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Veröffentlicht: 04.03.2016, 07:09 Uhr

Flüchtlingskrise Papst Franziskus spricht von „arabischer Invasion“

Das Oberhaupt der katholischen Kirche sorgt mit einer Äußerung zur Flüchtlingskrise für Aufregung. Die Invasion Europas durch Araber sei eine „soziale Tatsache“ – und biete Chancen.

© AP Papst Franziskus bei einer religionsübergreifenden Veranstaltung mit Rabbi Elliot J. Cosgrove (links) und Imam Khalid Latif in New York am 25. September 2015.

Ein Ausspruch von Papst Franziskus zur Flüchtlingskrise in Europa sorgt derzeit mit einer gewissen Verzögerung für Schlagzeilen. „Wir können heute von einer arabischen Invasion sprechen. Das ist eine soziale Tatsache“, zitiert die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ in ihrer Freitagsausgabe eine Äußerung des katholischen Kirchenoberhaupts, die bereits am vergangenen Dienstag bei einem Treffen mit Mitgliedern der französischen Sozialbewegung „Poissons Roses“ in seiner Residenz Santa Marta fiel.

Franziskus fügte jedoch hinzu, dass daraus neue Chancen erwüchsen. Europa habe in seiner Geschichte viele Invasionen erlebt, „aber es hat immer über sich selbst hinauswachsen, voranschreiten können, um sich dann, bereichert durch den Austausch der Kulturen, wiederzufinden“.

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Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen mahnte der Papst neuen Schwung auf dem Weg zur Einheit des Kontinents an. Er dürfe nicht in nationale Egoismen zurückfallen. „Es ist nötig, sich wieder an den Verhandlungstisch zu setzen, aber nur in dem Bewusstsein, dass man etwas verlieren muss, damit alle gewinnen können.“

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Aus der einstigen Mutter Europa sei eine Großmutter geworden, beklagte Franziskus mit einer Metapher aus seiner Rede vor dem Europaparlament im November 2014. Die Geburtenrate in Ländern wie Spanien und Italien tendiere gegen Null. Der Kontinent müsse deswegen wieder stärker auf die Förderung von Familien setzen, um sich zu verjüngen.

Gerade angesichts der gesellschaftlichen und politischen Umbrüche sei ein Bewusstsein für die eigenen kulturellen Wurzeln wichtig, betonte Franziskus. „Wenn es seine Geschichte vergisst, schwächt sich Europa. Dann wird es zu einem leeren Ort.“ Derzeit fehle es an europäischen Leitfiguren wie seinerzeit die Staatsmänner Robert Schuman und Konrad Adenauer, die Gründerväter der europäischen Einigungsbewegung nach dem Zweiten Weltkrieg.

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