu Wort.

          Mit ihrer Forderung nach einem Zaun an der Grenze zu Österreich stößt die Deutsche Polizeigewerkschaft auch bei Kollegen auf Ablehnung. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Grenzzäune Flüchtlinge nicht aufhalten, das haben auch die Verantwortlichen in Ungarn gesehen“, sagte der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, den „Ruhr Nachrichten“ aus Dortmund vom Montag. Er „halte nichts von solchen Vorschlägen“, die „zwar große mediale Aufmerksamkeit“ garantierten, „aber kein Beitrag zur Lösung der Probleme“ seien. „Ein Flüchtlingsstrom verhält sich wie in der Physik das Wasser, er sucht sich einen anderen Weg“, sagte Radek.

          Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsandrangs hatte die Deutsche Polizeigewerkschaft zuvor den Bau eines Zauns an der Grenze zu Österreich gefordert. Gewerkschaftschef Rainer Wendt verband damit die Hoffnung auf eine Kettenreaktion. „Wenn wir auf diese Weise unsere Grenzen schließen, wird auch Österreich die Grenze zu Slowenien schließen, genau diesen Effekt brauchen wir“, sagte er der Zeitung „Welt am Sonntag“ aus Berlin.

          In der Zeitung „Die Welt“ kritisierte nun auch der Chef des Bunds Deutscher Kriminalbeamter - die dritte polizeiliche Gewerkschaft in Deutschland - Wendts Äußerungen. Es sei „wenig hilfreich, wenn sich Polizeigewerkschaftsvertreter unter dem ’Klartext’-Deckmantel als geistige Brandstifter betätigen und ’endlich mal das aussprechen, was die Lügenpresse uns verschweigt’“, schrieb André Schulz in einem Gastbeitrag.

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