http://www.faz.net/-gpf-8dyaj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 24.02.2016, 11:47 Uhr

Flüchtlingskrise Gauland: Dürfen uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Gauland hat sich für eine rigide Grenzschließung ausgesprochen. Grausame Bilder müsse man aushalten, sagte er in einem Interview. „Einen Wasserrohrbruch dichten Sie auch ab.“

© dpa Vergleicht die Flüchtlingskrise mit einem Wasserrohrbruch und nennt Björn Höcke einen „Freund“. der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland

Der stellvertretende Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD), Alexander Gauland, hat sich in einem Interview angesichts der Flüchtlingskrise mit drastischen Worten für eine Schließung der Grenze ausgesprochen. „Wir müssen die Grenzen dicht machen und dann die grausamen Bilder aushalten", sagte Gauland dem Magazin der Wochenzeitung „Die Zeit“. Man könne sich nicht von Kinderaugen erpressen lassen.

Mehr zum Thema

Gauland verglich die derzeitige Situation in der Flüchtlingskrise mit einem Wasserrohrbruch. „Man kann sich nicht einfach überrollen lassen. Einen Wasserrohrbruch dichten Sie auch ab“, sagte der stellvertretende AfD-Vorsitzende. Den umstrittenen thüringischen AfD-Fraktionsvorsitzenden Björn Höcke nannte Gauland in dem Interview einen Freund.

Gauland verwehrte sich gegen den Vorwurf des Brandstifters und sagte dem Magazin weiter, er sehe keinen Zusammenhang zwischen den Parolen seiner Partei und fremdenfeindlichen Protesten. „Sie gehen auf einer Demo eine Verbindung zu Menschen ein, die nicht so differenziert denken. Da mag eine Stimmung entstehen, die man als bedrohlich empfinden kann“, so Gauland. Steuern lasse sich das nicht. Politische Auseinandersetzungen müssten geführt werden dürfen, ohne dass man für kriminelle Handlungen anderer verantwortlich gemacht werden würde.

Gaulands Tochter: „Finde schrecklich, was er sagt“

Gaulands Tochter distanzierte sich von den Äußerungen ihres Vaters. „Ich finde es schrecklich, was er sagt“, sagte die Rüsselsheimer evangelische Pfarrerin Dorothea Gauland dem Magazin der „Zeit“.

Alexander Gauland erregt häufig mit rechtspopulistischen Äußerungen Aufsehen. In einem Youtube-Video etwa redet er über „junge Moslemmänner“, die in Deutschland bald die Bevölkerungsmehrheit stellen würden. „Das Differenzierte geht weg“, kritisierte seine 33 Jahre alte Tochter. „Er hat gemerkt, er kommt damit an.“

Quelle: oge./epd

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Thüringens AfD-Chef Björn Höcke hat Großes vor

Er gilt als Rechtsaußen, seine Parolen sorgen immer wieder für Aufregung. Nun hat sich Thüringens AfD-Chef Björn Höcke zu seinen nächsten Plänen geäußert. Mehr

31.03.2016, 04:18 Uhr | Politik
Flüchtlingskrise Gestrandet in Griechenland

Noch immer kommen jeden Tag tausende Flüchtlinge in Griechenland an. Sie wollen über die mazedonische Grenze. Doch die ist dicht. Trotzdem harren sie unter menschenunwürdigen Verhältnissen im Lager Idomeni aus. Mehr

24.03.2016, 12:13 Uhr | Politik
AfD Die Schmerzgrenze verschiebt sich

Die AfD nähert sich anderen europäischen Rechtspopulisten an. Vor einiger Zeit distanzierte sich die Partei noch eher von FPÖ und Front National. Was steckt dahinter? Mehr Von Justus Bender

10.04.2016, 20:54 Uhr | Politik
Bundestag Merkel: Umgang mit Flüchtlingskrise wird Deutschland und Europa prägen

Die derzeitige Lage in Griechenland sei besorgniserregend, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung vor dem Bundestag. Mehr

16.03.2016, 16:27 Uhr | Politik
Sängergala gegen Fremdenhass Oper ohne Obergrenzen

Musik ist eine Sprache für alle: Mit einer Sängergala wendet die Oper Frankfurt sich gegen Fremdenhass und sammelt Spenden für einen guten Zweck. Mehr Von Florian Balke, Frankfurt

04.04.2016, 12:21 Uhr | Rhein-Main