http://www.faz.net/-gpf-895ns

Flüchtlingskrise : Polizeigewerkschaften uneins über Grenzzaun

  • Aktualisiert am

Flüchtlinge überqueren die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Bild: dpa

Mit ihrer Forderung nach einem Grenzzaun stößt die Deutsche Polizeigewerkschaft bei einigen Kollegen auf Widerspruch. Vertreter anderer polizeilicher Gewerkschaften melden sich jetzt zu Wort.

          Mit ihrer Forderung nach einem Zaun an der Grenze zu Österreich stößt die Deutsche Polizeigewerkschaft auch bei Kollegen auf Ablehnung. „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Grenzzäune Flüchtlinge nicht aufhalten, das haben auch die Verantwortlichen in Ungarn gesehen“, sagte der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, den „Ruhr Nachrichten“ aus Dortmund vom Montag. Er „halte nichts von solchen Vorschlägen“, die „zwar große mediale Aufmerksamkeit“ garantierten, „aber kein Beitrag zur Lösung der Probleme“ seien. „Ein Flüchtlingsstrom verhält sich wie in der Physik das Wasser, er sucht sich einen anderen Weg“, sagte Radek.

          Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsandrangs hatte die Deutsche Polizeigewerkschaft zuvor den Bau eines Zauns an der Grenze zu Österreich gefordert. Gewerkschaftschef Rainer Wendt verband damit die Hoffnung auf eine Kettenreaktion. „Wenn wir auf diese Weise unsere Grenzen schließen, wird auch Österreich die Grenze zu Slowenien schließen, genau diesen Effekt brauchen wir“, sagte er der Zeitung „Welt am Sonntag“ aus Berlin.

          In der Zeitung „Die Welt“ kritisierte nun auch der Chef des Bunds Deutscher Kriminalbeamter - die dritte polizeiliche Gewerkschaft in Deutschland - Wendts Äußerungen. Es sei „wenig hilfreich, wenn sich Polizeigewerkschaftsvertreter unter dem ’Klartext’-Deckmantel als geistige Brandstifter betätigen und ’endlich mal das aussprechen, was die Lügenpresse uns verschweigt’“, schrieb André Schulz in einem Gastbeitrag.

          Weitere Themen

          Trump sagt Betroffenen Hilfe zu Video-Seite öffnen

          Hurrikan „Florence“ : Trump sagt Betroffenen Hilfe zu

          Was auch immer getan werden könne, werde getan, versprach Präsident Donald Trump bei einem Besuch in South Carolina. Auch mehrere Tage nach dem Durchzug des Wirbelsturms standen in Conway immer noch Gebiete unter Wasser.

          EU will mit Ägypten reden Video-Seite öffnen

          Kurz zu Flüchtlingsfragen : EU will mit Ägypten reden

          In Salzburg sind die Vertreter der EU-Staaten zum zweiten Tag eines informellen Gipfels zusammengekommen. In Flüchtlingsfragen soll es Gespräche mit Ägypten und anderen nordafrikanischen Staaten geben, so Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.