Der stellvertretende Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, hat sich in einem Interview angesichts der Flüchtlingskrise mit drastischen Worten für eine Schließung der Grenze ausgesprochen. „Wir müssen die Grenzen dicht machen und dann die grausamen Bilder aushalten", sagte Gauland dem Magazin der Wochenzeitung „Die Zeit“. Man könne sich nicht von Kinderaugen erpressen lassen.
Gauland verglich die derzeitige Situation in der Flüchtlingskrise mit einem Wasserrohrbruch. „Man kann sich nicht einfach überrollen lassen. Einen Wasserrohrbruch dichten Sie auch ab“, sagte der stellvertretende AfD-Vorsitzende. Den umstrittenen thüringischen AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke nannte Gauland in dem Interview einen Freund.
Gauland verwehrte sich gegen den Vorwurf des Brandstifters und sagte dem Magazin weiter, er sehe keinen Zusammenhang zwischen den Parolen seiner Partei und fremdenfeindlichen Protesten. „Sie gehen auf einer Demo eine Verbindung zu Menschen ein, die nicht so differenziert denken. Da mag eine Stimmung entstehen, die man als bedrohlich empfinden kann“, so Gauland. Steuern lasse sich das nicht. Politische Auseinandersetzungen müssten geführt werden dürfen, ohne dass man für kriminelle Handlungen anderer verantwortlich gemacht werden würde.
Gaulands Tochter: „Finde schrecklich, was er sagt“
Gaulands Tochter distanzierte sich von den Äußerungen ihres Vaters. „Ich finde es schrecklich, was er sagt“, sagte die Rüsselsheimer evangelische Pfarrerin Dorothea Gauland dem Magazin der „Zeit“.
Alexander Gauland erregt häufig mit rechtspopulistischen Äußerungen Aufsehen. In einem Youtube-Video etwa redet er über „junge Moslemmänner“, die in Deutschland bald die Bevölkerungsmehrheit stellen würden. „Das Differenzierte geht weg“, kritisierte seine 33 Jahre alte Tochter. „Er hat gemerkt, er kommt damit an.“
