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Veröffentlicht: 11.04.2016, 06:38 Uhr

In Deutschland Tausende minderjährige Flüchtlinge verschwunden

Vor einigen Monaten hat das Familienministerium entsprechende Hinweise noch verneint. Doch aktuelle Zahlen des Innenministeriums zeigen: In Deutschland sind Tausende minderjährige Flüchtlinge verschwunden. Grünen-Politiker fürchten Zwangsprostitution und Ausbeutung.

© dpa Jugendliche Flüchtlinge im baden-württembergischen Hardheim

In Deutschland sollen nach einem Medienbericht im Vorjahr 5835 minderjährige Flüchtlinge verschwunden sein. Die Zahl gehe aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Parlamentsanfrage hervor, berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Anfang Februar hatte allerdings das Bundesfamilienministerium mitgeteilt, es gebe keine belastbaren Hinweise, dass in Deutschland Tausende alleinreisende Flüchtlingskinder verschwunden sein könnten. In diesem Zusammenhang wurde auf „Vielfachzählungen“ oder andere Registrierungsfehler verwiesen. Viele junge Flüchtlinge haben sich alleine auf den Weg nach Deutschland gemacht. Wer sie als vermisst gemeldet hat, ist unklar.

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Nach dem Medienbericht seien von 8006 als vermisst gemeldeten minderjährigen Flüchtlingen bisher 2171 wieder aufgetaucht. „Die vermissten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge kommen überwiegend aus Afghanistan, Syrien, Eritrea, Marokko und Algerien“, heißt es in dem Papier des Bundesinnenministeriums. Unter den verschwundenen minderjährigen Flüchtlingen seien 555 Kinder. Als Kind gilt in Deutschland, wer jünger als 14 Jahre ist. Gründe für das Verschwinden nannte das Bundesinnenministerium nicht.

Die Grünen-Politikerin Luise Amtsberg sprach von einer alarmierend hohen Zahl an verschwundenen Kindern und Jugendlichen. Es bereite ihr Sorgen, dass die Bundesregierung „die Gefahren durch Zwangsprostitution und Ausbeutung nicht ernsthaft in Betracht zieht“, sagte Amtsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

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