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Veröffentlicht: 09.10.2015, 17:02 Uhr

Flüchtlingskrise Main-Taunus-Kreis ruft Katastrophenfall aus

Weil der Main-Taunus-Kreis kurzfristig bis zu 1000 Flüchtlinge aufnehmen muss, hat der Landrat den Katastrophenfall ausgerufen. Das hessische Innenministerium reagierte mit Unverständnis.

© dpa Flüchtlingsunterkunft in Hofheim

Der Main-Taunus-Kreis hat wegen der kurzfristigen Aufnahme von bis zu 1.000 Flüchtlingen in Notunterkünften den Katastrophenfall ausgerufen. Der Grund für die Maßnahme seien organisatorische und rechtliche Gründe, erklärte Landrat Michael Cyriax (CDU) am Freitag in Hofheim.

Nach Auskunft des hessischen Innenministeriums ist der Main-Taunus-Kreis der erste  Landkreis in Hessen, der wegen der Aufnahme von Flüchtlingen den Katastrophenfall feststellt.

„Die Aufnahme der Flüchtlinge ist eine immense Herausforderung für den Kreis und seine Bürger, aber keine Katastrophe im landläufigen Sinne“, betonte der Landrat. Der Katastrophenfall habe aber Konsequenzen, die bessere Voraussetzungen zum Bewältigen der Situation bieten. Nach Angaben von Cyriax ist es das erste Mal seit dem Jahr 1945, dass im Kreis der Katastrophenfall festgestellt wurde.

Die Asylsuchenden sollen am Montag in einer Sport- und in der Stadthalle untergebracht werden. Die Gebäude wurden nach Angaben des Landrats am Freitag gesperrt und ein Bauzaun um sie herum gezogen. Bis zum Wochenbeginn sollen dort Schutzböden verlegt, die Technik hergerichtet, Feldbetten aufgestellt und die notwendigen Einrichtungen für die Essensaugabe sowie die ärztliche Versorgung aufgebaut werden. Wie lange die Flüchtlinge in den Unterkünften bleiben werden, sei noch unklar, sagte der CDU-Politiker.

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Das hessische Innenministerium könne die Feststellung des Katastrophenfalls durch den Landkreis nicht nachvollziehen, sagte Pressesprecher Marco Krause dem Evangelischen Pressedienst (epd). Sämtliche Katastrophenschutz-Einheiten und -Ressourcen stünden dem Kreis auch so zur Verfügung. Die Kosten bezahle sowieso das Land. Mit der Feststellung des Katastrophenfalls halse sich der Kreis nach dem Gesetz die Kosten sogar selber auf.

© dpa, Deutsche Welle Flüchtlingskrise: Willkommenskultur und dann?

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Von Peter Sturm

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Quelle: wahlrecht.de
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